Zerschellt der KI-Traum an den gigantischen (Token-)Kosten?

CopilotPlatzt die KI-Blase, die sich in den letzten Jahren gebildet hat, demnächst wegen der Nutzungskosten? Rein von der ökonomischen Seite konnten die gigantischen Investitionen in KI-Entwicklung und Rechenzentren sich angesichts der erwartbaren Umsätze nicht "rechnen". Nun erlebt Firmen, die KI anwenden und jetzt erstmal KI-Leistungen wirklich begleichen müssen, einen Kostenschock. Die vermeintliche Killer-Technologie AI erweist sich als "Budget-Killer".

Über das Thema AI (Artificial Intelligence) und die gigantische AI-Blase, die sich gebildet hat, habe ich ja in letzter Zeit häufiger geschrieben. Die Investitionen in Rechenzentren werden sich nicht amortisieren (Goldman Sachs warnt vor AI-Blase, die Rechenzenten-Boom platzen ließe), der Ressourcenverbrauch ist gigantisch (siehe Der KI-Ressourcenverbrauch wird Stromnetze und Länder überfordern) und wird die Umwelt schädigen. In den USA regt sich Widerstand gegen den KI-Rechenzentrumsbau (siehe KI-Splitter #2: Fährt die Branche mit Karacho gegen die Wand?). Ein UN-Bericht hat zudem gerade die gigantischen Abfallberge aus den Rechenzentren thematisiert (n-tv berichtet im Artikel UN-Bericht enthüllt die schmutzige Seite des KI-Booms).

AI-ROI

Kürzlich bin ich auf obigen Tweet gestoßen, der ein Schema der Financial Times (FT) zeigt, wo das Return of Investment (ROI) diverser KI-Anbieter gezeigt wird. Die Zahlen im KI-Bereich sehen sehr düster aus. Selbst unter "Best-Case"-Annahmen zeigen die Daten der FT, dass der ROI im KI-Bereich bei Microsoft bei -9 %, bei Google bei -15 %, bei Meta bei -28 % und bei Oracle bei -35 % liegt. Nur Amazon kommt gerade noch ins Plus.

Der Artikel hier thematisiert (basierend auf Aussagen eines Ex-Microsoft Managers), dass die gigantischen KI-Investitionen keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen. Die Seite isaiprofitable.com zeigt, welche Geldverbrennungsmaschine die Branche ist. Jeder mit ein wenig Menschenverstand musste eigentlich zum Schluss kommen, dass da ein riesiges Ponzi-System am Start ist. Interessiert die Masse der Firmen, die KI-Vorreiter sein wollen, nicht.

Kostenexplosion bei der Nutzung

Aber jetzt schlägt die Realität bei den Nutzer von KI-Angeboten ein, nachdem die AI-Anbieter die subventionierten Angebote wegen der Kosten auf echte Preise umgestellt haben. Seit Ende Mai 2026 häufen sich die Negativmeldungen, wo den AI-Nutzern die Kosten um die Ohren fliegen.

Eine halbe Milliarde Dollar pro Monat

Im Beitrag KI-Splitter #2: Fährt die Branche mit Karacho gegen die Wand? hatte ich noch den Trend zum "AI-Token-Maximizing" bei einigen Firmen aufgezeigt. Auf n-tv las ich die Tage in diesem Artikel, dass US-Unternehmen wie Amazon und Meta ihre Mitarbeiter dazu drängen, KI auf Teufel komm raus zu nutzen, koste es, was es wolle. Führt dazu, dass Mitarbeiter ihre Mails mit KI sortieren lassen, um den Nachweis der KI-Nutzung gegenüber dem Arbeitgeber zu erbringen. Erzeugt gigantische Kosten, die den Unternehmen auf die Füße fallen.

Im Artikel wurde von mir angedeutet, dass die generierten KI-Kosten aus dem Ruder laufen. Microsoft schränkt bei seinen Entwicklern die Nutzung von Anthropic Claude Code aus Kostengründen ein, und schiebt alles auf Copilot.

AI-Kosten

Obiger Tweet (und dieser Tweet) spielt auf den gleichen Sachverhalt an. Es wird kolportiert, dass ein Unternehmen innerhalb eines Monats 500 Millionen US-Dollar für die Claude-Nutzung verbrannt habe, weil niemand Nutzungsgrenzen festgelegt hatte. Die Zahl wurde von einem Consultant genannt, die Firma blieb im Dunkeln.

Mir ist dann ein Tweet untergekommen, der besagt, dass diese Firma Amazon war. Dort gab es ein AI-Leader-Board, wo die Leute mit der meisten KI-Nutzung aufgelistet wurden.  Der Tweet hier zitiert ein Memo eine Senior Vice President bei Amazon, der an die Mitarbeiter schrieb: "Bitte setzt KI nicht nur um der KI willen ein". Das KI-Leader-Board ist Geschichte.

Die Kosten fliegen den Nutzern um die Ohren

Das autonome Taxi-Unternehmen Uber hat sein KI-Jahresbudget für 2026 in einem Monat verbrannt. Und erste Firmen werfen Mitarbeiter raus, um ihre KI-Rechnungen nach bezahlen zu können.

Beim Programmieren soll KI ja noch Vorteile bringen, heißt es überall (stimmt zwar auch nicht, da die Leute am produzierten Code ersticken, die Qualität leidet und erste Firmen KI-Code-Generierung wieder verbieten). Aber die Woche hatte ich im Beitrag GitHub-Drama 2: Kostenexplosion bei Copilot seit 1. Juni 2026 auf den nächsten Kostenschock hingewiesen. Auch den Software-Entwicklern, die auf GitHub und Copilot setzen, fliegen die Kosten um die Ohren, weil Microsoft realistische Preise nimmt.

Dabei bringt der AI-Einsatz keinen Vorteil, wie man in diesem Tweet auf Basis einer Umfrage erkennen kann. Der Tweet hier thematisiert das von Goldman Sachs Research aufgeworfene Paradox of Automation. Jede große technologische Revolution in der bisherigen Geschichte (PCs, Internet etc.) war erfolgreich, weil sie teure Arbeitsabläufe durch kostengünstigere Lösungen ersetzte.

