Spuren von Leben? Organische Moleküle auf Mars entdeckt; Marsstaub gesundheitsgefährlich

Ich fasse mal zwei wissenschaftliche Erkenntnisse zum Planeten Mars in einem Beitrag zusammen. Wissenschaftler haben langkettige organische Moleküle auf dem Mars entdeckt – könnte ein Hinweis auf Leben sein. Und der Marsstaub dürfte für Erdbesucher äußerst gesundheitsgefährlich sein, wie eine zweite Forschungsarbeit aufdeckt.


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Lange organische Moleküle auf Mars entdeckt

Zum 24. März 2025 hat die US-Raumfahrtbehörde die Meldung NASA's Curiosity Rover Detects Largest Organic Molecules Found on Mars veröffentlicht. In pulverisiertem Gestein, dass an Bord des NASA-Rovers Curiosity analysiert wurde, haben Forscher in den Messergebnissen die bisher größten organischen Verbindungen auf dem Roten Planeten gefunden.

Organische Verbindungen auf dem Mars
Diese Grafik zeigt die langkettigen organischen Moleküle Decan, Undecan und Dodecan. Quelle: NASA/Dan Gallagher

Die Wissenschaftler ließen eine Gesteinsprobe im SAM-Minilabor (Sample Analysis at Mars) des Mars-Rovers Curiosity untersuchen. In den Messergebnissen fanden sich die Moleküle Decan, Undecan und Dodecan. Bei diesen Verbindungen, die aus 10, 11 bzw. 12 Kohlenstoffatomen bestehen, handelt es sich vermutlich um die Fragmente von Fettsäuren, die in der Probe erhalten geblieben sind. Fettsäuren gehören zu den organischen Molekülen, die auf der Erde die chemischen Bausteine des Lebens sind.

Lebewesen stellen Fettsäuren her, um Zellmembranen zu bilden und verschiedene andere Funktionen zu erfüllen. Fettsäuren können aber auch ohne Leben hergestellt werden, und zwar durch chemische Reaktionen, die durch verschiedene geologische Prozesse ausgelöst werden, darunter die Wechselwirkung von Wasser mit Mineralien in hydrothermalen Schloten.

Derzeit gibt es aber keine Möglichkeit, die Quelle der identifizierten Moleküle zu bestätigen. Doch der Fund ist für das Wissenschaftsteam von Curiosity aus mehreren Gründen aufregend. Die Curiosity-Wissenschaftler hatten bereits zuvor kleine, einfache organische Moleküle auf dem Mars entdeckt. Die Entdeckung dieser größeren Verbindungen ist jedoch der erste Beweis dafür, dass die organische Chemie eine Komplexität erreicht hat, die für die Entstehung von Leben auf dem Mars erforderlich ist.

Das Ergebnis, das in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass die präbiotische Chemie auf dem Mars weiter fortgeschritten sein könnte als bisher beobachtet.

Die neue Studie erhöht auch die Chancen, dass große organische Moleküle, die nur in der Gegenwart von Leben entstehen können, so genannte „Biosignaturen", auf dem Mars erhalten bleiben könnten, und zerstreut damit die Befürchtung, dass solche Verbindungen nach zehn Millionen Jahren intensiver Strahlung und Oxidation zerstört werden.


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Dieser Befund ist ein gutes Vorzeichen für Pläne, Proben vom Mars zur Erde zu bringen, um sie mit den modernsten Instrumenten zu analysieren, die hier zur Verfügung stehen, schreiben die Wissenschaftler. Ein deutschsprachiger Artikel dazu findet sich hier.

Marsstaub gesundheitsgefährlich für Menschen

Der US-Milliardär Elon Musk steht nicht nur for Tesla Elektro-Autos, sondern will auch Menschen zum Mars schicken und dort in Kolonien ansiedeln. Dafür lässt er derzeit das Starship entwickeln und testen. Möglicherweise bekommen seine Pläne nun (nicht nur wegen der bisherigen Fehlschläge bei Tests des Starships) einen weiteren Dämpfer.

Ein Forschungsteam um Justin Wang von der University of California at Los Angeles hat sich die Frage gestellt, wie der Staub auf der Oberfläche des Mars auf die Gesundheit von Menschen auswirken würde. Dazu hat man vergleichbarer Partikel auf der Erde  als Referenz untersucht. Das Ergebnis ist nicht erbauend, der Marsstaub ist für Menschen äußerst gesundheitsgefährlich.

Der Grund liegt in der Größe der Staubkörner des Marsstaubs, denn dieser hat nach bisherigen Untersuchungen eine durchschnittliche Korngröße von nur drei Mikrometer. Wir sprechen daher von "besonders gefährlichem Feinstaub", denn Partikel unter fünf Mikrometer Größe kann das Lungengewebe nicht ausreichend absorbieren und vom Eintritt in die Blutbahnen abhalten.

Menschen auf dem Mars setzen sich dem Risiko von Lungenerkrankungen und etlichen Folgeschäden in anderen Organen aus. Hinzu kommen weitere Risiken durch kosmische Strahlung, die auf dem Mars die Oberfläche erreicht, sowie die verminderte Schwerkraft. Ein englischsprachiger Artikel zum Thema lässt sich hier abrufen. Spiegel Online hat die Tage diesen Artikel zum Thema publiziert.

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