Heute ist europäischer Radon-Tag

Am 7. November 2018 findet der Radon-Tag zum dritten Mal statt. Die European Radon Association (ERA) hat den Radon-Tag ausgerufen, um über das radioaktive Gas aufzuklären.


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Radon ist ein Gas, welches ein Zerfallsprodukt von Radium ist und natürlich auf der Erde vor kommt. Zu hohe Radon-Konzentrationen in Innenräumen sind ein Problem, denn Radon-Emissionen sind nach dem Rauchen die häufigste Ursache von Lungenkrebs. Das bestätigt auch eine kürzlich veröffentlichte Studie, publiziert in einem Beitrag des Deutschen Ärzteblatts. Dort heißt es: Der umweltbedingte Risikofaktor mit dem größten Anteil an der Krebslast ist Radon in Innenräumen (n = 3 185), gefolgt von Feinstaub (n = 1 049), Solariennutzung (n = 892) und Passivrauchen (n = 309).

Was ist Radon und wo kommt es vor?

Radon kommt, als Zerfallsprodukt von Radium, natürlich auf der Erde vor. Es ist ein unsichtbares, geruchloses, geschmackloses, radioaktives Edelgas. In bergigen Regionen kommt es zu verstärkter Ausdünstung von Radon aus der Erde. Das führt dann zu einer erhöhten Radon-Konzentration in der Raumluft – speziell in Kellerräumen. Die heute dicht geschlossenen Fenster und die Gebäudeisolierung verhindern, dass Radon-belastete Raumluft durch Frischluft verdünnt wird.

Dadurch können geschlossene Räume ein erhöhtes Radon-Aufkommen aufweisen. Allerdings gibt das keinen pauschalen Richtwert über die Radon-Belastung in geschlossenen Räumen. Das kann zum Risiko für die Gesundheit werden, wenn sich in Räumen zu hohe Radium-Konzentrationen bilden. Das Problem ist, dass wir 90 Prozent unserer Zeit in Gebäuden und Wohnungen verbringen, wie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit schreibt.

Über die Atemwege gelangt das radioaktive Gas schließlich in die Lunge und zerfällt dort. Dabei entstehen Alpha-Strahlen, die Zellen und DNA schädigen. Um das Gesundheitsrisiko durch Radon und andere Strahlungen am Arbeitsplatz zu minimieren, hat die EU ein Strahlenschutzgesetz verabschiedet. Das Gesetz setzt die erlaubten Höchstwerte in Wohnungen, öffentlichen Räumen und Arbeitsplätzen fest und verpflichtet die Verantwortlichen zur Einhaltung dieser Grenzwerte.

Radonkonzentration verringern

Welche Radon-Konzentrationen sich letztendlich in Räumen bilden, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Neben der geografischen Lage sind noch Isolierung und Baumaterial des Gebäudes, Stockwerk (in Kellergeschossen meist höher) oder Lüftung entscheidende Faktoren.

(Quelle: YouTube)


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Kurzfristige Schwankungen des Radon-Levels können beispielsweise durch stark bewölktes und regnerisches Wetter verursacht werden, weil das radioaktive Edelgas dann nach unten gedrückt wird. Da viele unterschiedliche Faktoren zusammenspielen, kann die Radon-Konzentration in der Raumluft täglich starken Schwankungen unterliegen.

Bis Ende 2020 müssen die Bundesländer ermitteln, in welchen Gebieten in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist. In diesen Gebieten muss die Radon-Konzentration an Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss gemessen werden. Dazu sind die Verantwortlichen für die jeweiligen Arbeitsplätze verpflichtet. Die Vorgabe ist, die Radon-Konzentration in der Raumluft von Arbeitsplätzen unter 300 Becquerel pro Kubikmeter zu senken.

Ergeben die Messungen am Arbeitsplatz eine Radon-Konzentration von mehr als 300 Becquerel pro Kubikmeter, müssen sofort Maßnahmen eingeleitet werden, um die Radon-Konzentration am Arbeitsplatz zu senken. Der Erfolg dieser Maßnahmen muss anschließend durch eine Messung nachgewiesen werden.

Wer wissen will, wie hoch seine Radon-Belastung ist, kann diese kontinuierlich messen (siehe den Hinweis des LFU-Bayern, einige Messgeräte gibt es z.B. von Airthings bei Amazon.de) und bei zu hohen Werten entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der erste Schritt bei zu hohen Radon-Werten im geschlossenen Raum ist Lüften. Genügt das nicht bzw. liegt die Radon-Konzentration dauerhaft sehr hoch, sollten professionelle Lösungen (Zwangsbelüftung, bauliche Maßnahmen wie hier und hier beschrieben etc.) eingesetzt werden.

Radon-Weltkarte in Echtzeit

Hersteller Airthings, der smarte Lösungen zur Erfassung der Rumluftqualität anbietet, verweist auf seine Radon-Weltkarte, die in Echtzeit (wohl über Messgeräte dieser Firma, die durch Nutzer betrieben werden) aktualisiert wird: www.radonmap.com. Dort kann man sich informieren, ob man in einer hoch belasteten Gegend wohnt.


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