Platzt die KI-Blase, die sich in den letzten Jahren gebildet hat, demnächst wegen der Nutzungskosten? Rein von der ökonomischen Seite konnten die gigantischen Investitionen in KI-Entwicklung und Rechenzentren sich angesichts der erwartbaren Umsätze nicht "rechnen". Nun erlebt Firmen, die KI anwenden und jetzt erstmal KI-Leistungen wirklich begleichen müssen, einen Kostenschock. Die vermeintliche Killer-Technologie AI erweist sich als "Budget-Killer".
Über das Thema AI (Artificial Intelligence) und die gigantische AI-Blase, die sich gebildet hat, habe ich ja in letzter Zeit häufiger geschrieben. Die Investitionen in Rechenzentren werden sich nicht amortisieren (Goldman Sachs warnt vor AI-Blase, die Rechenzenten-Boom platzen ließe), der Ressourcenverbrauch ist gigantisch (siehe Der KI-Ressourcenverbrauch wird Stromnetze und Länder überfordern) und wird die Umwelt schädigen. In den USA regt sich Widerstand gegen den KI-Rechenzentrumsbau (siehe KI-Splitter #2: Fährt die Branche mit Karacho gegen die Wand?). Ein UN-Bericht hat zudem gerade die gigantischen Abfallberge aus den Rechenzentren thematisiert (n-tv berichtet im Artikel UN-Bericht enthüllt die schmutzige Seite des KI-Booms).
Kürzlich bin ich auf obigen Tweet gestoßen, der ein Schema der Financial Times (FT) zeigt, wo das Return of Investment (ROI) diverser KI-Anbieter gezeigt wird. Die Zahlen im KI-Bereich sehen sehr düster aus. Selbst unter "Best-Case"-Annahmen zeigen die Daten der FT, dass der ROI im KI-Bereich bei Microsoft bei -9 %, bei Google bei -15 %, bei Meta bei -28 % und bei Oracle bei -35 % liegt. Nur Amazon kommt gerade noch ins Plus.
Der Artikel hier thematisiert (basierend auf Aussagen eines Ex-Microsoft Managers), dass die gigantischen KI-Investitionen keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen. Die Seite isaiprofitable.com zeigt, welche Geldverbrennungsmaschine die Branche ist. Jeder mit ein wenig Menschenverstand musste eigentlich zum Schluss kommen, dass da ein riesiges Ponzi-System am Start ist. Interessiert die Masse der Firmen, die KI-Vorreiter sein wollen, nicht.
Kostenexplosion bei der Nutzung
Aber jetzt schlägt die Realität bei den Nutzer von KI-Angeboten ein, nachdem die AI-Anbieter die subventionierten Angebote wegen der Kosten auf echte Preise umgestellt haben. Seit Ende Mai 2026 häufen sich die Negativmeldungen, wo den AI-Nutzern die Kosten um die Ohren fliegen.
Eine halbe Billion Dollar pro Monat
Im Beitrag KI-Splitter #2: Fährt die Branche mit Karacho gegen die Wand? hatte ich noch den Trend zum "AI-Token-Maximizing" bei einigen Firmen aufgezeigt. Auf n-tv las ich die Tage in diesem Artikel, dass US-Unternehmen wie Amazon und Meta ihre Mitarbeiter dazu drängen, KI auf Teufel komm raus zu nutzen, koste es, was es wolle. Führt dazu, dass Mitarbeiter ihre Mails mit KI sortieren lassen, um den Nachweis der KI-Nutzung gegenüber dem Arbeitgeber zu erbringen. Erzeugt gigantische Kosten, die den Unternehmen auf die Füße fallen.
Im Artikel wurde von mir angedeutet, dass die generierten KI-Kosten aus dem Ruder laufen. Microsoft schränkt bei seinen Entwicklern die Nutzung von Anthropic Claude Code aus Kostengründen ein, und schiebt alles auf Copilot.
Obiger Tweet (und dieser Tweet) spielt auf den gleichen Sachverhalt an. Es wird kolportiert, dass ein Unternehmen innerhalb eines Monats 500 Millionen US-Dollar für die Claude-Nutzung verbrannt habe, weil niemand Nutzungsgrenzen festgelegt hatte. Die Zahl wurde von einem Consultant genannt, die Firma blieb im Dunkeln.
Mir ist dann ein Tweet untergekommen, der besagt, dass diese Firma Amazon war. Dort gab es ein AI-Leader-Board, wo die Leute mit der meisten KI-Nutzung aufgelistet wurden. Der Tweet hier zitiert ein Memo eine Senior Vice President bei Amazon, der an die Mitarbeiter schrieb: "Bitte setzt KI nicht nur um der KI willen ein". Das KI-Leader-Board ist Geschichte.
Die Kosten fliegen den Nutzern um die Ohren
Das autonome Taxi-Unternehmen Uber hat sein KI-Jahresbudget für 2026 in einem Monat verbrannt. Und erste Firmen werfen Mitarbeiter raus, um ihre KI-Rechnungen nach bezahlen zu können.
