Apple versendet Warnmeldungen an Spionageopfer

Besitzer von Mobilgeräten wie iPhones bekommen nun von Apple Warnungen über iOS geschickt, wenn sie in Gefahr geraten, Opfer von Spionagesoftware zu werden. Es gab ja Fälle, wo Benutzer dieser Geräte über die Spionagesoftware Pegasus angegriffen wurden. Durch die Warnung, die direkt auf dem Sperrbildschirm des iPhones und in den Einstellungen angezeigt wird, hofft Apple, die Kunden besser schützen zu können.

Der nachfolgende Tweet geht auf das Problem, dass Apple-Geräte durch Spionagesoftware wie Pegasus angegriffen und ausgeforscht werden, sowie auf die Gegenmaßnahmen von Apple ein.

iOS-Spy-Warning

Wird eine Spionagesoftware auf dem Gerät gefunden, versendet Apple Warnmeldungen an Opfer. Diese werden auf dem Sperrbildschirm des iPhones und in den Einstellungen angezeigt.

Apple verschickt laut obigem Tweet außerdem eine E-Mail von threat-notifications@email.apple.com. Unter dem Apple Account sollten Nutzer überprüfen können, ob es sich um eine echte E-Mail handelt. Die Details lassen sich im Apple-Dokument About Apple threat notifications and protecting against mercenary spyware nachlesen.

Jamf hat mir noch folgende Information dazu geschickt: "Eine Benachrichtigungskampagne in 110 Ländern klingt alarmierend. Das Ausmaß zeigt jedoch vor allem, wie groß die Reichweite der Spyware-Branche inzwischen ist, und sagt wenig über das Risiko für durchschnittliche iPhone-Nutzer aus. Mercenary Spyware ist ein Präzisionswerkzeug. Angreifer wählen ihre Ziele danach aus, wer sie sind, über welches Wissen sie verfügen und mit wem sie kommunizieren, nicht weil ihre Geräte besonders anfällig wären. Tatsächlich setzen solche Werkzeuge gerade deshalb auf Zero-Day-Exploits, weil die Schutzmechanismen des iPhone Angreifern keinen einfacheren und günstigeren Weg eröffnen.

Entscheidend ist hier, welchen Schritt Apple gegangen ist. Die Warnmeldungen erscheinen nun direkt auf dem Sperrbildschirm. Damit gelangen Erkenntnisse über konkrete Bedrohungen, die früher vor allem in Kreisen der Sicherheitsforschung kursierten, innerhalb von Sekunden zu den betroffenen Personen. Gleichzeitig erhalten sie klare Hinweise zu den nächsten Schritten. Apple verweist darauf, dass der Lockdown-Modus die Angriffsfläche deutlich reduziert und speziell vor hochentwickelten, gezielten Angriffen mit Mercenary Spyware schützen soll. Dadurch können die Warnmeldung und die darauf folgende Reaktion einen konkreten Schutz bieten, statt lediglich symbolischen Charakter zu haben.

Es wäre jedoch ein Fehler, darin ausschließlich eine Geschichte über Journalisten und Aktivisten zu sehen. Die wirtschaftlichen Strukturen hinter Mercenary Spyware führen dazu, dass zunehmend auch Führungskräfte, Verhandlungsführer und Personen mit privilegierten Zugriffsrechten ins Visier geraten. Erscheint eine solche Warnung auf einem dienstlich genutzten Gerät, sollte das Unternehmen sie ab der ersten Minute als Sicherheitsvorfall behandeln. Das Gerät sollte gesichert und nicht gelöscht, der Lockdown-Modus aktiviert und spezialisierte Unterstützung hinzugezogen werden. Sicherheitskonzepte, die ausschließlich kompromittierte Laptops berücksichtigen, sind aus der Zeit gefallen."

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Ein Kommentar zu Apple versendet Warnmeldungen an Spionageopfer

  1. Heinz sagt:

    Die Geister…

    Sollte diese Software nicht (gesichert!) nur hoechsten Geheimdiensten vorbehalten sein?

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