Intuitives Essen und Diäterfolg

GesundheitBeeinflusst intuitives Essen, also dann, wenn man Hunger hat, den Erfolg von Diäten? Das haben Wissenschaftler untersucht. Sie analysierten, ob intuitiv, d. h. von Hunger und Sättigung geleitet, zu essen, im Zusammenhang mit einem Gewichtsverlust nach einer gewichtsreduzierenden Operation steht. Dies kann durchaus der Fall sein. Personen, die intuitiver essen, können vermutlich mehr Gewicht abnehmen.


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Was ist intuitives Essen?

Intuitiv zu essen bedeutet, dann zu essen, wenn der Körper Hunger verspürt. Es klingt simpel, aber doch ist es so, dass viele Menschen diese Eigenschaft verlernt haben. Vielmehr essen wir heute häufig von Emotionen wie Ärger oder Frust geleitet (emotionales Essen). Und auch äußere Reize wie der Geruch oder der Anblick von Lebensmitteln steuern oftmals die Nahrungsaufnahme (externales Essen).

Essen: Avocado, Grapefruit, Jakobsmuscheln & Co. (Avocado, Grapefruit, Jakobsmuscheln & Co. – sowie “das Brot des Bäckers”)

Hilft das beim Abnehmen?

Beeinflusst es den Gewichtsverlust nach einer Adipositas-Operation, wenn eine Person stärker auf seine körperlichen Signale hört, wenn es um das Essen geht? Das war die Fragestellung für Wissenschaftler aus Frankreich. Diese interessierten sich in ihrer Studie dafür, ob es einen Zusammenhang zwischen intuitivem Essen und dem Gewichtsverlust nach einer gewichtsreduzierenden Operation (wie z. B. Magenbypass-Operation, Magenband-Operation) gibt.

Für ihre Analyse wendeten die Wissenschaftler einen Fragebogen an, mit dem das Ausmaß an intuitivem Essen bei Frauen, die eine gewichtsreduzierende Operation erhalten hatten, bestimmt werden konnte. Höhere Werte symbolisierten, dass die Frauen intuitiver aßen. 401 Frauen nahmen an der Studie teil. Sie waren im Schnitt 39 Jahre alt und hatten vor der Operation einen durchschnittlichen Body Mass Index (BMI, Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße) von 45,5. Durch die Operation konnte der BMI auf durchschnittlich 30,5 gesenkt werden (Abnahme des BMIs um 32,7 ± 12,9 %).

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen intuitivem Essen und dem Gewichtsverlust gab: mit jedem Anstieg des Gesamtwerts zum intuitiven Essen um einen Punkt, sank der BMI um 2,6 %. Besonders dann, wenn eine Person vermehrt aufgrund von körperlichen statt aus emotionalen Gründen aß, wirkte sich dies positiv aus und stand in einem Zusammenhang mit einer größeren Reduktion des BMIs. Höhere Punktwerte bei dem intuitiven Essen standen in einem Zusammenhang mit dem BMI-Verlust.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass es wichtig sein könnte, Personen nach einer gewichtsreduzierenden Operation dahingehend zu schulen, wieder vermehrt auf die körpereigenen Signale Hunger und Sättigung zu hören. Denn intuitiv zu essen könnte sich positiv auf die Gewichtsabnahme nach der Operation auswirken und vermutlich auch dabei helfen, den Gewichtsverlust langfristig aufrechtzuerhalten.

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Referenzen:

Nogué M, Nogué E, Molinari N, Macioce V, Avignon A, Sultan A. Intuitive eating is associated with weight loss after bariatric surgery in women. Am J Clin Nutr. 2019 Jun 4. pii: nqz046. doi: 10.1093/ajcn/nqz046. [Epub ahead of print]


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1 Antwort zu Intuitives Essen und Diäterfolg

  1. RUTZ-AhA sagt:

    Essen und ernähren sind zwei verschiedene Dinge.
    Essen kann man aus purer Lust, das geht bis zur Fressorgie mit Übergeben.

    Ernähren ist der Normalfall und bedeutet, nur so viel zu essen, bis das Sättigungsgefühl sich meldet. Das gibt ausreichend Kraft für alle notwendigen Tätigkeiten am Tag und macht auch nicht fett. Voraus gesetzt, es wird gut, gesund und abwechslungsreich gegessen.

    Und dafür braucht es keine Wissenschaft, das wird den Menschen mit gegeben, wenn sie auf die Welt kommen. Kinder halten sich daran, bis ihnen anderes anerzogen wird.

    Die Sprüche: Kind du musst essen, damit du groß und stark wirst. Noch einen Löffel für Oma und einen Löffel für Opa….genau falsch.
    Das legt den Grundstein für alle späteren üblen Folgen.

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