Beim KI-Einsatz zeigt sich genau das Gegenteil: Firmen geben Milliarden für extrem teure GPUs und Rechenzentren aus, nur um Niedriglohnaufgaben wie Kundenservice und einfache Programmierarbeiten zu ersetzen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Daron Acemoglu vom MIT prognostiziert, dass es in den nächsten zehn Jahren nur bei 4,6 % aller Arbeitsaufgaben kosteneffizient sein wird, diese zu automatisieren. Tom's Hardware hat Goldman Sach-Voraussagen, dass die Chatbots den Bedarf an Token um das 24-Fache steigern könnten, was Firmen wie Microsoft und Uber zu spüren bekämen, in diesem Artikel aufbereitet.

Der Schluss im Tweet: Silicon Valley gibt Billionen aus, um weniger als 5 % der Wirtschaft mit der teuersten Infrastruktur zu automatisieren, die je gebaut wurde. Es wird gefragt: Ist das eine technologische Revolution oder nur ein strukturelles Defizit in Höhe von Billionen Dollar? Der Tweet hier greift den KI-Bumerang auf, Firmen, die Belegschaft abgebaut haben, stellen jetzt fest, dass Wissen fehlt und stellen jetzt klammheimlich wieder Leute ein, um wieder arbeitsfähig zu werden.

Möglicherweise haben die Folgen der Corona-Epidemie sowie erste KI-Einsätze die in diesem Tweet thematisierten Negativ-Folgen eines kognitiven Wissensverlust bereits ihre Spuren hinterlassen. Anders sind die aktuellen Entwicklungen nicht zu erklären, auch wenn ich immer noch Vorteile von KI in ausgesuchten Fällen zu erkennen glaube. Aber die rechtfertigen nicht die gigantischen Investitionen.

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72 Kommentare zu Zerschellt der KI-Traum an den gigantischen (Token-)Kosten?

  1. TT sagt:

    Sollte diese Blase platzen, oder anders gesagt, wenn die Blase platzt, hat die Welt einen gigantischen Berg überflüssiger Hardware. Ist diese Ki-Hardware in der Zweit- oder Drittverwendung noch für anderes nutzbar? Oder ist das zu speziell? RAm, HDD, SSD können einen zweiten Frühling erleben, aber der Rest?

    • Fritz sagt:

      Warum sollte diese Hardware überflüssig sein?
      Sie erfüllt ja ihren Zweck und das erwiesenermaßen recht gut.
      Ein Haus wird ja auch nicht abgerissen, weil der Bauträger pleite geht.
      Es wird zwangsversteigert und irgend jemand macht ein "Schnäppchen".

      Was natürlich platzt sind die Investitionen der Geldgeber, seien es Kredite, Anleihen oder auch Aktien. Damit wird der Verlust auf viele Schultern verteilt – wie es bis jetzt bei jeder Wirtschaftskrise war.

      Was es der Welt bringt ist preiswerterer Zugang zu KI-Dienstleistungen.
      Es wird sich ein Preis einstellen, der die (immer noch gigantischen) Energiekosten und den laufenden Betrieb abbildet.

      Dramatisch ist es nur für im Bau befindliche Projekte, die niemand mehr fertigstellt. Das sind dann Investruinen.
      Wie in der Baubranche (z.B. Benko-Tower).

      • rpr sagt:

        Die Hardware ist teilweise speziell auf den Usecase angepasst und kann nicht mal eben umgesteckt werden.

      • TT sagt:

        Ki-Blase geplatzt = überflüssige Hardware. Da ich diese Hardware nicht kenne, meine Frage, ob die einen zweiten Frühling erleben können.

      • Günter Born sagt:

        Ich bin mir nicht sicher, da ist sehr viel spezielle HW dabei. Wenn wirklich eine Blase platzt, und der projektierte Anwendungsfall entfällt, könnte es sein, dass sehr viel Hardware abgeschrieben und verschrottet wird. Der Bedarf ist nicht da, oft sind Eigentumsverhältnisse ungeklärt – und die Hardware-Zyklen sind ja auch so, dass das in 3 Jahren altes Zeug ist. Mag mich aber täuschen.

      • Jaja sagt:

        Schlechtes Beispiel. Schau dir allein an, was der Gröner und Benko an Bauruinen verursacht haben. Von Baugruben , die jahrelang vor sich hingammeln, über angefangene Projekte die vor sich hingammelnk, bis Projekte, die schon längst hätten angefangen werden sollen.

  2. Martin B sagt:

    da platzen nur die Hoffnungen der KI Gegner und Ewiggestriger. Nirgendwo ist die Entwicklung so rasant wie in der Halbleiterindustrie (Moore's law), d.h. dass es mehr Transaktionen pro Watt in wenigen Jahren geben wird. Auch ist das letzte Wort bei der Softwareoptimierung noch nicht gesprochen, in China scheint es ja anders zu laufen. Speziell in Hochlohnländern rechnen sich auch schnell 100-200€ Pläne/Monat. Auch DE ist ein Hochlohnland, wenn auch die Bezieher hier leieder netto arm sind. Wenn dann KI Roboter in Serienproduktion sind (2-3J), geht es erst richtig los.

    Copilot nur für Briefe schreiben und Mails zusammenfassen? Sehe ich auch skeptisch und beweist nur, dass wir ein Bildungsproblem an den Schulen haben, denn ohne Lese-, Mathekompetenz und einem Mindestmaß an Abstraktionsvermögen kann man eigentlich ohnehin zu Hause bleiben in einer kleinteiligen Arbeitswelt. Da übernimmt die KI besser komplett den Job.

