Von der MediTech (atmOS GmbH) wird das Produkt automedic für Arztpraxen angeboten. Es handelt sich um einen KI-gestützten Telefonassistent, der die Arztpraxen entlasten soll. Jetzt ist der automedic-Dienst aber wohl seit Tagen gestört – da hat es sich ausgedient mit der Assistenz. Wenn meine Recherchen nicht trügen, läuft dort eine Insolvenz im Hintergrund. Hier eine Übersicht auf die Gemengelage und ein Blick über den Zaun.
KI-Telefonassistent automedic
Ärzte laufen in das Problem, dass Anrufe zur Terminvereinbarung die Anmeldung wohl überlasten. Viele Praxen setzen daher auf Doctolib zur Terminvereinbarung – ein Anbieter, der arg in der Kritik steht. Andere verwenden Sprachcomputer, um die Anrufe zu kanalisieren – da habe ich eigentlich gute Erfahrungen gemacht, wenn das clever realisiert wird und die Leute an den Stellen raus kommen, wo ihr Anliegen bearbeitet wird.
Eine weitere Lösung ist bzw. war automedic von der MediTech (atmOS GmbH) aus Holzmaden. Das ist eine Cloud-basierte Lösung für (Haus-)Arztpraxen, die einen KI-gestützten Telefonassistenten, eine digitale Rezeption und eine Patienten-App zur Entlastung des Praxispersonals bietet. Auf dieser Webseite findet sich noch eine Beschreibung von automedic.
Mit der Patienten-App automedic wird Ihr Praxisalltag entspannter und der Verwaltungsaufwand minimiert. Patienten können über die App ihre Dauermedikation bequem bestellen, wobei der Medikationsplan durch Sie freigegeben wird.
Zusätzlich zeigt die App dem Patienten die Reichweite seiner Medikamente an und warnt bei niedrigem Bestand.
Darüber hinaus bietet automedic eine intelligente Online-Terminbuchungsfunktion direkt in Ihren EVA-Terminkalender.

Die automedic-App gibt es für Android (ab Version 7) und iOS (ab version 17.6). Bei Android sind mir ad-hoc die durchaus schlechten 1-Sterne-Bewertungen der letzten Wochen aufgefallen. Es wird von nicht mehr funktionierender App, nicht per https erreichbarem Server etc. berichtet.
Ein Leserhinweis: Kann Hausarzt nicht erreichen
Blog-Leser Wolfgang hat mich heute per E-Mail kontaktiert, weil er als Patient in ein Problem gelaufen ist. Wolfgang schrieb, dass seine Hausarztpraxis automedic seit gut einem Jahr als Zwang einsetzt. Man kommt – außer mit einem Hausarztwechsel – nicht nicht drum herum. Dann beschreibt er die Situation bei diesem Arzt, die sich durch die automdic-Lösung zur Entlastung des Praxispersonals ihn als Patient so darstellt:
- Es geht also beim Arzt keiner mehr ans Telefon, sondern man telefoniert mit einer KI
- Eigentlich soll man aber die automedic-App nutzen – das sagt einem auch die KI-Stimme, wenn man beim Arzt anruft
- in der App können die Patienten unter anderem die Online-Terminbuchung, Rezeptbestellung und Bestellung von Überweisungen vornehmen
Ok, wenn es dann noch funktioniert, könnte man es ja nutzen. Der Leser merkt dazu im O-Ton an:
Eine Katastrophe, vor allem für ältere Patienten. Resultat: Jeden Morgen stehen Massen von Personen Ü70/Ü80 direkt an der Rezeption und machen Termine und bestellen Rezepte, weil sie weder mit einer KI sprechen wollen noch eine App möchten. Ob so die Entlastung funktioniert?
