Blutdruckwerte: Das ist wichtig

GesundheitBluthochdruck ist ein schleichendes Gesundheitsrisiko, welches bestimmte Krankheiten begünstigt. Jeder sollte seine Blutdruckwerte kennen und auch darauf achten, dass diese nicht zu hoch liegen.


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Ich selbst kontrolliere meinen Blutdruck seit vielen Jahren und stelle diesen über Medikamente ein. Dadurch war mir das Thema nicht mehr im Fokus – aber ich bin kürzlich über folgenden Tweet erinnert worden, das Thema mal anzusprechen.

Der verlinkte Artikel thematisiert die Ergebnisse einer neueren Studie, die zum Ergebnis kommt, dass der systolische und der diastolische Blutdruck wichtig ist. Hier die Begriffserklärung:

  • Systolischer Wert: Der Druck, mit dem das Blut aus dem Herzen in die Adern gepumpt wird – also der höhere Wert, der idealerweise nicht über 120 mm Hg liegt. Bei Werten oberhalb von 140 mm Hg gilt als Hochdruck.
  • Diastolischer Wert: Der Druck, wenn sich die Adern entspannen – also der niedere Wert, der idealerweise nicht über 80 mm Hg liegt. Bei Werten oberhalb von 90 mm Hg gilt als Hochdruck.

Der Hintergrund: Ein Bluthochdruck tut nicht weh und verursacht zuerst auch keine Beschwerden. Aber der erhöhte Druck auf die Gefäße führt zu Schädigungen in den Adern und Organen des Körpers. Ein hoher Blutdruck erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Hirnblutungen, Augenerkrankungen und so weiter. Viele Menschen kennen ihren Blutdruck nicht und wissen die Werte auch nicht zu interpretieren. Dabei gibt es heute doch kostengünstige Geräte, um den Blutdruck selbst zu messen. Informationen zu den Werten finden sich z.B. auf dieser Webseite.

Welches Blutdruckmessgerät kaufen und wie messen?

Wenn ein Bluthochdruck vom Arzt diagnostiziert wird, empfiehlt es sich, als Patient sich ein Blutdruck-Messgerät mit Oberarm-Manschette zu kaufen. Mein Ratschlag ist, sich auf dieser Seite der Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL zu informieren. Denn viele im Handel erhältliche Blutdruckmessgeräte liefern nur unzuverlässige Werte.

Blutdruckmessung
(Blutdruckmessung, Quelle: Pexel kostenlose Nutzung

Blutdruckmessgeräte dürfen in Deutschland zwar nur vertrieben werden, wenn sie das Medizinproduktegesetz einhalten. Dieses gewährleistet aber noch keine hinreichende Messgenauigkeit. Deshalb überprüft die Deutsche Hochdruckliga regelmäßig auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte und verleiht ein Prüfsiegel für die Messgenauigkeit.


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Man sollte also darauf achten, dass das Gerät ein Siegel der Deutsche Hochdruckliga aufweist. Diese Geräte gibt es für kleines Geld im Handel und bei Online-Versendern. Auf der Seite der Gesellschaft gibt es auch Hinweise, wie man den Blutdruck richtig misst. Hier einige Kernpunkte:

  • Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen. Die erste Zeit, wenn man auf Blutdruck-Senker eingestellt wird, sollte man morgens und abends messen.
  • Morgens vor der Einnahme blutdrucksenkender Mittel messen, damit auch der Blutdruck in den frühen Morgenstunden erfasst wird.
  • Vor der Messung fünf Minuten zur Ruhe kommen. Körperliche Aktivitäten vor der Messung vermeiden, sonst die Entspannungsphase verlängern.
  • Möglichst entspannt auf einem Stuhl sitzend an die Stuhllehne angelehnt messen. Den zu messenden Arm auf den Tisch legen.
  • Die Füße nebeneinander aufstellen. Dadurch vermeiden Sie die Anspannung Ihrer Muskulatur. Beim Messen nicht bewegen, reden oder durch Musik bzw. Nachrichten ablenken lassen.
  • Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden. Deshalb empfehle ich ein Gerät mit Oberarmmanschette, da die Fehlermöglichkeiten geringer sind.