    Der Run entsteht beim Coden und bei fachspezifischer KI (Versicherungen, Banken, Anwälte, Medizin) und eben Robotik: Produktion, Logistik, Fahrdienste, Bau. Copilot in Office ist crap, auf dem Windows Desktop sowieso. MS versuchte nur ein Geschäftsmodell zu entwickeln, aber das ist bisher nicht gelungen. KI hat außerdem für die Gesellschaft mehr zu bieten als Koblöd: Zugang zu Herrschaftswissen für eine kleine Gebühr und das ist die eigentliche Revolution. Die Bürger müssen sich von "Qualitäsmedien" und der Obrigkeit nicht mehr für dumm verkaufen lassen, denn Zusammenhänge und essentielle Statistiken sind nun direkt ohne Umwege leicht abrufbar und in einen Kontext zu setzen. Nun kann man nicht nur das Hirn einschalten sondern hat auch direkt Zugang zu relevanten Fakten und Zusammenhängen, was vorher nur mühsam recherchierbar war oder gleich unter Verschluss war.

    Da wird gar nichts scheitern, sondern es wird eine nie dagewesene Transformation in kurzer Zeit stattfinden.

    • Anonym sagt:

      Blöd nur das Vibecodoing nur sicher ist wenn man sich damit selbst auskennt.
      Beispiel Localmind.
      Die wussten nicht mal was eine IP Adresse ist und jeder hatte das gleiche Root Passwort verwendet!
      Deren Glück ist dass die tief mit der Politik verbandelt sind sonst wären die schon längst weg. Wenigstens sind keine Banken mehr bei denen Kunde.
      Und im Kapitalismus zählt am Ende immer das Geld und wenn ein Produkt zu teuer ist fliegt es raus. So wie bei Vmware oder halt jetzt KI. Klar wird die Möglichkeit bleiben aber irgendwann ist jeder Goldrausch bzw Hype vorbei.

    • Froschkönig sagt:

      So befürchte ich das auch. Das kann aber nur funktionieren, wenn die KIs nicht mit Blödsinn (Achtung: Definitionssache!) trainiert werden. Hier sehe ich besonders Gefahr durch feindliche staatliche Akteure, die auf diese Weise die KI-Blase zum brodeln bringen kann.

    • Hanseat sagt:

      Bis zu*** "Die Bürger müssen sich von "Qualitäsmedien" und der Obrigkeit nicht mehr für dumm verkaufen lassen" war ich Deiner Meinung…

      GB: Ich habe in diesem Sub-Thread einige Kommentare, die dann in Richtung NZZ etc. drifteten, und in gegenseitige Beharkungen ausarteten, gelöscht. Das hat hier nichts im Blog verloren.

      Ich gehe mit Vielem, was Martin B. geäußert hat, nicht konform. Trotzdem soll sein Kommentar hier aber als konträre Position stehen bleiben können, ohne das Antworten jetzt in irgendwelche politischen Richtungen ausbrechen.

      Ob dieser Durchmarsch der KI kommt, wie von ihm postuliert, werden wir sehen. Ich kann es nicht beantworten. Meine Lebenserfahrung sagt mir deutlich Nein, der Hype und manche Entwicklung sagt mir "Nichts ist unmöglich". Also bleibt abwarten, seine Eier nicht alle in einen Korb legen und das Pulver trocken halten.

      • Matze sagt:

        Das ist aber das Einzige, womit er wirklich Recht hat.

      • Günter Born sagt:

        In ganz einzelnen Teilen des Kommentars von Martin B. gehe ich mit. Ich hatte aber im Text einen Tweet verlinkt, der sich mit dem Verlust der kognitiven Intelligenz befasst, und auf einem wissenschaftlichen Paper beruht. Zudem ist mir die Tage ein Interview einer Soziologin untergekommen, die sich mit dem Wandel der Generation Tiktok in deren Fähigkeiten dreht. Ich brauche doch nur auf die eigene Nase zu schauen. Als Generation Rechenschieber mit Kopfrechnen hatte man Fähigkeiten und ein Gefühl, ob ein Ergebnis stimmt. Mit dem Wechsel zum Taschenrechner brauchte ich keine Logarithmentafeln, oder trigonometrische Wertetabellen mehr. Aber die Fähigkeiten sind weg …

        Wer lernt noch eine Fremdsprache und trainiert so sein Gehirn, wenn es Deepl gibt. Ich nutze Deepl, um fremdsprachliche Texte lesen oder auf Verständnis kontrollieren zu können. Aber die Fähigkeiten, in Englisch zu denken und zu verstehen, nehmen schon spürbar ab. Und ich bin nicht Generation Tiktok. Wenn ich das konsequent weiter denke, wird es arg düster.

        Ich vermag noch strukturiert und algorithmisch zu denken, erinnere mich noch, wie schwer im Studium die ersten Schritte in Fortran waren. Die meisten der Kommilitonen hat es geschmissen und es ging darum, den Schein zu kriegen. Ich war später einer der Wenigen, die alles im Programmierung und Numerik belegt haben, was ich kriegen konnte. Wir waren die Generation vor der Verfügbarkeit der PCs und haben die Technik später in der Breite eingeführt.

        Ich habe am Donnerstag noch mit Grok was im Blog auswerten lassen, ging um Beiträge, die eine gewisse Textlänge überschreiten, eine VGWort Zählmarke enthalten, eine bestimmte Mindestabrufzahl nicht erreicht haben, und mit der Zählmarke in einer CSV-Datei enthalten waren. Es war beeindruckend, wie Grok, als der längere Prompt endlich stand, das durchgeackert hat! Ergebnis war: Null Treffer. Kann das stimmen? A bisserl nachgedacht, im Dashboard des Blogs eine Suche gestartet und dann etwas sortiert (waren zwei Klicks). Ergebnis: Grok hat Recht. Hätte ich sofort machen sollen und viel Zeit gespart.

        Nun erzählt mir nicht, dass Generation ChatGPT in 5 Jahren zu dieser Denke noch fähig sein wird. Es wäre schön, wenn ich mich irre, alleine die Erfahrung spricht dagegen.

        PS: Bevor jetzt irgendwelche Kommentare zu Grok einschlagen – da ich über X viele Informationen beziehe, stellt Grok eine schnelle Möglichkeit dar, Tweets auf Kontext und Hintergrund analysieren und Quellen anzeigen zu lassen – das funktioniert ganz gut – aber die Ergebnisse muss man doppelt und dreifach überprüfen – manchmal spinnt Grok auch echt was zusammen. Was extrem schlecht bis gar nicht funktioniert: Grook anweisen, bestimmte Informationen, die mir auf X untergekommen sind, zu suchen. Selbst, wenn ich Grok anweise, dass es einen Retweet in meinem Profil geben muss, kriege ich keine Treffer.

