Wie kommt ein Walkadaver in den Amazonas-Wald?

Es ist ein ziemlich kurioser Fund, den Einwohner der Amazonas-Region in Brasilien machten. Mitten im Mangrovenwald lag der Kadaver eines toten Buckelwals. Da Wale bekanntlich im Meer leben, stellt sich die Frage, wie das verendete Tier in den Wald kam?


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Buckelwale (Megaptera novaeangliae) kommen zwar oft in Küstennähe vor und erreichen eine Körpergröße von 12 bis 15 Metern. Dass diese Walart aber ein Landgänger ist, scheint eher unzutreffend zu sein. Vor einigen Tagen ging dann eine Geschichte durch die Medien (hier oder hier), nachdem eine brasilianische Webseite das aufgegriffen hatte.

Einheimische bzw. Mitglieder der Umweltschutzgruppe Bicho D’Água haben im Mündungsbereich des Amazonas, auf der Flussinsel Marajó, mitten im Dschungel einen ca. 11 Meter langen, toten Buckelwal gefunden. Aufmerksam wurde man wohl, weil Geier über dem Kadaver kreisten. Das Merkwürdige: Das Tier liegt gut 15 Meter vom Ufer entfernt, mitten im Wald. Das nachfolgende Video zeigt Biologen, die den Kadaver untersuchen.

(Quelle: YouTube)

Dass jemand das tote Tier aus Spaß soweit ans Ufer gezogen hat, lässt sich wegen des Gewichts ausschließen. Dass das Tief selbst in den Wald gekrochen ist, ist auch nicht vorstellbar.

Erstaunlich ist auch, dass das Tier ca. 6.000 Kilometer von seiner Futterstelle verendete (die Buckelwale schwimmen zu dieser Jahreszeit in Richtung Antarktis zum Fressen). Und im Amazonas sind Wale auch nicht zuhause. Die Biologen gehen davon aus, dass es sich um ein Walkalb handelt, welches von seiner Mutter getrennt wurde. Es schwamm dann in die Amazonas-Mündung und wurde von einer großen Flut an den Strand der Insel gut 15 Meter weit an Land gespült.


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