Unternehmen tun sich schwer, die eRechnung umzusetzen, wie ich die Tage gelesen habe, obwohl Ende des Jahres viele eRechnungen im B2B-Bereich ausstellen müssen. Zudem hat der Entwickler des eRechnungs-Programms Rechnung-Fertig die Version 1.6 veröffentlicht. Heute eine kurze Zusammenfassung dieser Themen.
eRechnungspflicht in Deutschland
In Deutschland gibt es zwar seit 1.1.2025 eine Verpflichtung für Unternehmen, elektronische Rechnungen im ZUGFeRD- und XRechnung-Format im Business-to-Business-Bereich (B2B) ausstellen zu müssen. Aber für kleine Firmen gibt es Übergangsregelungen. Ich hatte die vielen Details, die es auch für Übergangsfristen zu beachten gibt, im Blog-Beitrag ZUGFeRD und XRechnung: Bestandsaufnahme und Überblick – Teil 1 aufgezeigt.
Seit Anfang 2026 müssen alle Unternehmen eRechnungen, beispielsweise im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format entgegen nehmen können. Lösungen, um solche eRechnungen anzeigen zu können, hatte ich im Blog-Beitrag Lösungen zum Empfang und Erzeugen von ZUgFeRD-Rechnungen – Teil 2 skizziert. Wie man eine eRechnung prüft (validiert), ist im Beitrag Meine Pleite mit ZUGFeRD-eRechnungen und der Validierung – Teil 4 angerissen.
Ich selbst verwende seit Anfang 2026, auch wenn ich noch Übergangsregelungen verwenden darf, dass weiter unten erwähnte und im Beitrag Rechnung-Fertig, eine Lösung für eRechnung (ZUGFeRD und XRechnung) – Teil 5 kurz vorgestellte Programm Rechnung-Fertig. Läuft unter Windows und macht, was ich zum Ausstellen von eRechnungen im ZUGFeRD-Format so brauche. Die ZUGFeRD-PDF-Dokumente bestehen eine Validierung – hier ist der Entwickler recht rührig.
Allerdings scheint die eRechnungs-Pflicht bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen zu sein. Zum ersten Juni 2026 bin ich auf den Artikel Unternehmen verschlafen die E-Rechnungspflicht – und nicht nur die bei Absatzwirtschaft gestoßen. Auch heise hatte das Thema diese Woche in diesem Artikel angesprochen. Die Botschaft: Es sind nur noch wenige Monate bis zum 1.1.2027, wo dann die nächste Stufe der E-Rechnungspflicht greift. Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz müssen dann eRechnungen ausstellen.
- Aber ein Drittel der Unternehmen haben bisher noch nie eine elektronische Rechnung verschickt.
- Nur 42 Prozent der Unternehmen versenden bislang regelmäßig E-Rechnungen an Geschäftskunden.
Immerhin haben 25 Prozent der Unternehmen zumindest versucht, eRechnungen zu erstellen und zu verschicken. Persönlich hat mich das Thema einerseits gewundert, da ich glaubte, dass größere Unternehmen die eRechnungen mit ihrer Buchhaltungssoftware mit erstellen können. Andererseits hat mich das alles nicht überrascht, wenn ich auf eigene Erfahrungen mit ZUGFeRD-Rechnungen seit Januar 2026 zurückblicke. So kleine Fische wie meine Wenigkeit haben Rechnungen bisher mit Word & Co. oder ähnlichen Programmen erstellt.
Zum Jahresanfang 2026 habe ich die eRechnungs-Pflicht zum Empfang genutzt, um auch das Erstellen dieser eRechnungen zu ermöglichen. Hoffnungsvoll gestartet, hatte ich im Januar 2026 mit Fakturama eine kostenlose Lösung, die lokal auf meinem Rechner lief und mir irgend etwas erzeugte, was sich eRechnung nannte. Empfänger bekamen eine PDF-Datei mit den Rechnungsinformationen in einem lesbaren Format, konnten aber auch den XML-Inhalt der eingebetteten XRechnung verwenden.
Geknirscht hat es dann, als die erste Rechnung im ZUGFeRD-Format vom Empfänger in dessen Buchhaltungssoftware validiert werden sollte und abgelehnt wurde. Meine Validierungsversuche ergaben, dass die Rechnung zwar Warnungen enthielt, und akzeptiert werden darf. Aber wenn ein Kunde Nein sagt, heißt das Nein.
Die Irrungen und Wirrungen hatte ich im Beitrag Meine Pleite mit ZUGFeRD-eRechnungen und der Validierung – Teil 4 beschrieben. Als Notnagel hatte ich eine eRechnung mit PDF24 händisch erzeugt und konnte diese auch validieren – wurde vom Kunden dann auch akzeptiert.
Aber für den laufenden Betrieb wollte ich etwas komfortableres, welches nicht in der Cloud läuft und als Kaufversion daherkommt. Wie der Zufall so spielt, kam ich zu der Zeit, als die am Beitragsende verlinkte Artikelreihe entstand, mit Martin Pyka, dem Entwickler der Software Rechnung-Fertig in Kontakt. Ich begleite die Entwicklung der Software am Rande als Tester und verwendet seit Januar 2026 eine lizenzierte Fassung von Rechnung-Fertig, um meine eRechnungen auszustellen. Daher weiß ich auch um die Hürden, die sich bei der Entwicklung und Validierung ergeben. Das Programm ist im Blog-Beitrag Rechnung-Fertig, eine Lösung für eRechnung (ZUGFeRD und XRechnung) – Teil 5 kurz vorgestellt worden.
Rechnung-Fertig 1.6 erschienen
Bereits im Mai 2026 ist die Version 1.6 des Programms Rechnung-Fertig von Martin Pyka veröffentlicht worden. Die Software Rechnung-Fertig auf der gleichnamigen Webseite angeboten.