Aber Wolfgang ist, wie die Leser des Blogs, IT-affin und hat in den sauren Apfel gebissen. Nun schilderte er mir seine neuesten Erfahrungen: "Ich habe die App notgedrungen und wollte ein Rezept bestellen. Seit Sonntag [wohl 18.8.2026] geht nichts mehr, ein Login bei der App ist nicht möglich." Es komme die Meldung "Serverstörung". Als er dann am Wochenanfang beim Hausarzt anrief, hatte er plötzlich wieder mit echten und normalen Menschen am Telefon zu tun. Die Cloud-basierte KI-Anlage wäre abgeschaltet hieß es. Aussage vom Praxis-Personal: „Die App hat uns verlassen". Der Leser hat dann weiter nachgehakt und schrieb:
- Ruft man bei der Servicehotline des App Herstellers unter +49 7819 5633971 an, wird man mit einer Ansage in feinstem US-Englisch abgewiesen.
- Die Webseite https://meditech-ai.de/ ist nicht mehr erreichbar, und liefert einen SSL-Fehler (habe ich selbst versucht, es gibt kein SSL
- Man kann versuchen, die Webseite per http://www.meditech-ai.de/ aufzurufen. Der Leser schrieb, dass die Seite ohne SSL erreicht werden kann und dann einen 403-Error liefert.
Ich habe die Seite mal aufgerufen und bekomme von Strato den Hinweis, "Diese Internetpräsenz ist zur Zeit nicht erreichbar. Besuchen Sie diese Seite zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Vielen Dank." Da ist also was "gravierenderes" im Busch.
Nachtrag: Irgendwann am 25. August 2026 wurde ein Let's Encrypt-Zertifikat zugewiesen.
Ausgestellt am: Mittwoch, 8. Juli 2026 um 16:10:38
Gültig bis: Dienstag, 6. Oktober 2026 um 16:10:37
Der Leser vermutete erst einen Cybervorfall, und befürchtete einen Abfluss seiner Daten, hat mir dann in einer Nachtragsmail aber etwas von "wirtschaftlichen Problemen" geschrieben.
Insolvenzverfahren zum 1. August 2026
Ich habe dann recherchiert, Entwickler der automedic-App ist Daniel Teigland von der MediTech GmbH, Aichelberger Str. 12, 73271 Holzmaden. Sowohl die Seite auf NorthData als auch das Insolvenzradar melden, dass ein Insolvenzverfahren (16 IN 391/26 Amtsgericht Esslingen – Insolvenzgericht) über das Vermögen der MediTech GmbH, Aichelberger Straße 12, 73271 Holzmaden, vertreten durch die Geschäftsführer, eröffnet wurde.
Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
Dabei heißt es im Detail: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 01.08.2026 um 09.00 Uhr eröffnet. Zur Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Nora Sickeler, Reinsburgstraße 27, 70178 Stuttgart, Telefon: 0711 9668913, Email: n.sickeler@grub-brugger.de, bestellt.
Verschlungenes Firmenkonstrukt
Ich habe dann bei NorthData nachgeschaut. Der Eintrag zur MediTech GmbH auf NorthData zeigt schon eine recht verworrene Struktur an Beteiligungen.

Als Geschäftsführer der MediTech GmbH (Amtsgericht Stuttgart, HRB 788011) waren laut Internetrecherche zuletzt folgende Personen im Handelsregister eingetragen oder aktiv an der Gründung und Leitung beteiligt:
- Daniel Teigland (seit der Eintragung im Januar 2023)
- Wolfgang Fink (Co-Founder & CEO der übergeordneten Struktur/atmOS)
Herr Teigland wurde oben als Entwickler der automedic-App erwähnt. Die MediTech GmbH wird laut NorthData zu 100% von der vMBFT GmbH, Holzmaden, gehalten. Deren Zweck ist:
"Das Erwerben, Halten, Verwalten und Veräußern von Unternehmensbeteiligungen sowie Immobilien und das Erbringen von Beratungsdienstleistungen im ambulanten und stationären Gesundheitswesen insbesondere im Bereich der organisatorischen Transformation im Rahmen der Digitalisierung von Einrichtungen im Gesundheitswesen. Entwicklung, Pflege und Vertrieb von Soft- sowie Hardwarelösungen für ambulante Einrichtungen im Gesundheitswesen."
