Frühlingstipp: Wiesenschaumkraut – essbare Blüten

Heute noch ein kleiner Frühlingstipp – sozusagen für Gaumen und Gesundheit. Frischer Löwenzahn, Sauerampfer oder auch junge Brennesseln sind vielen Leuten als essbar bekannt. Heute kommt das Wiesenschaumkraut zur Sammlung hinzu. Hier meine kleine Geschichte …


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Gestern bin ich auf einem Abendspaziergang an einer Wiese in einem Feuchtgebiet vorbei gekommen. Da erstreckte sich ein Teppich an blühendem Wiesenschaumkraut. Gelegenheit, einen großen Strauß dieses blühenden Krauts zu pflücken. Nein, nicht als Strauß für mein Frau, die nur komisch schaute, als sie mich mit dem Strauß kommen sah: ‘pflückt der mir plötzlich Blumen?’ – und als ich bemerkte ‘mein Abendessen’, erntete ich einen Blick, als zweifelte sie an meinem Verstand.

Wiesenschaumkraut

Als Bauernsohn war mir Wiesenschaumkraut durchaus geläufig – wenn die Kühe nach dem Winter auf die Wiese durften, blühte auch das Wiesenschaumkraut. Die Kühe fraßen das Kraut halt mit. Später, als junger Mann, gab es ein befreundetes Ehepaar. Die Frau, eine Lehrerin, pflückte bei einem Besuch bei uns begeistert Wiesenschaumkraut – und stellte es in eine Blumenvase. So weit so gut – war für mich ein Kraut, was auf Feuchtwiesen wuchs.

Die andere Sicht der Dinge

Ich musste erst das Alter von fast 62 Jahren erreichen, um meine Sicht der Dinge zu ändern. Vor ein paar Tagen zappte ich, schon etwas müde, im TV zwischen Regionalprogrammen. Ich blieb sofort fasziniert bei einem Beitrag hängen, wo eine Kräuterfrau im Frühling unterwegs war. So was interessiert mich, kann man doch immer was lernen.

Gundermann, Giersch oder auch Vogelmiere (schmeckt nach Mais) als Beigabe zum Salat, habe ich aus TV-Sendungen, Kräuterbüchern oder Internetartikeln sind mir längst bekannt. Brunnenkresse war mir auch bekannt, aber ich kenne an meinem Wohnort kein Vorkommen. Kaufe ich auf dem Markt und habe mich (nicht sehr erfolgreich) mit dem Anbau im Garten versucht. Kapuzinerkresse ziehe ich aus Samen in meinem Garten und esse die Blüten sehr gerne.

Bärlauch wächst in rauen Mengen in meinem Garten, seit eine Nachbarin einen Büchel aus dem Frankenland mitbrachte. Junge Brennesseln wurden als Kind mit der Oma gesammelt und als Spinatersatz zubereitet – in der Erinnerung hatte ich das Gericht regelrecht verklärt – aber beim letzten Selbstversuch vor einigen Jahren als ‘beim besten Willen nicht essbar’ aus meiner Nahrungsliste verbannt.

Und plötzlich pflückte die ‘Kräuterhexe’ in der TV-Sendung Wiesenschaumkraut, aß eine Blüte und meinte ‘gut für die Verdauungssäfte’. Im Nachspann setzte sie eine Tinktur auf Basis von 40%igem Korn an. Soll gegen allerlei Gebrechen, von Rheuma bis hin zu Diabetes, helfen. So etwas ist aber eher nicht mein Ding. Nur ‘dass Wiesenschaumkraut essbar sei und nach Senföl schmeckt’ blieb sofort hängen.

Essbare Blüten – das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)


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Das Wiesenschaumkraut gehört zu den (essbaren) Wildkräutern (siehe und hier). Laut Wikipedia gehört das zwischen April und Mitte Mai blühende Wiesenschaumkraut zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist mit dem Senf verwandt. Daher enthält die Pflanze auch Senfölglykoside, sowie Bitterstoffe und Vitamin C. Wiesenschaumkraut-Tee wird gegen Rheuma und andere Schmerzzustände angewendet. Die Heilwirkungen beruhen vor allem auf dem enthaltenen Vitamin C sowie den Senfölglykosiden, die insbesondere auf Niere und Leber anregend wirken. Laut dieser Seite wirken die Inhaltstoffe leicht antibiotisch, fördern die Verdauung und wirkt schleimlösend auf die Bronchien. 2006 wurde das Wiesenschaumkraut sogar zur Blume des Jahres gewählt (siehe).

Wiesenschaumkraut

Als ich die ersten Blüten probierte, kam sofort der Senföl-Geschmack zum Vorschein – wodurch ich beschloss, dass die Blüten einen Salat für das Abendessen anreichern sollte. Man kann die Blüten und zarten Blätter auch zu Quark oder Frischkäse und in Kräutersuppen verwenden. Da die im Wiesen-Schaumkraut enthaltenen Wirkstoffe jedoch Magen und Nieren reizend beeinflussen können, empfiehlt sich eine Anwendung in Maßen.


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