Das Vivaldi Entwicklerteam um Jon von Tetzchner hat gerade die Freigabe des Vivaldi-Browsers in der Version 7.8 bekannt gegeben. Während andere Browser-Entwickler KI-Funktionen integrieren, zeigen die Vivaldi-Entwickler dem AI-Slop bewusst den Stinkefinger.
Während Google, Microsoft und Apple Milliarden Dollar in die Integration von KI-Assistenten in ihre Browser stecken, haben sich die Entwickler von Vivaldi klar gegen diesen Trend ausgesprochen. Ich hatte im August 2025 im Beitrag Vivaldi positioniert sich gegen KI-Agenten über das entsprechende Statement hier im Blog berichtet. Die Entwickler des Vivaldi-Browsers haben damals ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich gegen KI-Agenten, die für die Nutzer das Internet abgrasen, ausgesprochen. Damit positionieren sie sich gegen den Trend der AI- und Browser-Entwickler, die Browser mit AI-Agenten anreichern.
Vivaldi 7.8 freigegeben
Gerade hat mich das Vivaldi-Entwicklerteam darüber informiert, dass sie heute Vivaldi 7.8 auf den Markt bringen. Die Entwickler schreiben: "Während alle großen Browser darum wetteifern, KI-Assistenten in ihre Produkte zu integrieren, zeigt Vivaldi dieser ganzen Herangehensweise den Stinkefinger."
"Die gesamte Browser-Branche löst das falsche Problem. Sie entwickelt Assistenten, die filtern, was Sie sehen, entscheiden, was Sie nicht sehen, und letztendlich Ihr Urteilsvermögen auslagern. Wir entwickeln Tools, die Ihre Fähigkeit zum Erkunden, Vergleichen und Denken erweitern. Der eine Ansatz behandelt Sie wie einen Passagier. Der andere behandelt Sie wie einen Piloten.", schreibt Jon von Tetzchner, CEO von Vivaldi Technologies.
Vivaldi Technologies setzt mit der Browser-Version 7.8 daher weiterhin radikal auf einen anderen Ansatz: Menschliche Intelligenz, ausgestattet mit wirklich leistungsstarken Werkzeugen, die künstliche algorithmische Assistenten jedes Mal schlagen, heißt es.
Das Herzstück der neuen Browser-Version sei ein komplett neu konzipiertes Tab-Tiling-System, mit dem Benutzer per Drag-and-Drop, sofortigen Layouts und sich in Echtzeit anpassenden Workflows mit mehreren Seiten gleichzeitig arbeiten können. Das sei der größte Fortschritt im Bereich Multitasking in Browsern seit der Erfindung der Tabs und erforderte keinerlei Machine-Learning-Modelle, glauben die Entwickler.
Big-Tech-Browser vs. Vivaldi: Eine Studie zu Prioritäten
Während andere Browser KI-Zusammenfassungen hinzufügen und Edge die Copilot-Integration vorantreibt, bietet Vivaldi 7.8 Funktionen, die sich die Nutzer tatsächlich gewünscht haben. Die Entwickler führen folgende Neuerungen auf:
- Drag-and-Drop-Tab-Kacheln: Nutzer können ab sofort geteilte Bildschirmlayouts erstellen, indem Sie Tabs in Ihren Arbeitsbereich ziehen. So lassen sich Preise vergleichen, Live-Daten überwachen, oder Dokumentationen konsultieren – alles den Arbeitsfluss zu unterbrechen. Während der geteilte Bildschirm von Chrome und Edge auf zwei Tabs beschränkt ist, unterstützt Vivaldi unbegrenzte, flexible Rasterlayouts und lässt den Nutzer entscheiden, wie weit er gehen möchte.
- Link als gekachelten Tab öffnen: Klicken Nutzer mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Link, lässt sich die Seite neben dem aktuellen Inhalt öffnen. Der Haupt-Tab bleibt sichtbar, der Kontext bleibt intakt. Das sei Multitasking, das den Arbeitsbereich respektiert, anstatt ihn zu kapern.
- Intelligentere angeheftete Registerkarten mit Domain-Einschränkung: Angeheftete Registerkarten halten sich nun an Domain-Grenzen, sodass eine E-Mail-Registerkarte bei den E-Mails des Nutzers bleibt. Und das Projekt-Tool bleibe beim geöffneten Projekt des Nutzers. Es gebe keine versehentliche Navigation mehr, die angeheftete Registerkarten durcheinanderbringt.
