Fair Trade Kaffee – Die Liebe zum Kaffee neu definiert

Hier im Blog habe ich ja schon mehrfach Beiträge rund um das Thema Kaffee veröffentlicht. Was aber, wenn man die Liebe zu einer guten Tasse Kaffee mit dem Gedanken des ‘Fair Trade’-Handels beim Kaffee kombiniert? Um genau dieses Thema soll es in diesem Blog-Beitrag gehen.

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Gibt es etwas Schöneres als den Duft frisch gebrühten Kaffees am Morgen? Selbst ich, als jahrzehntelanger Teetrinker, schnorre mir am Frühstückstisch eine Tasse Kaffee von meiner Frau und trinke diese genüsslich mit einem Glas Wasser. Auch den kleinen Espresso zu Mittag verschmähe ich nicht. Und da ist noch die Erinnerung meiner Kindheit: Samstag Nachmittag, frisch gebohnerte Dielen, ein Streuselkuchen frisch aus dem Ofen steht auf dem Küchentisch, die Oma sitzt mit der Kaffeemühle zwischen den Knien und mahlt Kaffeebohnen. Dann gießt sie anschließend eine Kanne frischen Kaffee auf. Diese Gerüche und der Duft nach frischem Kaffee, die durch die Stube wehten, werde ich nie vergessen.

Jeder, der Kaffee liebt, weiß, was ich meine. Eine Kaffeestudie aus diesem Jahr hat nachgewiesen, dass in Deutschland über 60 Prozent der Befragten zu einem Filterkaffee nicht „Nein“ sagen können. Mittlerweile wird ja viel Wert darauf gelegt, dass ein Kaffee aus Bio-Bohnen hergestellt wird und diese wiederum Fair Trade gehandelt werden. Was genau ist eigentlich Fair Trade? Heute mal ein Blog-Beitrag zu diesem Thema.

Was genau ist eigentlich Fair Trade?

Da wird ein Produkt mit einem Fair Trade-Siegel versehen. Aber was sagt mir dieses Siegel nun genau? In erster Linie steht ein Fair Trade-Siegel für den Ansatz, dass die produzierenden Kleinbauern einen angemessen Preis für ihr Produkt erhalten, mit dem sie menschenwürdig leben können. Das ist nämlich nicht immer so. Immer mehr Menschen konsumieren zwar Lebensmittel wie Avocado oder Couscous, wollen aber natürlich nicht zu viel dafür bezahlen. Der Absatz geht über den Preis – billig, billiger, am billigsten.

Fair Trade
(Quelle: © nullplus/shutterstock)

Es ist mir schon klar, dass sich nicht jeder teure Produkte leisten will oder kann. Aber das ‚geht es noch billiger‘ trifft am Ende leider die Schwächsten in der Kette: Die Erzeuger der Nahrungsmittel, also die Bauern! Viele von ihnen bekommen so wenig Geld für ihre Erzeugnisse, dass sie sich die selbst angebauten Produkte gar nicht mehr leisten können. Dies soll mit einem solchen Siegel verhindert werden.

Was uns Fairtrade-Siegel sagen

An sich gibt es eine Vielzahl verschiedener Siegel, wobei wir bei vielen dieser Siegel wahrscheinlich gar nicht wissen, was genau dahinter steckt. Schließlich findet man auf beinahe jeder Verpackung mindestens einen Aufdruck, der uns mit einem Versprechen locken soll.

Das gängigste Siegel ist das der Fairtrade Labeling Organisation International (kurz FLO). Das betreffende Siegel ist Blau, Schwarz und Grün (eine Auswahl verschiedener Kaffeesorten mit diesem Siegel findet man beispielsweise hier). Hinter der FLO) verbirgt sich der weltweit größte Zusammenschluss vieler Organisationen, die das Siegel für gerechten Handel vergeben. Das Problem ist allerdings, dass an sich jeder Bezeichnungen wie „Fair Trade“ oder „fairer Handel“ auf die Ware drucken lassen kann.

Das Siegel bekommen allerdings nur diejenigen Anbieter, die zum einen bestimmte Kriterien erfüllen und zum anderen eine Gebühr von 5.000 Euro bezahlen. Wichtige Faktoren sind unter anderem:

  1. Ein Fairtrade-Mindestpreis muss unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung an die Kleinbauern bezahlt werden.
  2. Der Anbau erfolgt umweltschonend.
  3. Kinderarbeit ist absolut verboten!
  4. Geregelte Arbeitsbedingungen müssen nachgewiesen werden.

Welche Vor- und Nachteile verbergen sich hinter dem Siegel?

Vorteile Nachteile
Schutz der Produzenten vor Preiseinbrüchen

Einkommenssicherheit durch Mindestpreisgarantie

Förderung der Mit- und Selbstbestimmung der Bauern

Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen armen Kleinbauern, die keine Fairtrade-Produzenten sind

Der Großteil des Verkaufserlöses geht nicht an die Bauern, sondern an die Importeure und Zertifizierungsstellen

Mein Fazit

Ich bin mir nicht sicher, ob viele der Siegel wirklich besonders aussagekräftig sind und ob diese Fair Trade-Ansätze die Zustände in der Welt auf absehbare Zeit verbessern. Trotzdem finde ich: Die Fair Trade-Siegel sind ein guter Anfang. Zumindest kann man mit dem Kauf FLO-zertifizierter Produkte halbwegs sicher sein, dass kein Kind arbeiten muss und die Kleinbauern ihr Geld erhalten. Wünschenswert wäre natürlich, dass der Fair Trade-Gedanke bei allen Waren flächendeckend, vom Kaffee über Kakao oder Tee bis hin zu anderen Produkten und Nahrungsmitteln angewandt wird. Der Anfang ist zumindest gemacht – und als Verbraucher kann man wählen – oder wie sehen Sie das?

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