Dieselfahrverbot: Nachrüsten soll es richten? Geht noch nicht

VW-KäferBesitzer von Dieselfahrzeugen werden durch das drohende Fahrverbot in Städten verunsichert. Es gibt viele Vorschläge, u.a. Nachrüstungen. Hier ein kurzer Informationssplitter, was man ggf. wissen sollte.


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Software-Updates sollten es richten …

Nach Aufdeckung illegaler Abschalteinrichtungen an Dieselfahrzeugen, allgemein als Dieselskandals bezeichnet, sollten Software-Updates das Problem des erhöhten Schadstoffausstoßes von Dieselfahrzeugen richten.

Ich hatte es in mehreren Blog-Beiträgen thematisiert: Die Fachleute sehen das Thema kritisch und die Updates als wirkungslos an (siehe Artikel VW-Händler sehen Software-Update für Diesel kritisch und die Linkliste am Artikelende). Und es scheinen sich auch technische Probleme zu häufen (siehe VW: Probleme mit AGR-Ventil nach Softwareupdate).

Fahrverbote in Städten drohen für Diesel-PKW

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Möglichkeit für Fahrverbote bei zu hoher Schadstoffbelastung durch Dieselfahrzeuge als zulässig erklärt. Ein Artikel, was Autofahrer wissen sollten, findet sich z.B. hier und beim ADAC. So sind womöglich auch Benziner mit Einstufung in schlechte Abgasklassen davon bedroht.

VW-Käfer
(Quelle: Pexels Burak Kebapci CC0 License)

Nachrüstung für Dieselfahrzeuge soll es richten

Seit dem obigen Urteil überschlagen sich Verantwortliche und nicht Verantwortliche mit Vorschlägen. Unter anderem soll eine Nachrüstung der Diesel-Fahrzeuge die Geschichte ins Lot bringen (siehe diesen ADAC-Beitrag, und hier). Die Kosten sollen, je nach Lesart, die Autohersteller oder die Fahrzeugbesitzer tragen. Auch eine Steuerprämie wird ins Gespräch gebracht – die Allgemeinheit soll also für eine verfehlte (Industrie-)Politik blechen.

Die Auto-Zeitung befasst sich hier mit den Aspekten der Nachrüstung. Alles kein Problem, ob die Kapazitäten bei den Katalysatoren und bei den Werkstätten vorhanden sind, wird nicht hinterfragt. Das Handelsblatt geht hier schon kritischer mit dem Thema um. Zitat:

Der ADAC hat lediglich Prototypen getestet. Marktreif sind die Systeme noch nicht.

In der Debatte wird ein interessanter Umstand vollständig ausgeblendet. Spiegel Online hat das in diesem Artikel aufgegriffen – die Technik steht voraussichtlich erst ab 2019 bereit. Eine kurzfristige Lösung scheint mir das eher nicht zu sein. Dieselfahrer werden also weiterhin mit Unsicherheiten und schrillen Tönen in den Medien rechnen.


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1 Antwort zu Dieselfahrverbot: Nachrüsten soll es richten? Geht noch nicht

  1. nook sagt:

    Bamberger Diesel-Nachrüster: viele Anfragen, keine Zulassung

    Denn eine Straßenzulassung hat sein System noch nicht, bisher existieren nur Prototypen. Damit sein SCR-System in Serie gehen kann, müsste die Bundesregierung beziehungsweise das Kraftfahrt-Bundesamt eine Zulassungsrichtlinie für Nachrüstlösungen wie seine verabschieden. Das ist bisher noch nicht passiert. …
    -> https://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bamberger-diesel-nachruester-viele-anfragen-keine-zulassung-100.html

    Da schiebt/wartet wieder einer auf den anderen, und raus kommt nix. Wo bleibt die Zulassungsrichtlinie!

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