NASA: Katherine Johnson feiert 100 Jähriges

Noch ein kurzer Nachtrag vom gestrigen Sonntag. Die US-Mathematikerin Katherine Johnson, geboren am 26.8.1918, konnte gestern ihren 100. Geburtstag feiern. Ohne Katherine Johnson wären die Raumfahrterfolge der NASA in den 60er Jahren des vorherigen Jahrtausends nicht möglich gewesen.


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Die NASA hat hier eine Biografie von Katherine Johnson veröffentlicht. Ein Abriss der Biografie in deutscher Sprache findet sich auf Wikipedia. Und hier gibt es noch einen deutschsprachigen Zeitschriftenartikel über sie.

Katherine Johnson arbeitete zunächst, wie ihre Mutter als Lehrerin und unterrichtete Mathematik und Französisch an Grundschulen und Oberstufen (High Schools). 1952 hörte sie erstmals von der Möglichkeit, dass es für schwarze Mathematikerinnen neue Karrieremöglichkeiten am Langley Research Center gab. Im Jahr 1953 begann sie ihre NASA-Karriere zunächst bei deren Vorgängerorganisation National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) als Rechnerin in der West Area Computing Unit. Ihre Aufgabe bestand darin, Daten aus Windkanalexperimenten mit Hilfe mathematischer Formeln zu berechnen und grafisch darzustellen.

Im Verlaufe dieser Tätigkeit wurde sie an die Abteilung für Flugforschung ausgeliehen und schrieb dort mit ihrem Kollegen Ted Skopinski die theoretische Abhandlung Determination of Azimuth Angle at Burnout for Placing a Satellite over a Selected Earth Position. Diese Abhandlung diente als theoretische Grundlage für die bemannte Weltraumfahrt.

Katherines Berechnungen ermöglichten den Erfolg von Alan Shepard, der im Rahmen der ballistischen Mission Mercury-Redstone 3 1961 den zweiten bemannten Flug (nach Juri Gagarin) in der Geschichte der Raumfahrt absolvierte. Ein Jahr später bat der Astronaut John Glenn Katherine, die inzwischen von einem Computer berechnete Umlaufbahn seines Fluges im Rahmen der Mission Mercury-Atlas 6 zu überprüfen. Glenn konnte mit seinem Raumschiff die ersten Erdumrundung eines amerikanischen Astronauten durchführen.

Gegen Ende der 1960er Jahre berechnete Katherine Johnson die korrekte Umlaufbahn für die Apollo-11-Raumfahrtmission und trug damit entscheidend zum Erfolg der ersten Mondlandung bei. Für den Fall eines Computerausfalls entwickelte sie ein manuelles Navigationsschema, das sich an Fixsternen orientierte. Als Apollo 13 nach der Explosion eines Treibstofftanks (und Versagen des Bordcomputers) unplanmäßig zur Erde zurückkehren musste, stellte Katherine Johnson die Berechnungen für den Rückweg an. Sie selbst gab zu, dass sie während ihrer Arbeit oftmals auf ihre Intuition zurückgreifen musste, da vieles noch unerprobt war, und dass einer der Astronauten über sie sagte: „Ich würde Kates Intuition jederzeit trauen. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1986 wirkte Johnson darüber hinaus an der ersten Phase des Space-Shuttle-Programms mit.

Ein beeindruckender beruflicher Lebensweg. Und nun ist die Dame 100 Jahre alt geworden. Nachfolgend noch ein Gratulationsvideo der NASA zu diesem Ereignis. Da wünsche ich doch 'Happy Birthday'.

(Quelle: YouTube)


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PS: Im Moment wird auch an Sigmund Jähn, den ersten Deutschen im All in diversen Publikationen erinnert (siehe z.B. hier und hier).

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