Schlechte Nachrichten für Leute, die 2027 auf sinkende Preise für RAM-Bausteine setzen. Der US-Speicherhersteller Micron hat sich in einem vertraglichen Deal mit Kunden das astronomische Preisniveau für RAM-Bausteine über einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert.
Zum Hintergrund: Die Micron Technology Inc. ist ein US-amerikanischer Hersteller von Speicherelementen für Computer. Das mit Hauptsitz in Boise, Idaho, USA, geführte Unternehmen belegte 2024 den sechsten Platz der größten Halbleiterhersteller der Welt und verfügt über 11 Produktionsstandorte weltweit.
Astronomische Hardwarepreise durch KI-Hype
Ich hatte es hier im Blog ja mehrfach – erstmals im November 2025 im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % als Thema angesprochen. Der Chef des Cloud-Anbieters OVH rechnet seinerzeit bereits damit, dass die Preise für Cloud-Leistungen 2026 um 5-10% anziehen werden. Als Grund wurde damals bereits die Nachfrage im KI-Bereich genannt. Die gesamte weltweite Produktionskapazität verlagert sich auf die sehr rentablen Speicher, die in GPUs für KI-Anwendungen verwendet werden. Die Speicherhersteller haben 2026 ihre Produktion auf HBM-Speicher für GPUs umgestellt.
Aber es sind nicht nur RAM-Preise, die steigen, sondern auch SSD und andere Komponenten. Im Beitrag Exorbitante Preissteigerung bei RAMs etc., wie geht ihr damit um? hatte ich zum Jahresbeginn gefragt, wie Dienstleister mit der Situation in Angeboten umgehen. Es gab zwar die vage Hoffnung auf nachlassende Preise (siehe Dell macht keine Speicherupgrades mehr; DDR5-Speicherpreise fallen erstmals).

War aber ein Strohfeuer, im Beitrag Hetzner Preiserhöhung für Server seit 15. Juni 2026 hatte ich obigen Tweet erwähnt. Der Regionalleiter von Hersteller Lexar geht laut Tweet davon aus, dass sich die RAM-Preise bis Ende 2026 verdoppeln werden. Die derzeitige "stabile" Preisentwicklung sei eine Illusion. Der Mann hatte Recht oder Insider-Informationen.
Strategische Kundenvereinbarung zu RAM-Mindestpreisen
Es gab zum 24. Juni 2026 eine Meldung von RAM-Hersteller Micron im Rahmen des "Earning Calls für das 3. Quartal 2026", die die Fachwelt aufmerken ließ. Darin wird bestätigt, dass die AI-Entwicklung die RAM-Preise nach oben treibt. Für Micron eine strategische Geschichte, die die Geschäftsaussichten beflügelt. Micron hat laut Tom's Hardware langfristige Lieferverträge (Long-Term Agreements, LTAs) mit Großkunden aus den Bereichen Rechenzentren, Consumer, Automobilindustrie zur Lieferung von RAM-Speichern abgeschlossen. Diese (Supply Chain Agility-Verträge, SCAs) sollen sicherstellen, dass für diese Kunden eine stetige Versorgung mit 3D-NAND und/oder DRAM sichergestellt wird.
In diesem Zusammenhang hat Micron bekannt gegeben, dass es 16 strategische Kundenvereinbarungen (SCAs) aus den genannten Bereichen unterzeichnet habe, von denen 14 einen Wert von rund 100 Milliarden US-Dollar haben.
14 der 16 von uns unterzeichneten SCAs weisen über die verbleibende Vertragslaufzeit einen kumulierten Umsatz zu Mindestpreisen gemäß unseren Verträgen von etwa 100 Milliarden US-Dollar auf. Im Rahmen der bisher unterzeichneten SCAs rechnen wir mit Bareinzahlungen und damit verbundenen finanziellen Zusagen in Höhe von 22 Milliarden US-Dollar."
Micron hat also gerade "strategische Kundenvereinbarungen" abgeschlossen, die einen Mindestpreis für die RAM-Bausteine gewährleisten. Während Tom's Hardware noch schreibt, dass Micron keine Aussage treffen könne, wann die "RAM-Preiskrise" vorbei sei, geht The Register weiter. Dort heißt es, dass der Speicherhersteller für die nächsten fünf Jahre hohe RAM-Preise prognostiziert.
Sanjay Mehrotra, CEO, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Micron, erläuterte die SCAs in einer vorbereiteten Rede, die er während der Telefonkonferenz hielt, heißt es bei The Register. Die mit Micron unterzeichneten 16 SCAs laufen zum Großteil von 2026 bis 2030. Und die Vereinbarungen beinhalten eine Verpflichtung, eine bestimmte Produktmenge zu kaufen und diese innerhalb einer Preisspanne zu bezahlen, die einen Mindest- und einen Höchstpreis umfasst. Der Mindestpreis deckt, so The Register, die oben erwähnten historisch hohen Bruttomargen ab, und der Höchstpreis bedeutet, dass Kunden, die das SCA unterzeichnet haben, gegen weitere Preissteigerungen abgesichert sind.
Keine guten Aussichten, dass da was bei RAM-Speicherpreisen mal billiger wird. Selbst wenn der KI-Hype abflauen wird, gibt es die oben erwähnten Verträge – und andere RAM-Hersteller werden ähnlich agieren. Die Speicher- und Hardware-Preise schlagen inzwischen voll auf dem Markt durch: Höhere Gerätepreise, höhere Cloud-Kosten und schwächeres Geschäft für Hersteller von Rechnern oder Mobilgeräten etc.
Die Windows 10 ESU-Supportverlängerung für Consumer um ein Jahr durch Microsoft dürfte auch in diesem Kontext zu sehen sein.
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MVP: 2013 – 2016





Wir dürfen gespannt sein, ob da wirklich keine Ausstiegsklauseln in den Verträgen sind. Bei so langen Vertragslaufzeiten wäre das dann eher ungewöhnlich. Aber insgesamt natürlich erstmal ein Bockmist für (End-)Verbraucher…
Und dann kommt ein chinesischer Anbieter auf die Idee, dass die Menge den Umsatz und damit den Gewinn macht, steigt mit billigem, RAm und Flash ein und die Vertragspartner von Micron stehen schön blöd da, weill sie sich gebunden haben.
Könnte so kommen, wenn es eine Überproduktion gibt. Die oben genannten Kundensegmente sind imho auf zertifizierte Bausteine und Sicherheit von Lieferketten fixiert. Der billige Chinese kommt dann höchstens im billigen China-Ramsch vor. Aber warten wir es ab, ob und wann dem KI-Zyklus die Puste ausgeht … ich hoffe, dass meine Hardware möglichst noch 5-10 Jahre hält – dann bin ich mutmaßlich aus dem Zirkus raus.
Die Abnehmer der Chipse müssen aber auch entsprechende Umsätze generieren, angeblich hat Micron eine Marge von 84%! Und der Chinese kann angeblich KI mit weniger Ressourcen und damit billiger?
Ich empfehle Markus Fugmann auf youtube dazu, morgens und abends gibt er hervorrange Markteinschätzungen (ein bißchen "bärisch" ist er, aber Vorsicht ist die Mutter aller Pozelanküchen).