Sommer, Sonne und Getreideernte

Wir haben Sommer und seit ca. 14 Tagen findet in vielen Regionen Deutschlands die Getreideernte statt. Ende Juli 2020 bin ich auf meinem Abendspaziergang an einem Getreidefeld, auf dem gerade der ‘Kornschnitt’ stattfand, vorbeigekommen. Das ging nicht ohne Fotos ab, denn …


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reife Getreidefelder, Stoppelacker und auch die Phase der Getreideernte wecken bei mir Erinnerungen an die Jugend. Da ist die frühe Kindheit, in der ich schon mal durch ein Getreidefeld des Vaters lief und mich an Kornblumen, Klatschmohn, Scharfgarbe und Kamille erfreute. Da sind aber auch die Tage als Jugendlicher, wo ich oft geflucht habe, in der Hitze und dem Staub, den der Mähdrescher des Vaters verursachte, mit Trecker und Wagen auf dem Feld zu warten, um das Getreide aufzunehmen und dann zu den Getreidespeichern zu transportieren.

Ein Getreidefeld weckt dann immer etwas Wehmut an die vergangenen Sommer der Jugend – fährt dort ein Mähdrescher, geht der Gedanke ‘gut, dass Du das hinter dir hast’ durch den Kopf. Vater ist längst (im Alter von 89 Jahren) verstorben, die Felder sind verkauft, denn keines der Kinder wollte den Bauernhof der Eltern übernehmen.

Getreideernte 2020
(Getreideernte 2020)

Das waren sofort die Gedanken, als ich die Szene aus obigem Foto sah. Im Vordergrund warten den Trecker mit den Wagen zum Abfahren des Getreides. Und am linken Feldrand ist der grüne Mähdrescher zu sehen.

Getreideernte 2020
(Getreideernte 2020)

Als ich dann ein Stück weiter lief, bekam ich diese Szene zu sehen: Im Vordergrund der Trecker mit den Wagen zum Abfahren des Getreides. Dahinter der grüne Mähdrescher, der bereits den größten Teil des Feldes abgeerntet hat. Die Häuser im Hintergrund gehören zum Taunusstädtchen Kelkheim – und ganz im Hintergrund ist die Skyline von Frankfurt zu sehen. Einfach eine bombastische Szene, finde ich – Stadt und Land auf einem Bild vereint. Nachfolgendes Foto zeigt die Szene noch aus einer leicht geänderten Perspektive, wo am Waldrand links von der Bildmitte das ‘Kloster Kelkheim‘ zu erkennen ist.

Getreideernte 2020
(Getreideernte 2020)


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Nachfolgend noch eine Aufnahme mit Zoom – daher nicht ganz scharf – einfach genial, der Mähdrescher auf dem Land, vor der Skyline des ganz nah erscheinenden, aber gut 20 km entfernten, Frankfurt. An diesem Ort mit diesem Ausblick konnte ich gar nicht verhindern, dass ich das mit dem Smartphone fotografieren musste – und dass die Gedanken anfingen zu fliegen.

Getreideernte 2020
(Getreideernte 2020)

Vor hundert Jahren wäre das Feld wohl noch mit der Sense gemäht worden – Kornschnitt nannte man das. Die Getreidehalme wurden mit Stroh zu Garben gebunden und zu sogenannten ‘Kasten’ (ist Moselfränkisch, den Hochdeutschen Ausdruck kenne ich nicht) zum Trocknen aufgestellt. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, als Vater das als ‘eine Spur’ ins Getreidefeld gemäht und Mutter die Garben gebunden hat, um dann mit einem sogenannten ‘Binder’ arbeiten zu können. Der (Mäh-)Binder wurde seinerzeit vom Trecker gezogen, besaß ein Mähwerk und konnte die Garben mit Seil fertig binden. Vor der Zeit der Traktoren – habe ich nicht mehr erlebt – wurden die Mähwerke – und ich glaube auch Binder von zwei Pferden gezogen. War eine große Innovation im Vergleich zum Handmähen.

Den Mähdrescher gab es bei uns erst Ende der 60er Jahre, und man hat sich das Abfahren der Getreidegarben, das Lagern in der Scheune sowie das Dreschen im Winter mit der Dreschmaschine gespart. Aber die zwei, drei Tage ‘dreschen’ war auch ein Ereignis für uns Kinder. Da half die ganze Nachbarschaft an der Dreschmaschine mit und es gab immer etwas Gutes zu essen. Für interessierte Leser, die Agrar-Blogger haben das in Text und Foto im Beitrag Getreide-Ernte vor Einhundert Jahren und Heute – Wer möchte wieder hart auf den Feldern arbeiten? aufbereitet. Lange vergangene Zeiten …

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3 Antworten zu Sommer, Sonne und Getreideernte

  1. Mance sagt:

    @Das ging nicht ohne Fotos ab

    Toll, dass Du ev. dieses Hobby wieder intensivierst. Passend dazu zeige ich mal das Equipment das in meiner Kindheit Standard war. Und ich könnte mich nicht erinnern, dass damit einmal ein Bild nichts wurde.

    https://share-your-photo.com/img/73acc6627d.jpg

    und das Innenleben

    https://share-your-photo.com/img/4b272a3a8a.jpg

    Stellung Belichtungszeit beliebig

    https://share-your-photo.com/img/5ab4ddc80e.jpg

    Keine Blende, keine Belichtungszeit, keine Fokussierung. Ist doch erstaunlich.

    • guenni sagt:

      Nun ja, ich formuliere es mal so: An Kreativität und Ideen mangelt es mir wahrscheinlich nicht – und dieses Internet mit blödem Scheiß voll schreiben klappt auch schon ganz gut.

      Zum ‘Equipment aus der Kindheit’: Analog-Kamera gab es erinnerungsmäßig mit 14. Abba ich war nicht kompatibel – Füße oder Köpfe der Familienmitglieder (zum Leidwesen meiner Mutter) auf den Foto immer abgeschnitten. O-Ton: Aus dem Jung wird nie was richtiges … gut, ich hab es geschafft, als schlechtes Beispiel dienen zu können ;-).

      Und Filme samt Entwicklung waren teuer – ergo lief es darauf hinaus, dass die Filme oft 3-4 Jahre in der Kamera lagen, bevor sie entwickelt wurden – gab dann einen roten Farbstich auf den Aufnahmen – also habe ich es eingestellt … Hopfen und Malz verloren ;-).

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