Das Programm muss nicht installiert werden, das Entpacken des ZIP-Archivs in einen Ordner reicht, um Rechnung-Fertig auszuführen.
Die Version 1.6 ermöglicht inzwischen den Import der Daten aus der Vorversion – eine Funktion, die ich angeregt hatte. Als "Beta-Tester" auf pro-bono-Basis hatte ich mir vorher damit beholfen, die betreffende SQLite-Datenbank in die Projektordner zu kopieren

Was inzwischen auch auf meine Anregung hin implementiert wurde, ist die Möglichkeit, den Pfad zum Ausgabeordner der eRechnungs-Dateien in den Einstellungen vorgeben zu können. Zudem kennt das Programm nun auch die Möglichkeit, ausgestellte Rechnungen in der Rechnungsübersicht als "bezahlt" zu markieren.
Martin Pyka hat auf dieser Webseite eine ausführlichere Beschreibung der Neuerungen der Version 1.6 veröffentlicht. Dazu gehören auch der Im- und Export der Daten dazu, so dass man nicht an die Software gebunden ist, falls man mal wechseln muss.
Wie bisher verlangt der Entwickler faire 40 Euro für eine Lizenz, mit der sich die Software beliebig lange nutzen lässt. Lediglich bei größeren Versionssprüngen dürfte eine Nachfolgelizenz fällig werden. Das Programm kann auch ohne Lizenz beliebig lange getestet werden, um beispielsweise die Dokumentvorlagen für die eRechnungen in Microsoft Word oder LibreOffice Writer anzupassen und alles auszuprobieren. Die erzeugten Rechnungen sind dann aber nicht gültig.
Für mich stellt Rechnung-Fertig derzeit eine ideale Lösung dar, um die paar eRechnungen im ZUGFeRD-Format ausstellen und im Anschluss mit der Steuersoftware für Freiberufler buchen zu können. Gespannt bin ich, ob und wie sich die im Mai 2026 eingeführten Neuerungen beim eRechnungsformat auf die Validierung auswirken. Aber hier ist der Entwickler rührig und hat mir in der Vergangenheit binnen Tagen eine nachgebesserte Version der Software geliefert.
Bei etwas Zeit werde ich hier auch noch die Software von Prodaro (Rechnungsdruckerei von Markt+Technik) etwas näher testen. Beim ersten Versuch in einer virtuellen Maschine bin ich aber, auch aus Zeitmangel, gescheitert. Das ist ebenfalls eine Kauflösung für Windows, die eRechnungen erstellen und verwalten kann – aber meinem Eindruck nach sich von den Begrifflichkeiten mehr an buchhaltungsaffinen Menschen ausrichtet.
Artikelreihe
ZUGFeRD und XRechnung: Bestandsaufnahme und Überblick – Teil 1
Lösungen zum Empfang und Erzeugen von ZUgFeRD-Rechnungen – Teil 2
OpenSource ZUGFeRD-Lösung Fakturama im Hands-on – Teil 3a
OpenSource ZUGFeRD-Lösung Fakturama im Hands-on – Teil 3b
Meine Pleite mit ZUGFeRD-eRechnungen und der Validierung – Teil 4
Rechnung-Fertig, eine Lösung für eRechnung (ZUGFeRD und XRechnung) – Teil 5



MVP: 2013 – 2016





Ich habe die Meldung auch gelesen und war sehr verwundert.
Seit 1.1.2025 sind Firmen verpflichtet, eRechnungen annehmen zu können.
Seit 1.1.2025 sind die Firmen aber auch verpflichtet, eRechnungen zu versenden.
Es gibt da aber Übergangsfristen, die anscheinend voll ausgenutzt werden.
PDF-Rechnungen dürfen seit 1.1.2025 nur noch mit expliziter Zustimmung des Empfängers versendet werden.
Am 31.12.2026 endet die Übergangsfrist für Firmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz.
Für andere Firmen endet die Übergangsfrist zum 31.12.2027.
Ausnahmen gibt es nur für Kleinbeträge bis 250,- Euro und Kleinunternehmen, die von der Umsatzsteuer befreit sind.
Gilt alles nur für B2B zwischen deutschen Firmen.
Für B2C und Ausländische Kunden gelten die Vorschriften nicht.
Wobei es für EU-Kunden kommen wird.
Da sind gerade Angleichungen der noch verschiedenen nationalen Systeme im Gange. Deutschland und Frankreich nutzen schon das gleiche System.
ZUGFeRD-Rechnungen werden bei uns seit 1.1.2026 an alle deutschen Kunden ausgestellt.
Ausländische Kunden bekommen eine normale PDF-Rechnung.
Word, Excel o.Ä. haben wir für Rechnungen noch nie benutzt.
Die Rechnung kommt direkt aus der kaufmännischen Software.
Anfangs auf Papierformularen ausgedruckt, seit sicher 25 Jahren als PDF und seit 1.1.2025 ist auch ZUGFeRD möglich.
Erste Testläufe fanden noch 2024 statt.