Zu häufiges Messen hintereinander verfälscht die Werte. Sie können den Blutdruck zweimal in Folge mit einer Pause von ein bis zwei Minuten messen. Meist liegt der Wert der zweiten Messung niedriger. Diesen sollten Sie notieren. Ich habe mir dazu in Excel eine Tabelle gemacht, die ich ausdrucke und auf dem Küchentisch liegen habe. Dort trage ich die Werte nach der Messung ein.

Augenmaß beim Einstellen des Blutdrucks

Mein Ziel ist es, die Wert 120/80 mm Hg zu treffen. Dazu nehme ich meine Blutdrucksenker am Morgen und am Abend ein. Wenn der Blutdruck unter 130/85 mm Hg liegt, ist das auch in Ordnung – schießen die Wert mal hoch, liegen aber für einen oder zwei Tage unter der Grenze von 140/90 mm Hg, ist das auch kein Grund zur Panik. Meist kann ich dies durch Sport und Bewegung kompensieren. In solchen Perioden messe ich auch mal häufiger, denn nicht kurze Überschreitungen der Grenzwerte sind das Problem. Sondern ein über viele Jahre andauernder Bluthochdruck schädigen die Gefäße.

Aber auch zu niedrige Werte können kritisch werden. Komme ich persönlich mit den Werten unterhalb von 114/74 mm Hg, wird es ungemütlich. Der Körper fühlt sich schlaff und kraftlos an und es gibt Leute, die dann eine erhöhte Sturzgefahr haben. Also auch hier darauf achten, dass die Werte nicht zu stark absinken.

Mein persönliches Negativerlebnis war in einer Klinik, in der ich 4 Wochen wegen einer schweren Wirbelsäulenverletzung lag. Dort wurden Blutdrucksenker gegeben und wegen der Cortison-Gaben und vielen Operationen habe ich vieles nicht mitbekommen. Irgendwann hatte ich nicht mal die Kraft, mit der einen Hand, die ich nach einer partiellen Querschnittssymptomatik gerade noch bewegen konnte, eine Gabel zum Mund zu führen. Ich musste von den Schwestern gefüttert werden.

Bei der morgendlichen Blutdruckmessung dämmerte mir, dass bei einem Blutdruckwert von 90/70 mm Hg ein Blutdrucksenker diesen auf 80/60 mm Hg und darunter treibt. Also habe ich mir die Blutdrucksenker zeigen lassen und nicht eingenommen (die Krankenschwester zeterte und wollte, dass ich diese nehme – ich meinte nur 'wenn der Arzt sagt, dass ich sie brauche, kann ich sie in zwei Stunden immer noch nehmen'). Ich habe das dann mit dem behandelnden Arzt geklärt, dass ich diese Senker weglasse. O-Ton des Docs: Haben Sie gut gemacht, lassen sie die Blutdrucksenker weg, solange die Werte unter 120/80 sind. Einen Tag später konnte ich meinen Arm wieder zum Essen benutzen und auch wieder kurze Strecken laufen.

Die Episode zeigt, dass der mündige Patient gefordert ist. Ich habe mir eine gewisse Routine beim Messen zugelegt, so dass ich die Medikamente nicht vergesse. Ein Blutdrucksenker findet sich im Badezimmer-Schrank, so dass ich diesen vor dem Zubettgehen nicht vergessen. Und ich achte darauf, dass der Blutdruck nicht zu stark absinkt, so dass ich nicht sturzgefährdet werde. Das ist bei älteren Menschen oft ein Problem.

Mein Hausarzt hat ewig nicht mehr gemessen, weil er weiß, dass ich das gut im Griff habe. Zudem tritt dort gerne das 'Weißkittel-Syndrom' auf, welches beim Arzt zu erhöhten Messwerten führt. War bei meiner Frau so, die schon als Hypertonikerin eingestuft werden sollte, weil die Werte beim Arzt zu hoch lagen. Eine 24-Stunden-Langzeitmessung ergab, dass sie eher eine Hypotonie-Patientin mit zu niedrigem Blutdruck ist. Aber auch das konnte durch Eigeninitiative geklärt werden.

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