- Fensterübergreifender E-Mail-Zugriff: Der integrierte E-Mail-Client von Vivaldi funktioniert nun in allen Browserfenstern und Arbeitsbereichen, sagen die Entwickler. E-Mails werden zu einem echten Bestandteil des Browsers und sind jederzeit verfügbar, ohne dass Sie zwischen Fenstern hin- und herwechseln oder den Kontext wechseln müssen.
Die Kluft in der Browserentwicklung war noch nie so groß wie heute. Die neuesten KI-Funktionen von Chrome können Artikel zusammenfassen, Edge kann plagiierte Bilder wiederaufbereiten, Safari hat KI-Schreibtools hinzugefügt, schreiben die Leute von Vivaldi. Während alle großen Browser darum wetteifern, KI in ihre Produkte zu integrieren, die niemand verlangt hat, verfolgen die Entwickler von Vivaldi einen anderen Ansatz: den Nutzern wirklich leistungsstarke Tools zur Verfügung zu stellen und sich dann zurückzuziehen.
"Das Surfen sollte Ihr Gehirn anregen, nicht betäuben. Wenn Sie die Erkundung an einen Algorithmus auslagern, surfen Sie nicht mehr. Sie werden gesurft", merkt Jon von Tetzchner an. Tab Tiling entscheidet nicht, was Nutzer sehen sollen, sondern bietet diesen den Arbeitsbereich, um alles auf einmal zu sehen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Ein sehr sympathischer Ansatz, zumindest in meinen Augen. Da ich den Ungoogled Chromium-Browser verwende, bleibe ich aber auch von den "KI-Segnungen" im Chrome- oder Edge-Browser verschont.
Vivaldi 7.8 ist ab heute für Windows, Mac und Linux unter vivaldi.com verfügbar. Der in Europa entwickelte Browser bleibt völlig kostenlos, ohne Tracking, ohne Datenverkauf und ohne künstliche Assistenten, die zwischen Nutzer und das Web geschaltet werden, um das Surfen einzuschränken, merken die Entwickler an.
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MVP: 2013 – 2016




Benutze ich jetzt seit ungefähr einem Jahr, für mich der beste Browser, hab einiges probiert.
Überhaupt weil es ein europäischer Browser ist.
Ich nutze Vivaldi schon länger. Genau wegen der genannten Eigenschaften. Im Besonderen wegen dem, was nicht drin ist.
Ich bin ausgesprochen zufrieden :-)
Ein sehr guter Browser, individuell anpassbar, leider legen die Entwickler mehr Wert auf "Featuritis" als auf Bugbehebung… der schleppt noch immer Bugs aus Version 1 mit sich rum. Meldet man dann alte bugs kommt die Rückmeldung man solle sich auf aktuelles beschränken, da man die neu Version releasen möchte und sich darauf konzentriere… nicht sehr professionell
Aber man kann eben nicht alles haben ;-P ansonsten sehr brauchbar.
Falls mir jemand die Frage aus Erfahrung beantworten kann:
Wenn ich das richtig lese, nutzt Vivaldi die Blink Engine, die wiederum Teil von Chromium ist. Ist Chromium und davon Blink ebenfalls von der Umstellung der Addon-Anbindung betroffen (irgendwas mit Manifest V2 gegenüber Manifest V3 (?)), was verhindert, daß man vollwertige Addblocker nutzen kann?
Oder anders gefragt: kann Vivaldi die Addons Ghostery und uBlock Origin nutzen oder darf ich nur Ads blocken, die mir jemand zu blocken gestattet?
Aktuell ist Manifest V2 noch im Chromium selbst mit drin, auch wenn Google im Chrome V3 forciert, daher ist Stand heute die Verwendung von uBlock Origin in Vivaldi noch möglich. Vivaldi hatte mal geschrieben, dass die das so lange supporten wollen, bis der Code für V2 wirklich endgültig ausgebaut wird, was Google mal für Sommer 26 angedroht hatte, wenn ich mich recht erinnere. Ist also nicht ganz klar, wie lange das noch gehen wird. Hat aber Vivaldi selbst nicht in der Hand.
angekündigt haben sie damals das sie V2 weiterhin unterstützen und notfalls sogar rückportieren. Sind dann aber letztendlich doch eingeknickt. Rückportiert wird wohl nicht.
Noch laufen die Erweiterungen aber noch.
Als Windows-Browser sehr gut mit den üblichen Erweiterungen – auf Android der ideale Browser mit integriertem Werbeblocker und der aktivierbaren Funktion der Sound-Hintergundwiedergabe bei ausgeschaltetem Display.
Jemand mit Erfahrungen Vivaldi auf Android?
Gute. Ist mein Standard-Browser auf Phone, Tablet und Linux-Laptop, synced. Es gibt in der Mobilversion aber keine Erweiterungen.