        • Christopher sagt:

          Schöner Spruch in diesem Zusammenhang: "Ich schätze besser, als Sie rechnen können!". Wenigstens den groben Wertebereich zu kennen, in dem das Ergebnis liegen muss, hat mich schon im Jahr 2000 vor bösen Excel-Fehlern bewahrt. Insofern sehe ich weiterhin den Bedarf an Kompetenz vor dem Monitor.

          • Günter Born sagt:

            Befasse dich mit dem, was ich im ersten Absatz angedeutet habe. Wir werden in 5 – 10 Jahren eine Generation Arbeitnehmer und Führungskräfte haben, die diese kritische Einstellung, Ergebnisse zu hinterfragen, Überschlagsrechnungen durchzuführen und selbst zu denken, schlicht nicht mehr kennen. Ich brauche doch nur ehrlich selbst "Nabelschau" zu betreiben: Wie hast Du in der Zeit 1969 bis 1973 agiert (war die Zeit, als ich als Lehrling mit Rechenschieber und trigonometrischen Tafeln unterwegs war, ab 1973 brauchte ich einen Taschenrechner auf dem Weg zum Fachabitur)? Im Studium bis 1979 habe ich noch Rechnungen im Kopf auf Plausibilität überschlagen. Ab 1979 bin ich mehr und mehr in die Programmierung abgerutscht -da brauchte es keine Berechnungen und das Können verkümmerte. Wenn ich jetzt im Jahr 2026 kritisch hinterfrage, wie hat sich deine "Struktur im Gehirn" nach 25 Jahren intensiver Internetnutzung verändert, sieht das nicht gut aus. Eine langen, möglicherweise anspruchsvollen Text lesen und verstehen? Rangiert in der Lust- und Aufmerksamkeitsskala ganz am unteren Ende – fast bei Null. Eine fremdsprachigen Text selbst zu lesen, unbekannte oder zweifelhafte Begriffe nochmals manuell nachschlagen, jetzt, wo es Google Translate und Deepl gibt? Schwierig (ach kommt, geht doch mit Deepl ganz einfach). Einen geschriebenen Text zwei, drei Tage liegen lassen, um den dann ausgedruckt nochmals auf Fehler zu lesen? So gut wie unmöglich. Mal zwei Seiten mit der Hand schreiben? Habe ich ewig nicht mehr gemacht.

            Und jetzt mappen wir das auf eine Generation X oder Y, die mit Smartphone, Tiktok und ChatGPT sozialisiert wurden. Die Folgen lassen sich doch schon sehen. Und dann blicken wir mal über den Teich, in die USA, wo die Leute im Hinblick auf Selbstoptimierung getriggert werden. Mit AI werde ich x-fach produktiver. Glaubt jemand ernsthaft, dass da noch Zeit bleibt, für kritische Reflektionen? Wir leiden doch jetzt schon an Burnout durch Arbeitsverdichtung bei Arbeitnehmern (Stichwort Hamsterrad). Gerade die Aussage gelesen, dass Arbeitnehmer KI einsetzen, um ungeliebte und monotone Arbeiten erledigen zu lassen. Da ist dann nichts mehr mit Hinterfragen oder mal auf Plausibilität prüfen, wenn nicht offensichtliche Fehler passieren.

            Das ist nicht mal fehlender Wille – die Menschen werden es nicht mehr können, weil das ständige Training des Gehirns fehlt. Wer kann heute noch einen langen Brief in Schönschrift mit der Hand verfassen? Ja, es gibt noch solche Leute (auch Jüngere) – aber die Masse schafft das nicht mehr – ich bin seit dem Alter von 16 auf Schreibmaschine bzw. später per Rechner mit Textverarbeitung unterwegs. Abseits der Sauklaue wird es immer schwieriger, was zu notieren – und dabei arbeite ich noch mit Schmierzetteln – kann aber zwei Stunden später meine Klaue nicht mehr lesen. Viele Jüngere sind doch schon nicht mehr in der Lage, längere und strukturierte Texte zu verfassen. Es ist immer das Gleiche: Du wirst gut, wenn dich etwas interessiert und Du das immer wieder übst oder eine Tätigkeit ausführst.

            Ich betreibe ja noch als Steckenpferd meinen 50Plus-Blog – und hatte dort vor einiger Zeit den Beitrag Fitness 50 Plus durch neurozentriertes Training. Sind ganz einfache Übungen, aber das kriegt man nicht hin, wenn man nicht ständig dran bleibt (alleine die dort gezeigte Hase-Jäger-Übung wirft mich sofort raus – könnte man aber erlernen). Zeigt: Du musst ackern, ackern, ackern. Und jetzt kommen Leute daher und versprechen: "Leute, ist müsst euch nicht mehr anstrengen und ackern, wir haben eine Technologie, die macht das für euch". Früher gab es die Karikatur, dass Leuten im Schlaf mit einem Trichter "Wissen eingeflößt werden könnte". Da ging es noch darum, dass das Gehirn dieses Wissen abrufen kann. Heute soll es in ChatGPT & Co. stecken … Du brauchst max. noch Prompten zu können.

            • aus dem Rhein-Main Gebiet sagt:

              Hallo Günter, ich stimme Deinem Kommentar vollkommen zu. Die Selbstreflexion, das Hinterfrage der KI Ergebnisse wird immer weiter abnehmen.

              Man wird sogar soweit gehen, daß fremde Meinungen / Stimmungen nicht mehr hinterfragt werden. Warum auch, denn das bedeutet ja, daß man sich näher / intensiver damit befassen muß.

      • Martin B sagt:

        GB: *** ersten Teil des Kommentars gelöscht, da ich Vorkommentare bereits mit Begriffen zensiert habe ***

        Das Vernachlässigen der Gehirnnutzung obliegt uns selbst, es spricht nichts dagegen, ein englisches Buch zu lesen, einen komplexen Text auszudrucken und analog zu lesen oder sich in Schach zu üben. Es ist wie beim Essen: Erkenntnis und Disziplin.