Mehr Firmen in der Konstruktion in Insolvenz
Blog-Leser Wolfang schrieb mir dazu in einer separaten Mail: "Ist wohl kein Cybervorfall sondern ein Liquiditätsproblem. Das beruhigt mich mit meinen Daten und einem möglichen Abfluss. Einige Firmen des verschachtelten Konstrukts rund um die Geschäftsführer Wolfgang Fink und Daniel Teigland sind vom einen Insolvenzverfahren betroffen."

Der Leser hat mir die vorstehende Übersicht zu Insolvenzbekanntmachungen zukommen lassen. Da hat es wohl heftig gerappelt
Nächste Gründung wohl bereits erfolgt
Dann gibt es noch einen Eintrag auf LinkedIn zur MediTech AI, der noch den Geschäftszweck beschreibt und zwei Mitarbeiter angibt.

Und dort liest man dann in einem MediTech AI Update, also zur gerade in Insolvenz gegangenen Firma, die nachfolgende Botschaft. Der frühere Geschäftsführer der MediTech GmbH, Wolfgang Fink, teilt mit, dass er zum 1. August 2026 mit Daniel Tarten mit der atmOS GmbH durchstarten will.

Ein Unternehmen mit Fokus auf AI-Agenten. Flexibel sind die Leute ja – aber die Kunden der automedic-Lösung dürften mutmaßlich "mit Zitronen gehandelt haben".
Praxen schauen in die Röhre
Wolfgang merkt dazu an: "Somit muss dann meine HA-Praxis irgendwann in die Kommunikation gehen, wie es weiter geht. Oder der Insolvenzverwalter zahlt die Rechnungen des Hosters und es geht erst mal weiter." Hier sehe ich gleich doppelt schwarz:
- Ohne vernünftigen Support im Hintergrund mit Personal wird es in meinen Augen nicht weiter gehen.
- Und für betroffene Arztpraxen dürfte die Lehre sein: "Warum haben wir nicht direkt auf Doctolib gesetzt?"
Zumindest ist mir beim Anbieter Doctolib nichts von einer Schlagseite bekannt. Aber Dotolib hat deutlich andere Probleme – zumindest aus Patientensicht (siehe meine Artikellinks am Beitragsende und nachfolgende Ausführungen).
Noch ein Blick auf Doctolib
Speziell das Thema KI-Training, und die Weitergabe von Patientendaten für "Forschungszwecke" was jetzt in Frankreich gestartet ist, könnte noch für Ärger sorgen. heise hat die Tage zwar in diesem Artikel die Situation bezüglich Doctolib in Deutschland in Form eines Interviews mit Anna Berry reflektiert. Frau Berry hat sich in ihrer Dissertation ausführlich mit Datenweiterverarbeitungen und der Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten in der medizinischen Forschung beschäftigt.
Aber Doctolib ist mir in Verbindung mit Datenskandalen und weiterem Ärger im Hinterkopf. Der Kommentar hier fasst so einige "Vorfälle" mit diesem Anbieter zusammen. Ich versuche, einen großen Bogen um Doctolib zu machen.
Und zu Frankreich, der "Heimat der Dotolib-Muttergesellschaft" kann ich nur sagen, dass dort "die Kacke sprichwörtlich am Dampfen ist", was IT-Sicherheit betrifft. Gerade wurden von den Steuerbehörden Frankreichs Daten von 678.000 Steuerpflichtigen abgezogen. Kurz danach war wohl das Katasteramt dran und eine Plattform, auf der Tierbesitzer ihre Hunde und Katzen registrieren müssen, war auch dran. Vorher gab es einen Angriff, bei dem die Daten von 33 Millionen Krankenversicherten in Frankreich abgeflossen sind (siehe Cyberangriff: Krankenversicherungsdaten von 33 Millionen Franzosen abgeflossen).
