Noch eine kurze "non"-Meldung aus dem Microsoft Kosmos, die für Nutzer relevant ist, die sowohl Windows 10 als auch Microsoft 365 einsetzen. Microsoft friert M365 diesen Monat "funktional" ein. Damit sollen unter Windows 10 M365-Installationen letztmalig ein funktionelles Update erhalten. Künftig werden nur noch Windows 11-Clients mit M365-Funktionsupdates versorgt.
Office-Support in Windows 10 bis 2028
Microsoft hat zugesagt, Office-Anwendungen unter Windows 10 mindestens bis zum 10. Oktober 2028 zu unterstützen (siehe meinen Blog-Beitrag Windows 10: Solange bekommen Microsoft 365-Apps noch Updates). Die Information findet sich im Microsoft Supportbeitrag Windows 10 end of support and Microsoft 365 Apps, der letztmalig am 25. Juni 2025 aktualisiert wurde. Jetzt ist aufgefallen, dass dort genaueres zum Microsoft 365-Update-Angebot gesagt wurde.
Geräte, auf denen Microsoft 365 Apps unter Windows 10 ausgeführt werden, erhalten Funktionsupdates bis zur Veröffentlichung der Version 2608. Diese Version soll zu den folgenden Terminen bereitgestellt werden:
- August 2026 für den Current Channel (einschließlich aller Versionen für Einzelpersonen und Familien)
- 13. Oktober 2026 für den monatlichen Enterprise Channel
- 12. Januar 2027 für den halbjährlichen Enterprise Channel (der aber bereits auf den monatlichen Kanal umgestellt wurde).
Nach diesem Datum gibt es keine Funktionsupdates für Microsoft 365-Apps unter Windows 10 mehr. Die Installationen werden aber weiter funktionieren, bleiben aber auf der Version 2608 stehen. Um die Sicherheit der Apps unter Windows 10 zu gewährleisten, stellt Microsoft für alle Microsoft 365-Installationen Sicherheitsupdates bis zum 10. Oktober 2028 bereit.
Angeblich M365-Einschränkungen für Windows 10
Jetzt sieht es so aus, dass der Support für Windows 10 doch (zumindest im Hinblick auf funktionelle Updates) endet. Die Details hat Windows Latest wohl in Erfahrung gebracht, die das Ganze im Beitrag Microsoft is limiting Microsoft 365 & OneDrive on Windows 10 to push holdouts to Windows 11 aufgegriffen haben. Ich bin z.B. über folgenden Post auf diesen Sachverhalt aufmerksam geworden.
Microsoft 365 soll diesen Monat die Version 2608 für Windows 10 erhalten. Das sei das letzte Funktionsupdate für diese Plattform. Bis dahin gilt, dass "Funktionsupdates und Copilot-Unterstützung, sofern sie dafür infrage kommen, bis Version 2608 veröffentlicht werden". Anschließend würden die Anwendungen auf dieser Version verharren und erhalten "bis zum 10. Oktober 2028 ausschließlich Sicherheitsupdates" heißt es. Neue M365-Versionen (mit neuen Verheißungen in Form von Funktionsupdates und Copilot-Neuerungen sollen zukünftig dann ausschließlich auf Windows 11-Clients verteilt werden.
Braucht man die Schein-Innovationen überhaupt?
Computer Base fragt allerdings in diesem Artikel berechtigt, ob denn wirklich neue Funktionen zu erwarten sind? Die Scheininnovationen Microsofts drehten sich bei M365 doch um Copilot und AI, etwas, was bei vielen Nutzern "mit Händen und Füßen abgedreht" wird. Viele Anwender und Anwenderinnen "wollen schlicht mit dem Krempel" arbeiten und nicht mit "sinnlosen Features und Bugs" genervt werden.
OneDrive bekommt weiter Updates
Bei Computer Base wird erwähnt, dass OneDrive weiterhin durch Microsoft mit Updates (auch Feature-Erweiterungen) versorgt werden soll. Mir kommt da ad hoc der Artikel Windows 11: Wird Onedrive-Photos-App (mit KI-Gesichtsscan) automatisch installiert? in den Sinn, der Windows 11 Nutzern "auf die Füße" gefallen ist.
Gängelung, um die Leute auf Windows 11 zu locken?
Es geht im Internet in diversen Beiträgen die "Theorie" um, dass Microsoft den Windows 10-Nutzern so eine "Karotte" zum Umstieg auf Windows 11 vorhalten will. Aber ich sage es mal so: Ein Angler weiß "der Wurm muss dem Fisch schmecken". Wer heute noch auf Windows 10 mit ESU oder LTSC unterwegs ist, wird seine Gründe dafür haben und so spät als möglich auf Windows 11 (oder ein alternatives System) wechseln.
Mir fällt zum ganzen Thema folgendes Bild ein: Jemand hat versucht, von einer Brücke einen Stein in den Rhein zu werfen, um die Wellen zu beobachten. Es hat plopp gemacht und der Stein ist auf den trockenen Flussboden gefallen. Keine Welle, nix. Und so ähnlich dürfte es bei Windows 10 und M365 der Fall sein. Niemand wird die "Innovationen" vermissen, solange die Software funktioniert. Dafür zu Windows 11 wechseln? Eher unwahrscheinlich, in meinen Augen.