        • xx sagt:

          Aktuell ist es auch "nur" die digitale Welt. Es gibt sehr viele Menschen denen die digitale vollkommen egal ist.
          , bzw. diese nur als Zeitvertreib Medium nutzen.

          Dass die Menschheit/Jugend vor dem Untergang steht.. das Thema ist tausende Jahre alt.

          • Froschkönig sagt:

            Ich war heute Vormittag auf dem Flohmarkt und habe auf mehren Ständen die Kisten nach LPs durchsucht, bin 3x fündig geworden. Naja, da war noch einer auf der Suche nach LPs, etwa in meinem Alter, Musiker, kompletter Digitalverweigerer, hat er mir erzählt, der hat von der analogen Zeit geradezu geschwärmt (ich kann ja – aus anderen Gründen – die Vorzüge dieser Ära gewisserweise nachvollziehen, aber das gehört in ein IT-Forum nicht rein, ich würde das Digitale auf jeden Fall vermissen), und zwar in einer Weise, dass mir schon unheimlich wurde… Das war so einer, der den Klang von (kratzerfreien) LPs von selbst besten Samples/Super-Audio-CDs auf jeder Hifi-Anlage am Klang unterscheiden könne, kein Computer (nichtmal mit Linux), kein tragbares "digitales" Telefon, kein Fernseher mehr seit dem die digital wurden, Radio nur noch solange es UKW gibt, immer Bargeld, Kontoauszüge und Überweisungen am Bankschalter, alles elektrische was Tasten oder Touchscreen hat ist Teufelszeug…

            • xx sagt:

              Man kann es auch übertreiben.

              Ich persönlich finde Technik immer problematisch, wenn sie ein Selbstzweck ist, wenig Probleme löst, aber viele Probleme/Arbeit mitbringt.

      • Christopher sagt:

        Es wird sich sicherlich nach der anfänglichen Euphorie und der jetzt wahrscheinlich kommenden Ernüchterung auf ein gesundes Maß einpendeln. Mir fällt gerade der Gartner Hype Cycle dazu ein (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hype-Zyklus).

    • Mira Bellenbaum sagt:

      Da betet einer das goldene Kalb an!
      Ich würde sagen, warten wir's ab.
      Z.Z. ist der ganze KI-Quatsch einfach nur teuer und die Billionen an Invest müssen ja auch erst
      einmal wieder reingeholt werden!
      Wenn die erste "große" Firma stolpert, gibt es an den Börsen einen Ausverkauf,
      dann ist Schluss mit dem Käse, zumindest so, wie wir ihn gerade erleben.

      Ja, es gibt Bereiche, da wird KI weiter "Leben", und zwar immer dann, wenn es um
      Mustererkennung geht!
      Sei es in der Medizin, in der Forschung, ja auch bei der Entschlüsselung von chiffrierten
      Dokumenten, und auch beim Übersetzen, etc.
      Es gibt da noch so einiges, aber Du übertreibst.

      Rechne einfach nur mal durch, was es kostet, wenn ein "Roboter" mit KI genutzt wird
      Pakete in einen Transporter zu laden!
      Klar der macht das 24/7, sofern erforderlich.
      Kostet das mehr als 13,80 € die Stunde?

    • Chris sagt:

      d.h. dass es mehr Transaktionen pro Watt in wenigen Jahren geben wird….

      Was aber nicht bedeutet das es dadurch für den Endnutzer billiger wird!

    • Anonym sagt:

      Und wenn es mit den Robotern und KI überall usw. richtig los geht, gibt es kaum noch jemanden, der diese Dienstleistungen kaufen kann, weil das Einkommen für echte Menschen sinkt/verschwindet. Nun denn.

      • Martin B sagt:

        Man muss Arbeit vom Broterwerb trennen.

        • Anonym sagt:

          Und das soll wie genau funktionieren?

          Broterwerb fällt dann vom Himmel?

        • Mira Bellenbaum sagt:

          Egal wie Du das meinst, wie soll das funktionieren?

          Ohne Moos nix los,
          und von nix kommt nix!

          • Martin B sagt:

            ja, da ist was dran! Man wird Arbeit und Auskommen neu bewerten und betrachten müssen. Überlegungen dazu gibt es mehr als ausreichend.

            Wir haben ja das Experiment Bürgergeld gerade gemacht, dummerweise hat man die Lohnabhängigen dafür zahlen lassen, es funktioniert nicht und das wird man neu aufstellen müssen. Aber das ist der Weg.

            • Anonym sagt:

              Was konkret ist da der Weg? Immer mehr Geld drucken? Inflation durch die Decke treiben? Oder Essensmarken und Bezugsscheine verteilen wie in der Nachkriegszeit? Oder digitalen Euro verteilen, der monatliches Ablaufdatum hat und danach wertlos wird und zudem anteilig nur für bestimmte Produktgruppen verwendet werden kann? Welches davon ist der Weg?

              • Martin B sagt:

                es wird eine Lösung geben. Die alten Regeln greifen nicht mehr, weder gibt es noch den Goldstandard, noch haben zahlungsunfähige Länder die EU zu Fall gebracht und die Inflation blieb trotz langer Nullzinsphase im Rahmen.

                Es wird eine Weg geben und das ist auch gut so. Der Westen konnte jahrzehntelang nur durch deflatorische Effekte über Verlagerung ins Niedriglohnländer prosperieren. Unser Wohlstand, auch der in den USA, basiert weiterhin auf Ausbeutung. Wir haben gegenüber unseren Vorfahren nur eine höheren moralischen Anspruch und lassen vielen etwas mehr übrig als Essen zum Überleben. Der Mechanismus ist aber gar nicht so viel anders.

                Ohne billige Vorprodukte hätten wir nicht diese Überschüsse, unser Wohlstand wäre in dieser Form nicht vorhanden.

                Ein exportiertes hochwertiges Auto für 60.000€? Nicht zu schaffen, es müsste komplett hier produziert das 2-3 fache kosten und wäre unverkäuflich.