Abseits von Doctolib sieht es mit der Speicherung von (Gesundheits-)daten auch nicht gut aus. Jemand hat in diesem heise-Kommentar mal eine "Liste des Grauens" zusammen gestellt, also Fälle, wo in Europa sensible, personenbezogene Daten bei Hacks abhanden kamen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich der ePA (elektronische Patientenakte), Doctolib & Co. verweigere und auch sonst versuche, datensparsam zu agieren (z.B. keine Einkaufs-Rabatt-Apps, kein WhatsApp etc.).
Und in der Branche wird mit harten Bandagen gekämpft, wie ich die Tage im heise-Artikel Patientendaten-Streit: BinDoc klagt gegen Datenschutzaufsicht gelesen habe. Anbieter BinDoc klagt gegen die Datenschutzaufsicht, weil letztere bestimmte Auflagen erteilen wollte.
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MVP: 2013 – 2016





Sehr schön. So ein Datenschutzalptraum hat im Gesundheitswesen nichts zu suchen.
Auf was bezieht sich das? Auf Doctolib?
Keine KI im Kunden Front-End. Tut es nicht.
Die "Ersparnisse" lohnen sich nicht.
Es scheint ganz so als würden die ersten Exzesse im deutschen Gesundheitswesen lagsam abgeschorft 😂
Darf die KI überhaupt selbstständig Rezepte ausstellen? Falls ja, kann man natürlich viel Zeit sparen. Dann verstehe ich die Praxen schon irgendwie.
Nein, natürlich stellt die "KI" keine Rezepte aus. Es geht darum, dass Praxen zu den Stoßzeiten entlastet werden. Es gibt weder genügend Personal, noch gibt das Gesundheitssystem das Geld her, um so viele Menschen einzustellen, dass man die Spitzenzeiten abdecken könnte. Es geht also darum, einige Anfragen abzufangen und dann später, wenn es sich beruhigt hat, abzuarbeiten. Das kann mit einem Webformular, speziellem Anruf-Routing und Anrufbeantworter oder einem "KI"-Assistenten funktionieren.
Die "KI"-Assistenten wurden sehr aggressiv vermarktet. Die Praxen bekamen viele Anrufe dazu. Ich habe bisher immer abgeraten, eine Lösung mit einem "KI"-Assistenten zu nutzen. Die "KI" bietet durch die Verschriftlichung einen kleinen Zeitvorteil – der aber mit dem hohen Risiko der Falscherkennung verbunden ist. Kein Arzt will ein falsches Rezept ausstellen. Im Alltag einer Praxis sind Menschen die (temporär) nicht der Maschinennorm entsprechen die Regel. Spracherkennung funktioniert bei Menschen mit veränderter Sprache (z.B. nach Schlaganfall, starke Erkälrung etc), mit Dialekt oder die Deutsch mit starkem Akzent sprechen nur schlecht. Eine Praxiskraft die den AB abhört, kann sich die Inhalte deutlich besser erschließen oder gegebenenfalls zurück rufen. Dazu kommt, dass es auf dem Markt kaum einen Anbieter gibt, der Datenschutz in den Vordergrund stellt. Der einzige Anbieter den ich vor einiger Zeit bei der Recherche gefunden habe, wurde inzwischen von der Datenkrake Doctolib aufgekauft.
Der Kommentar trifft genau den Kern und spricht alle Klippen, die sich da so auftun, an.
Vielleicht können die Praxen auch zu Open Reception wechseln: https://github.com/open-reception/appointment-booking-software/issues/319.
Ich bin sicher, einige würden das gerne machen. Nur: welche Praxissoftware integriert das? In der Regel gibt die verwendete Software das Terminsystem vor oder bringt es im Idealfall direkt mit (Tomedo).