Persönlich bin ich nicht ganz neutral – Microsoft versucht seit Jahren mir ein Gratis M365-Jahrespaket – für meine Tätigkeit als Community-Moderator – zu spendieren. Ich habe mich verweigert und nutze weiterhin produktiv Word 2000 sowie LibreOffice (oder ggf. SoftMaker Office). Geprägt wird diese Aversion gegen Microsofts "Scheininnovationen" auch durch die Erfahrung, dass ich Jahrzehnte zu jedem Microsoft Office mindestens ein Buch, teilweise für Microsoft Press, verfasst habe. Seit Microsoft Office 2019 war der Eindruck, dass nur noch Eye-Candies in Form von umgepinselten Icons, weggefallenen Funktion und Bugs die neuen Versionen ausmachten. Ich habe als letztes Buchprojekt was zu Microsoft Office 2021 verfasst und dann den Exit eingeleitet, weil "Bücher" da keinen Sinn mehr machten. Ich verfüge daher über alle Perpetual Lizenzen für die diversen Office-Versionen seit Office 2000. Beobachtung meinerseits war, dass ich nach jedem Buchprojekt die "aktuelle Office-Version deinstalliert" habe und auf Office 2000 zurück gegangen bin, um arbeiten zu können.
Nun ja, die Rolle als Community-Moderator hat mir Microsoft im Juli 2026 entzogen, nachdem ich ewig nichts mehr in den Communities gemacht habe (keine Lust, irgendwo zwischen AI-Slop-Antworten von Community-Bots den Mist aufzuwischen, den die Entwickler hinterlassen haben). Damit ist meine Möglichkeit entfallen, einen Community-Thread an die Microsoft Moderatoren zu eskalieren und diese zu bitten, das Ganze an den Support weiter zu leiten.
In Zeiten von AI-Bots wurde diese Schiene eh obsolet, denn mit Bots kommunizierst Du nicht. Außerdem versteht der Resterumpf von Microsoft eine Problembeschreibung wohl nur, wenn diese per Video eingereicht wird. Aber das ist jetzt "böse Polemik", obwohl es genau so kam, als mein MVP-Award vor vielen Jahren nicht verlängert wurde. Ich hatte mich geweigert, ein Video mit einer Bewerbung einzureichen und dem Team ziemlich unverblümt geschrieben, "sie sollen sich den MVP-Award hinter den Spiegel auf dem Klo stecken", wenn es am Video hängt und meine Aktivitäten als Autor nicht als Nachweis reichen. Ist der Ruf als MVP erst ruiniert, bloggt sich's gänzlich ungeniert – denn damit entfällt auch die Basis für ein vor ewigen Zeiten abgeschlossenes Non Disclosure Agreement (NDA).




MVP: 2013 – 2016





Endlich mal positive Nachrichten für Windows 10-Nutzer. Sie werden ab sofort von neuen Microslop-Funktionen verschont.
Bei uns knallen auch gerade die Sektkorken!
also nur noch Security Updates… ist doch gut! Kein Verschlimmbessern mehr. Sektkorken knallen lassen ;-P
Moin!
Einer der allerbesten Beiträge überhaupt – und verbunden mit einer sehr guten Nachricht für MS365-Nutzer auf W10.
Ich hatte den Beitrag bei Martin Geuß schon innerlich gefeiert. Endlich Ruhe, endlich kein Nagging mehr.
Zur Gesamtentwicklung: Einfach jedes Satzzeichen spricht mir aus der Seele!! Danke für diesen Beitrag.
Microsoft versaut es täglich mehr, ganz ohne Not!
Es betrifft nicht nur Win10 sondern auch Windows Server 2022, also auch Firmen die dieses OS in einer RDP-Umgebung betreiben.
Was ich trotz intensiver Recherche nicht gefunden habe: Eine klare Aussage seitens MS in Bezug auf Unterstützung von Teams auf Win2022 über den Oktober 2026 hinaus. Da scheint es zwar keinen Support mehr zu geben, aber (hoffentlich) auch keinen harten Kill-Switch…
Man tut halt einfach alles dafür das unsägliche Windows 11 zu erzwingen. Die guten Zeiten sind halt einfach vorbei, ich glaube nicht das wir mit Windows 12 glücklicher werden als mit Windows 11. Server 2025 ist auch so ein Thema für sich, bedienungstechnisch ein Alptraum imho
Sowohl Software als auch Daten alternativlos aus der Cloud, nur noch mit digitalem ID, das wird die Zukunft. Bedeutet 100% Abhängigkeit des ganzen Landes.
" Server 2025 ist auch so ein Thema für sich, bedienungstechnisch ein Alptraum imho"
Den habe ich bisher noch nicht zwischengehabt, ist die Bedienung so viel schlechter als bei Server 2022? Am schlimmsten fand ich was das anging bisher tatsächlich Server 2012 (ohne R2) und Server 2016.
Server 2025 hat die gleiche Oberfläche wie Win11, nur neulich wurden die Update-Pfade getrennt, so dass es bei 2025 langsamer gehen sollte. Eventuell auch weil ja demnächst 26H2 erscheint. Für Anwender, die 2025 über RDP nutzen, wird es einfacher, weil die Bedienung gleich ist wie Win11