                • Luzifer sagt:

                  Klar gibt es nen Weg schaust in andere Länder: Slums/Elendsviertel.
                  Na dann muss der Bauer hier keine Tschechen, Polen als Erntehelfer einstellen machen dann die arbeitslosen ITler um zu überleben ;-P

                  Gibt ja genug Filme die Thematik anschneiden… gut weg kommen da nur die Reichen

                • Froschkönig sagt:

                  "es wird eine Lösung geben."

                  Das ist eine Wette auf die Zukunft, für die es bisher keine allgemeine Lösung gibt. Solange es diese allgemeine Lösung nicht gibt, sollte der KI-Einsatz als Ersatz für menschliche Arbeit auf Bereiche beschränkt werden, wo es eine spezielle Lösung gibt.

                  Und "allgemein" wäre erst erreicht, wenn damit das Leben jeden beliebigen Menschens in jedem beliebigen Ort auf dieser Welt finanziert werden kann und diese Leute immer noch irgendwas sinnvolles für sich und andere tun kann. Ansonsten hat das ganze Leben ja keinen Sinn mehr.

                  Wenn es keinen Ansporn mehr gäbe, intellektuell oder finanziell irgendetwas zu erreichen, wird der komplette Fortschritt in die Hand dieser Maschinen gegeben. Es wird keine menschliche Weiterentwicklung mehr geben, niemand setzt sich neue Ziele, verfolgt neue Ideen, usw. weil es keine finanziellen Anreize / Belohnungen mehr gäbe. Schon der Komunismus ist an dieser Gleichmacherei gescheitert. Auch das Allgemeinwissen der Menschheit würde schrumpfen, weil niemand mehr aus wirtschaftlichem Anreiz noch etwas "lernen" wollte, weder Naturwissenschaften, Sprachen noch kulturelles, denn das machen ja alles die Maschinen. Wir verblöden. IMHO keine tollen Aussichten.

    • Steter Tropfen sagt:

      Aha, die Sinnentfremdung des Begriffs „Ewiggestriger", dazu die Schlagwörter „Herrschaftwissen" und „ "Qualitäsmedien" " – deine Sprache verrät dich: Einer, der Verschwörungstheorien anhängt und lieber den Lügen glaubt, den die KI in seine Meinungsblase pumpt, weil er nicht beurteilen kann, was unabhängige fundierte Recherche dem Copy-&Paste-Journalismus voraus hat.
      Das erklärt natürlich die kurzatmige Betrachtungsweise des Themas.

      • Anonym sagt:

        Diverse Verschwörungstheorien des letzten Jahre zeichnen sich dieser Tage dadurch aus, dass ein signifikanter Anteil Realität wird, wollen viele nur nicht sehen, lieber alles reflexartig ablehnen, was nicht vorgebetet wurde.

      • Martin B sagt:

        Das Internet revolutionierte den Zugang zu Informationen über zugeschnittene dpa Meldungen und selektive Tagesschau Beiträge hinaus, KI nun ermöglicht den Zugang zu Spezialwissen in wenigen Sekunden (je nach Plan und Model).

        Da gibt es keine zwei Meinungen, das ist auch nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern das sagen viel klügere Menschen als ich, die sich eingehend mit der Materie beschäftigen, ohne monetäre Ziele zu verfolgen. Natürlich wurde das "Herrschaftswissen" gut geschützt, der limitierte Zugang dazu war ja schließlich das Geschäftsmodell. Nicht nur früher gab es "Herrschaftssprache": Zugang zu bestimmten Kreisen oder Berufen gab es nur damit, das war die Einstiegshürde.

        https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/179349/legitim-herrschaft-durch-sprache-in-politik-und-wissenschaft/

        Mediziner können davon heute noch ein Lied singen. Auf der Insel wird es heute noch gepflegt, die soziale Schicht hört man auch an der Sprache (vor 10J wurden noch 7 Klassen festgestellt).

        Die Zeiten werden sich schneller ändern, als viele ahnen.

  3. Werner sagt:

    Ist es schon soweit das man in Unternehmen oder privat einen Preisplan nicht mehr verfolgen kann? Und ggf. eine Bremse einbaut damit die Kosten nicht überraschend aus dem Ruder laufen.

  4. floppyrecycler sagt:

    Es gibt durchaus Bereiche bzw. Möglichkeiten, KI sinnvoll einzusetzen. Allerdings on-premise, wenn die Hardware und Skills im Betrieb vorhanden sind. Wir haben mittlerweile mehrere größere Mittelständler als Kunden, die in entsprechende Hardware investiert haben und lokale LLM für die Vereinfachung von Prozessen oder Automatisierung nutzen. Angesichts der Preiserhöhung vieler KI-Anbieter und dem Problem der Datenhoheit rechnet sich die Anschaffung und der Programmieraufwand sehr schnell. Dadurch fallen viele – teils zähe – interne Prozesse weg und die Mitarbeiter haben mehr Zeit für das Wesentliche. Das ist bei den Kunden der Fokus, keine Streichung von Stellen o.ä.

    Die Preismodelle der großen Anbieter müssen zwangsläufig irgendwann unbezahlbar werden, wenn da jemals Geld mit verdient werden soll. Genügend „angefixte" Unternehmen gibt es ja bereits.

    • Matze sagt:

      >und die Mitarbeiter haben mehr Zeit für das Wesentliche…
      Was soll das (Wesentliche) denn bitte sein? Schon zu meiner aktiven Zeit (Gott sei Dank bin ich raus aus der Tretmühle) war die 'Verwaltung' zu mind. 40% überbesetzt, d.h. 40% der Leute war in Arbeitssimulation, ergo hatte nichts zu tun und haben nur so getan, als ob sie arbeiten – je größer das Unternehmen, desto schlimmer und in Behörden und Ämter ist es noch schlimmer!

      Ob die KI oder die Mitarbeiter in Arbeitssimulation sind, ist dann auch schon wurst.

      • Daniel sagt:

        "Arbeitssimulation" so hab ich das noch nie gehört ich kannte das immer nur als Eierschaukeln. Aber leider verbringt man wirklich viel Zeit mit sinnlosen Arbeiten. Aber da braucht man keine KI sondern eine Optimierung der Prozesse und vor allem den Verzicht auf unnötige Statistiken.