Warum braucht man denn eine KI für alltägliche Aufgaben einer Arztpraxis? Ich erwarte da als Patient dass eine Mensch am anderen Ende sitzt. Und das geht sicher vielen Leuten so wie mir. Ich arbeite selbst im artverwandten Bereich am Telefon und unsere Kundschaft würde es sicher ablehnen da eine KI dran zu haben und der erklären zu müssen was sie wollen.
Personal finden und die Kosten dafür erst einmal rein holen.
Ich nehm auch Personen mit hörbarem Akzent so ist es nicht.
"Warum braucht man denn eine KI für alltägliche Aufgaben einer Arztpraxis?"
Ob da nun Prozesse mit AI/KI umgesetzt werden ist ja erstmal nebenläufig, priorisiert geht's um Zeit sowie Kosten mittels Automatisation bei sich wiederholenden Prozessen einzusparen.
"Ich erwarte da als Patient dass eine Mensch am anderen Ende sitzt. […]"
Aus Wunsch und Hoffnung gespeist entsteht die Erwartungshaltung, die jedoch der Realität zuwiderläuft! 🤷♂️
Am anderen Ende arbeitet immer noch ein Mensch, da kein System automatisch Rezepte oder Überweisungen ausstellen darf.
Ob der Mensch am Telefon sitzt oder sich nachher die Anfrage durchliest oder anhört, spielt für mich keine Rolle. Lieber kann ich mein Anliegen schnell erledigen, als lange in der Warteschleife zu hängen. mal ganz abgesehen davon, dass die Leitungen für Notfälle frei sein müssen.
Ist halt die Frage ob es KI sein muss. Gewisses Automatisierungspotential sehe ich aber durchaus: Sei es die automatische Rezeptbestellung: Wenn ich von zu Hause aus meine Dauermedikation einfach nachbestellen kann – die dann gegen den hinterlegten Medplan validiert wird, bei gültig bekommt es der Doc, der es mit einem Klick auf meine eGK spielt und ich gehe direkt zur Apotheke. Oder das Terminmanagement – wenn ich im Büro oder zu Hause sitze kann ich entspannt zwischen meinem Zeitplan der nächsten Wochen und den verfügbaren Terminen der Praxis abgleichen und muss nicht mit der Sprechstundenhilfe minutenlang verhandeln (nachdem ich sie ewig mit immer wiederholten Anrufversuchen akkustisch belästigt habe).
Aber ob man dafür KI braucht? Im Kosten/Nutzen/Risiken-Abgleich sicher nicht.
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Seit Sonntag [wohl 28.8.2026] geht nichts mehr, ein Login bei der App ist nicht möglich." Es komme die Meldung "Serverstörung".
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Klar kann sich die App nicht mit dem Server verbinden… welcher Provider
verbindet X Tage in die Zukunft? Quantenverschränkung? Da lass ich mir gleich mal die Lottozahlen geben ;-P
Arzt / Patient ist Vertrauenssache, würde mein Hausarzt auf KI oder doctorlib setzen wärs das!
das ubliche Laberrhababer…
Du kannst gerne deinen Arzt beraten, welche Lösung er integrieren soll bzw. kann.
Und viel Spaß bei der Suche nach einem neuen Hausarzt. Komm mal in der Realität des deutschen Gesundheitswesens an…
Meine Arztpraxis setzt auf Heidi Health.
Dann gehe ich lieber zu den Healths Angels.
Mal so ganz naiv: Wie wäre es, jede Arztpraxis mit einer Mailadresse, PGP-geschützt, auszustatten und Termine, Rezeptbestellungen, etc. auf dem Weg zu regeln? Okay, da kann keiner dran verdienen, aber helfen würde es schon.
Da: https://www.gematik.de/anwendungen/kim
K.I.M= Pain in the Ass(powered by Gematik)
Leider so gut wie nicht zu umgehen…….
"Da: https://www.gematik.de/anwendungen/kim" ….
das ist nur für Dienstleister im Gesundheitswesen:
Ärtze, Labore etc.
