Microsoft Access: Macht die Aufhebung der Beschränkung der Bildschirmgröße Ärger?

Microsoft rollt wohl einen Fix für Access aus, der die Begrenzung der Bildschirmgröße auf 22 Zoll aufheben soll. Allerdings liegen mir erste Informationen vor, dass es nun Probleme mit der Darstellung von Access-Formularen geben soll. Ich tippe darauf, dass das zusammen hängen könnte.

Access: Beschränkung der Bildschirmgröße aufgehoben

Ich bin Ende Juni 2026 auf den Beitrag Microsoft Access finally breaks free of its 22-inch form limit bei The Register gestoßen. Die Botschaft lautete, dass Microsoft in Access eine Beschränkung der Bildschirmgröße auf 22 Zoll, die noch aus der Zeit der Kathodenstrahlmonitore stammt, aufheben wolle.

The Register verwies auf Microsofts Techcommunity-Beitrag Access begins rollout of Big Forms for Modern Monitors feature vom 19. Juni 2026, der einige Details erwähnt. Dort heißt es, dass Microsoft Access-Formulare seit zwei Jahrzehnten einer gestalterischen Einschränkung unterlegen haben: Die Formulare konnten maximal für einen Bildschirm mit einer Größe von 22 Zoll gestaltet werden. Dieser Wert war auf die damalige Größe der Monitore abgestimmt.

Genau diese Grenze soll nun fallen. Microsoft schrieb, dass man derzeit einen Beta-Test fahre. Man will Kunden des "Current Channel" die neue Funktion voraussichtlich bis zum 21. Juli 2026 als Vorschau der Version 2607 zur Verfügung stehen.

  • Formulare können dann die bisherige Größenbeschränkung von 22 Zoll überschreiten.
  • Steuerelemente können über die bisherige Grenze hinaus platziert werden.
  • Formularabschnitte können in deutlich größeren Abmessungen gestaltet werden.

Entwickler sollen umfangreichere und detailliertere Geschäftsanwendungen erstellen können. Für Kunden bedeutet dies bei der Entwicklung von Dashboards, operativen Arbeitsbereichen, Bestandsverwaltungssystemen, CRM-Lösungen oder andere komplexen Anwendungen, dass in Access-Formularen mehr Inhalte gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt werden können, ohne dass die Benutzer zwischen mehreren Formularen hin- und herwechseln müssen. Zudem soll ein Multimonitor-Betrieb möglich sein. Die Details der Anzeigeerweiterung sind dem Microsoft Techcommunity-Beitrag zu entnehmen.

Nutzerbericht zu Access Darstellungsproblemen

Zum 4. Juli 2026 hat sich Blog-Leser Wolfram Oldörp mit diesem Kommentar hier im Blog gemeldet. Ich weiß nicht, ob das Ganze bereits mit obiger Ankündigung zusammen hängt. Aber Wolfram schrieb, dass sich in Microsoft Access das Verhalten der Skalierung von Formularen geändert habe. "Es sollen nun große Monitore unterstützt werden", lautete seine Aussage – also genau das, was oben beschrieben wird.

Der Leser merkte dazu an, dass bei einem Rechner mit AMD-Prozessor und Thunderbolt -Docking eine bestehende Anwendung massiv beeinträchtigt werde.

  • Fenster zeigen beim Öffnen zunächst kleinere Unterformulare/Bilder und skalieren später.
  • Öffnen der Anwendung bzw. der Formulare dauert wohl auch länger.

Der Leser mutmaßt, dass eine geänderte interne Event Abfolge (Subform nicht an der Stelle wie bisher initialisiert um Record-Count zu holen) dafür verantwortlich ist. Er wird wohl über 100 Kunden informieren, die Access-Version 2606 (Build 16.0.20131) nicht zu installieren. Hat noch jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sind das die Vorboten der obigen Microsoft-Ankündigung?

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9 Kommentare zu Microsoft Access: Macht die Aufhebung der Beschränkung der Bildschirmgröße Ärger?

  1. R.S. sagt:

    Es ist nicht die Bildschirmgröße von 22 Zoll.
    Ein Formular/Bericht ist bisher auf 22 Zoll (55,88 cm) Breite beschränkt und Formular- und Berichtsabschnitte auf eine Länge von 22 Zoll.
    22 Zoll Breite entspricht einer Bildschirmdiagonale von 25 Zoll bei einem 16:9 Monitor.
    Und bei einem alten Röhrenmonitor mit 4:3 oder 5:4 sogar für knapp 28 Zoll.
    Das war schon in die Zukunft gedacht, denn damals gab es Röhrenmonitore nur bis ca. 21 Zoll Diagonale.

    Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn man kann ja auf einem Formular/Bericht die Größe der Elemente frei bestimmen.
    Und zwar sehr fein in einer Abstufung von 1 Twip (= 0,0176 mm).
    Und wenn man die Elemente kleiner macht, bekommt man mehr Elemente drauf.