    • Froschkönig sagt:

      Wenn mehr Firmen auf den Trichter kämen, werden die ganzen Rechenzentren, die gerade gebaut werden, garnicht mehr gebraucht. Fände ich gut.

      Konnte letztens ein 265GB Modell auf einem Päärchen fast bezahlbarer Grafikkarten in Betrieb ausprobieren, das war von der Qualität schon recht beeindruckend. Aber die Onlinemodelle sind noch schneller und wegen der wahrscheinlich unbegrenzt großen Wissensbasis noch präziser.

  5. Bernhard Diener sagt:

    Trotz allem bitte beachten, dass die englische Billion nicht mit Billion zu übersetzen ist. Ich sehe in der Überschrift "eine halbe Billion", später ist dann aber nur die Rede von 500 Millionen.

    • Günter Born sagt:

      Stimmt, da fehlte das Frühstück noch, da träumt Siggi Freud von Billionen Euro, die man mit einem SpaceX Börsengang einnehmen könnte, wenn man vor 20 Jahren den Hintern bewegt hätte…

  6. xx sagt:

    Es gibt noch starke Effizienz Steigerungen, und viele Anwendungen sind deutlich weniger Token Intensiv wie CoPilot.
    Und Modelle lokal betreiben geht ja auch, und limitiert am Ende die Kosten die in der Cloud abrechenbar sein werden.

    Man wird sehen ob GitHub das Preis Schema so beibehält.

    • Günter Born sagt:

      Mit lokalen Modellen und effizientem Token-Ansatz sowie günstigeren Token-Kosten ging mir zwar auch im Kopf herum. Ich habe es aber bewusst nicht thematisiert, da ich keine Fata-Morgana befeuern will. Warum: Ich bin 1980 als Software-Entwickler gestartet und kenne noch Code-Optimierung auf Assembler-/Maschinensprache-Ebene. 2008 bin ich aus dem Thema raus – aber alles, wo ich rein schaue, vermittelt mir nicht den Eindruck, dass da optimiert und effizient implementiert wird. Vielmehr wird auf Teufel komm raus "geast".

      Mein Optimismus, dass es da Optimierungen gibt, die das Ganze herum reißen, hält sich in Grenzen. Ich sehe aktuell eher, dass Modelle aus China mit optimiertem Ansatz als Kostenkiller reingrätschen könnten. Aber ob das wirklich der Burner wird, ich weiß es nicht. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten bei DeepSeek und Co.

      • xx sagt:

        Das Model Deepseek v4 zeigt vorallem wieviel Effizienz Steigerung möglich ist.
        Das Thema ist bei weitem noch nicht durch.
        Ohne die Chinesischen Modelle wäre das ganze Spiel ein US Monopoly.

  7. Matze sagt:

    >Jeder mit ein wenig Menschenverstand musste eigentlich zum Schluss kommen, dass da ein riesiges Ponzi-System am Start ist.
    Die gesamte Weltwirtschaft ist Ponzi-System…

  8. Mac sagt:

    Es ist bei großen Unternehmen immer der gleiche Mist. Das Management an der Spitze findet eine neue Methode, die alles besser machen soll. Und gibt nach Unten durch, dass das jetzt so Umgesetzt werden soll, und das durchaus mit entsprechenden Druck. Als Ergebnis überschlagen sich die Führungskräfte, das auf Teufel komm raus, umzusetzen. Kritische Stimmen im eigenen Unternehmen dazu, werden werden abgeblockt. Bis die ganze aktionistische Blase so nach 1 bis 2 Jahren platzt. Und die CEOs einen neuen Trend hinterherjagen.

    • mw sagt:

      Ganz einfach: Archibald Putt, Putt's Law. Zitat: "Technology is dominated by two types of people: those who understand what they do not manage, and those who manage what they do not understand." Putt hat das bereits 2006 formuliert und es gilt noch heute!

  9. bithive sagt:

    "Möglicherweise haben die Folgen der Corona-Epidemie sowie erste KI-Einsätze die in diesem Tweet thematisierten Negativ-Volgen eines kognitiven Wissensverlust bereits ihre Spuren hinterlassen."

    Ich würde hier Negativ-Folgen anstelle vom Negativ-Volgen schreiben. Der Witz schreibt sich von allein ;)

  10. Luzifer sagt:

    Was mir da immer zu kurz kommt sind die immensen Energiekosten und CO2 Emmisionen… die EU schafft ihre Klimaschutzvorgaben nicht! Und hier verrennen wir uns in etwas was jegliche Bemühungen/Erfolge bisher konterkariert und zunichte macht…

    Und die Regierungen schauen nur zu anstatt denen den Riegel vorzuschieben… kann doch nur bedeuten der Klimawandel war/ist eine einzige Lüge! Sonst würde man derartige Verschwendung/Belastung der Umwelt sofort verbieten!

    • Anonym sagt:

      Das Klimaschutz Thema wurde nach der Durchsetzung der Gesetzgebung für Zertifikate und Kostensteigerungen durch CO2 Abgaben zugunsten der Staatskasse langsam aber stetig beerdigt, die CO2 Story ist der KI Story gewichen. Man sieht ja auch so gar keine Klimakleber vor Rechenzentren usw.

    • Günter Born sagt:

      Hab ich im Artikel bewusst weggelassen, da ich a) das Thema auf die Kostenseite fokussieren wollte und b) das Thema Energie in diversen Artikeln bereit separat behandelt hatte.

  11. Red++ sagt:

    Zumal mir hier irgendwie der ganze Nutzen fehlt die ganze Verschwendung von Energie und Hardware zu rechtfertigen. Sollte die KI uns nicht bei dem Erreichen der Klimaziele, Welthunger und Energiekrise helfen? So verschlimmbessert sie nur das Problem, sicher kann man nun behaupten, das es meistens zunächst schlechter und erst viel später besser wird, aber das führt meiner Meinung nach zu einem Trugschluss.
    Zumal die KI bisher noch keine dieser tiefgreifenden Probleme überhaupt angegangen ist, zumindest habe ich noch nichts darüber gelesen oder gehört!