Und es funktioniert nur innerhalb der Telematikinfrastruktur (Ti) …
ein abgeschottetes VPN inkl Dienste wie KIM, ePA …etc.
Da kommen Patienten nicht rein.
"funktioniert" ist auch sehr relativ…..
DirkNB, wernerhermann, der TI-Messenger kann auch von Patientinnen, Leistungserbringerinnen, Kostenträgerinnen und vielen Drittanbieterinnen genutzt werden: https://fachportal.gematik.de/anwendungen/ti-messenger.
Meine Tests von meditech-ai.de sind erfolgreich:
1. SSL Labs gibt ein A-Rating zurück. -> Assessment wurde erfolgreich durchgeführt.
2. Die Seite baut sich ohne jegliche Probleme auf (nach "Temporär VERTRAUEN" in NoScript).
Da hat man dann wohl am 25.8.2026 ein Letsencrypt-Zertifikat auf den Server gefrickelt (läuft bis Okt. 2026). Aber an der Insolvenz ändert das nichts.
Das Erstprodukt der Firma meditech ist ein Terminbuchungssystem, was in das Praxissystem EVA (und andere?) eingebunden werden kann. Interessanterweise funktioniert das Terminbuchungssystem weiterhin, es scheint also nicht alles von der Insolvenz betroffen zu sein. Ob jetzt Abasoft (EVA Praxissystem) das System stellvertretend weiter betreibt oder ob der Vertrag mit Abasoft die Serverkosten deckt, wissen wir nicht. Ich hoffe nur, dass das Terminsystem noch Support bekommt.
Ich ergänze: Das Terminbuchungssystem wird wegen der Insolvenz ebenfalls abgeschaltet. Abasoft steht unter Druck und gibt den an die Praxen weiter. Man hat sich jetzt für einen neuen Anbieter entschieden (https://arvonis.io/impressum). Eine GmbH in Gründung aus Stuttgart. Das sieht nach starkem Zeitdruck aus.
Für die Patienten sicher toll, dass sie nun den dritten Termindienst innerhalb weniger Jahre bekommen. Und die Patienten finden es vielleicht auch interessant, was mit den gespeicherten Patienten-Daten nach der automedic Pleite passiert ist.
KI Training macht zum Beispiel MindDoc (Online Therapie) auch. Aber erst nach Einwilligung des Patienten.
https://minddoc.com/de/de/ai-assistant-privacy-policy
MindDoc gehört zur Schön Klinik Gruppe.
In den letzten Jahren wird immer mehr KI in Krankenhäusern verwendet. Gerade beim Aufbereiten/Erstellen von Texten oder Dokumenten im eingesetzten KIS. Auch beim Belegungsmanagement und in anderen Bereichen der Krankenhausadministration hält die KI Einzug. Die angebliche Entlastung der Mitarbeiter, die sich dann auf wichtige Dinge konzentrieren können, da die KI ja die ganze nervige Arbeit erledigt, endet dann damit, dass ein Teil der Mitarbeiter komplett entlastet beim Arbeitsamt anstehen darf. ;)
"Eine Katastrophe, vor allem für ältere Patienten. Resultat: Jeden Morgen stehen Massen von Personen Ü70/Ü80 direkt an der Rezeption und machen Termine und bestellen Rezepte, weil sie weder mit einer KI sprechen wollen noch eine App möchten. Ob so die Entlastung funktioniert?"
Ich war neulich in einer Praxis, da steht am Tresen ein Schild: Terminvergabe nur über die (KI?)-Hotline – gehts noch?
Patienten-App:
Ich war immer sehr technik-affin, mache viel über das Internet (am PC mit Maus, Tastatur und großem Bildschirm), aber so langsam bekomme selbst ich Angst vor dem Älterwerden, vor allem, wenn es oft nur noch per Mäusekino-App und nicht mehr barrierefrei am großen PC-Bildschirm geht. Das ist imho Diskriminierung!