    Wobei das keine gute Idee ist, denn je mehr Elemente sich auf einem Formular/Bericht befinden, desto unübersichtlicher wird es.

    Und Berichte werden ja meist ausgedruckt und da reicht die 22 Zoll Beschränkung für DIN A3 und fast noch für DN A2 bzw., wenn man mehrere Berichtsabschnitte hat, auch für DIN A2 (Länge 23,38 Zoll).

    Übrigens einsprechen die 22 Zoll genau 31.680 Twips.

    • Büser Micha sagt:

      Das spricht für ShortInts als Wertebereiche für die Koordinaten:
      Für die vollen 23 Zoll reichten die 32.767 oder 32.768 möglichen Werte nicht aus, also beschränkte man sich auf 22.

      Reine Spekulation, aber informatisch plausibel.

      • R.S. sagt:

        Diese Gedanken hatte ich auch.
        MS könnte das auf unsigned ändern, dann hätte man 65535 als Bereich.
        Dann hätte man 45 Zoll = 114,3 cm als Grenze.
        Oder alternativ LongInt, dann hätte man satte 1491308 Zoll = 3787 KM als Grenze.

        • M sagt:

          Hallo,

          Access kam um 1992 auf den Markt – da war Long Int was für Science Fiction und Super-Computer.

          Vorzeichenbehaftete Koordinaten sind für Layouts die bessere Wahl. Damit kann man Sachen außerhalb des 'Papierbereichs' ablegen und wieder holen und – das wird vermutlich der Grund sein – man kann die gleiche Datenstruktur (bzw. Datentyp, z.B. struct Tupel {int x, int y};) für die absolute und relative Positionierung benutzen.

          Das ist ein weiteres Kapitel aus dem endlosen Roman "Altlasten, Abwärtskompatibilität und andere Schauergeschichten".

          Grüße

  2. FlowRyan sagt:

    Warum war damals die Größe entscheidend und nicht die Auflösung?

  3. Heinrich Moser sagt:

    "Er wird wohl über 100 Kunden informieren, die Access-Version 2606 (Build 16.0.20131) nicht zu installieren."

    Office im Current Channel zu verwenden, ist bei geschäftskritischen Access-Anwendungen ganz allgemein keine gute Idee.

    Microsoft programmiert gerade fleißig an Access herum. Das ist prinzipiell eine sehr coole Sache (neben den breiteren Formularen kommt auch ein Zoom-Feature), aber der Current Channel bekommt die Sachen halt schon wenn sie "halbfertig" sind: Das Zoom-Feature hat beispielsweise noch einige bekannte Bugs bzw. Unschönheiten und ist noch nicht für alle Formulararten umgesetzt, trotzdem ist es im Current Channel schon seit Mitte Mai verfügbar. Im Monthly Enterprise Channel ist es noch deaktiviert, und das ist auch gut so. Zusätzlich dazu rollt Microsoft manchmal absichtlich Vorschau-Builds bei einer bestimmten Menge an Current-Channel-Nutzern aus, um Features zu testen.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Im geschäftskritischen Access-Umfeld lieber den Monthly Enterprise Channel nutzen (der Semi-Annual Channel wurde leider eingestellt), und gut ist's.

    Weiterführende Links/Quellen:
    * Anleitung zur Umstellung des Update-Kanals: https://www.accessforever.org/post/demystifying-microsoft-365-update-channels
    * Momentan bekannte Access-Bugs: https://www.isladogs.co.uk/bug-summary-2606/index.html
    * Experimente im Current Channel: https://www.accessforever.org/post/guinea-pigs-on-the-current-channel

    • Günter Born sagt:

      Ist aber das alte Problem: Der Kunde entscheidet, was er für einen Channel verwendet – der Entwickler darf die Scherben aufkehren, wenn seine Software Probleme bekommt.

      • Heinrich Moser sagt:

        Eh, und das ist natürlich lästig.

        Wir als Access-Software-Entwickler haben diesbezüglich an unsere Kunden eine klare Empfehlung ausgesprochen, und die meisten halten sich daran – auch aus Eigeninteresse. Und die, die es nicht tun, wissen inzwischen aus leidvoller Erfahrung, wie man auf eine ältere Office-Version zurücksetzt.

    • Chriw sagt:

      Nur wenn alle in den Monthly Enterprise Channel gehen, wird der Fehler nicht auffallen, da die Nutzung von Access im Privaten Bereich gegen 0 tendiert, ist ja noch nichtmal Bestandteil von den privaten Office Paketen. Wenn das Problem nicht auffällt, wird es später mit ins Monthly Enterprise Channel Update wandern.

      So gesehen sollte man als froh sein das nicht alle im Monthly Enterprise Channel sind!

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