    • rpr sagt:

      Im Bereich Forschung wird KI genutzt und vielversprechende Ansätze zu identifizieren um so mühsame und teure Basisarbeit zu reduzieren.

      Ob systematische KI Nutzung aber menschliche Intuition und so manchen Zufall ersetzen kann wage ich mal zu bezweifeln.

      • Froschkönig sagt:

        Ich habe mal eine Reportage über KI-Nutzung in der Chemie gesehen, um neue Stoffe zu finden, speziell im Bereich Medikament-Entwicklung. Das war schon beeindruckend, was da erzählt wurde. Die KI findet da in sehr kurzer Zeit sehr viele neue Verbindungen, testet die auf Wirksamkeit für alles Mögliche und die vielversprechendsten Sachen werden dann nochmal im Labor real hergestellt und auf Wirksamkeit geprüft. Das soll aktuell die Medikamentenentwicklung erheblich beschleunigen, z.B. in der Krebs-Bekämpfung, das langsame ist derzeit noch die Zertifizierung, bevor Medikamente auf den Markt dürfen. Deswegen sehen wir davon noch nicht viel in den Apotheken, aber das soll angeblich nur noch eine Frage der Zeit sein.

        Die Verwendung von LLMs als Chatbot ist dagegen eher eine Verschwendung von Ressourcen.

        • mw sagt:

          Willst Du damit sagen, daß die KI in der Pharmaindustrie deren Gewinne noch weiter ins exorbitante steigern wird, oder glaubst Du tatsächlich, daß neue Antibiotika gegen resistente Keime und günstige Zytostatika dabei herauskommen? Letzteres kann ich mir bei besten Willen nicht vorstellen.

  12. Martin B sagt:

    Wo wir gerade beim Thema sind und ich zitiere gerne den ÖRR, damit er auch mal gut weg kommt:

    https://www.zdfheute.de/panorama/impfstoff-ki-coronaviren-forschung-100.html

    • Luzifer sagt:

      Da wird nur eines übersehen: die Natur selbst ist erfinderisch… die Letzte "Supermedizin" hat sich ja auch als zwar kurzzeitig hilfreich erwiessen, führt aber immer mehr zu resistenten Superkeimen…
      daran ändert auch KI nix.

  13. Grimeton sagt:

    Und jetzt der ganz große Gack: Die Systeme halten nur ~5 Jahre und dann benötigt man neue. Also die kompletten Investitionen in 5 Jahren nochmal.

    Das wird super.

    • Luzifer sagt:

      Das ist auch nur BWL Kacke… du brauchst auch alle 2 bis 4 Jahre nen neuen "Gaming PC" glaubt man dennen. Auf nem 10 Jahren alten Gaming PC kann man trotzdem noch zocken… ja hier und da mit Abstrichen, aber es geht!

      So ist das auch mit KI Rechenzentren… man mischt mit alter Hardware nicht mehr vorne mit, aber laufen tun sie trotzdem!
      Wenn die Quanten Rechner sich durchsetzen sind KI Rechencenter sowieso Geschichte, da hat man die Power dann zu Hause auf dem Schreibtisch stehen.

      Persönlich denke ich das dies (Quantencomputer), sogar eher passiert als das KI wirklich intelligent wird!

      • Anonym sagt:

        Arbeite hier auf gutem T430s, damals als Leasing Rückläufer gekauft und mit 16 GB RAM und zusätzliche SSD im CD-Drive-Bay erweitert, bis heute völlig problemlos. Brauche nichts "schnelleres, tolleres, besseres, neueres" für die normalen Office Arbeiten.

      • Anonym sagt:

        Diese Quantencomputer kommen zeitgleich mit den ersten Fusionskraftwerken….

        • Luzifer sagt:

          Wenn IBM Quantum seinen Zeitplan halten kann… immerhin gibt es im Labor zumindest Quantenrechner die länger als nur ein paar mikrosekunden laufen (Fusionsreaktoren) ;-P

          Wenn ich wetten müsste, würd ich ganz klar auf die Quanten setzen…
          Intelligente KI? Fusionreaktoren? … ne dazu bin ich zu alt, das erleb ich nicht mehr… Quantencomputer jedoch ist im Möglichen!

          b2t: was ich jedoch krass finde:
          920 Millionen US-Dollar monatlich: Google kauft Rechenka­pazitäten bei SpaceX ein … da sie wohl selbst nicht genug Kapazitäten bereitstellen können… da lächelt Musk breit wie ein Honigkuchen.

          https://www.cnbc.com/2026/06/05/google-to-pay-spacex-920-million-a-month-for-xai-compute-capacity.html

          • Froschkönig sagt:

            Bei OVH in Frankreich kann man schon seit über 2 Jahre Zugang zu einem Quantencomputer mieten, inzwisdchen gibts sogar schon kostenlose, limitierte Testzugänge. Bisher war der Aufbau von Quantencomputern ziemlich komplex, aber diverse Hersteller haben es inzwischen geschafft, die Logik dafür auf Chips zu packen, sogar Microsoft arbeitet an der Veröffentlichung entsprechender Hardware.

            https://www.ovhcloud.com/de/public-cloud/quantum-computing/
            https://azure.microsoft.com/de-de/solutions/quantum-computing

            Nach KI könnte das demnächst das nächste "große Ding" sein, vor allem für die IT-Sec, die dann erstmal Quantum-resistente Authentifizierung haben müsste, 2FA hilft da nämlich nur noch bedingt weiter…

            Ja, sind Marketing-Infos, aus erster Hand, nix irgendwo über Umwege über X gebloggt…

      • Froschkönig sagt:

        Die BWLer werden dir dann aber was anderes vorrechnen. Nämlich dass du bei gleichem (oder weniger) Kosten, Energieverbrauch, Kühlleistung, Platz im Rechenzentrum, usw. eine X-fach höhere Rechenleistung hättest. Und damit sind deine Nachhaltigkeitsgedanken null und nichtig und du darfst die Nachfolgehardware ins Rack schrauben, dein Altgerät hat für die BWLer nur noch Schrottwert.

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