Beim Programmieren soll KI ja noch Vorteile bringen, heißt es überall (stimmt zwar auch nicht, da die Leute am produzierten Code ersticken, die Qualität leidet und erste Firmen KI-Code-Generierung wieder verbieten). Aber die Woche hatte ich im Beitrag GitHub-Drama 2: Kostenexplosion bei Copilot seit 1. Juni 2026 auf den nächsten Kostenschock hingewiesen. Auch den Software-Entwicklern, die auf GitHub und Copilot setzen, fliegen die Kosten um die Ohren, weil Microsoft realistische Preise nimmt.
Dabei bringt der AI-Einsatz keinen Vorteil, wie man in diesem Tweet auf Basis einer Umfrage erkennen kann. Der Tweet hier thematisiert das von Goldman Sachs Research aufgeworfene Paradox of Automation. Jede große technologische Revolution in der bisherigen Geschichte (PCs, Internet etc.) war erfolgreich, weil sie teure Arbeitsabläufe durch kostengünstigere Lösungen ersetzte.
Beim KI-Einsatz zeigt sich genau das Gegenteil: Firmen geben Milliarden für extrem teure GPUs und Rechenzentren aus, nur um Niedriglohnaufgaben wie Kundenservice und einfache Programmierarbeiten zu ersetzen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Daron Acemoglu vom MIT prognostiziert, dass es in den nächsten zehn Jahren nur bei 4,6 % aller Arbeitsaufgaben kosteneffizient sein wird, diese zu automatisieren. Tom's Hardware hat Goldman Sach-Voraussagen, dass die Chatbots den Bedarf an Token um das 24-Fache steigern könnten, was Firmen wie Microsoft und Uber zu spüren bekämen, in diesem Artikel aufbereitet.
Der Schluss im Tweet: Silicon Valley gibt Billionen aus, um weniger als 5 % der Wirtschaft mit der teuersten Infrastruktur zu automatisieren, die je gebaut wurde. Es wird gefragt: Ist das eine technologische Revolution oder nur ein strukturelles Defizit in Höhe von Billionen Dollar? Der Tweet hier greift den KI-Bumerang auf, Firmen, die Belegschaft aufgebaut haben, stellen jetzt fest, dass Wissen fehlt und stellen jetzt klammheimlich wieder Leute ein, um wieder arbeitsfähig zu werden.
Möglicherweise haben die Folgen der Corona-Epidemie sowie erste KI-Einsätze die in diesem Tweet thematisierten Negativ-Volgen eines kognitiven Wissensverlust bereits ihre Spuren hinterlassen. Anders sind die aktuellen Entwicklungen nicht zu erklären, auch wenn ich immer noch Vorteile von KI in ausgesuchten Fällen zu erkennen glaube. Aber die rechtfertigen nicht die gigantischen Investitionen.
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MVP: 2013 – 2016





Sollte diese Blase platzen, oder anders gesagt, wenn die Blase platzt, hat die Welt einen gigantischen Berg überflüssiger Hardware. Ist diese Ki-Hardware in der Zweit- oder Drittverwendung noch für anderes nutzbar? Oder ist das zu speziell? RAm, HDD, SSD können einen zweiten Frühling erleben, aber der Rest?
da platzen nur die Hoffnungen der KI Gegner und Ewiggestriger. Nirgendwo ist die Entwicklung so rasant wie in der Halbleiterindustrie (Moore's law), d.h. dass es mehr Transaktionen pro Watt in wenigen Jahren geben wird. Auch ist das letzte Wort bei der Softwareoptimierung noch nicht gesprochen, in China scheint es ja anders zu laufen. Speziell in Hochlohnländern rechnen sich auch schnell 100-200€ Pläne/Monat. Auch DE ist ein Hochlohnland, wenn auch die Bezieher hier leieder netto arm sind. Wenn dann KI Roboter in Serienproduktion sind (2-3J), geht es erst richtig los.
Copilot nur für Briefe schreiben und Mails zusammenfassen? Sehe ich auch skeptisch und beweist nur, dass wir ein Bildungsproblem an den Schulen haben, denn ohne Lese-, Mathekompetenz und einem Mindestmaß an Abstraktionsvermögen kann man eigentlich ohnehin zu Hause bleiben in einer kleinteiligen Arbeitswelt. Da übernimmt die KI besser komplett den Job.
Der Run entsteht beim Coden und bei fachspezifischer KI (Versicherungen, Banken, Anwälte, Medizin) und eben Robotik: Produktion, Logistik, Fahrdienste, Bau. Copilot in Office ist crap, auf dem Windows Desktop sowieso. MS versuchte nur ein Geschäftsmodell zu entwickeln, aber das ist bisher nicht gelungen. KI hat außerdem für die Gesellschaft mehr zu bieten als Koblöd: Zugang zu Herrschaftswissen für eine kleine Gebühr und das ist die eigentliche Revolution. Die Bürger müssen sich von "Qualitäsmedien" und der Obrigkeit nicht mehr für dumm verkaufen lassen, denn Zusammenhänge und essentielle Statistiken sind nun direkt ohne Umwege leicht abrufbar und in einen Kontext zu setzen. Nun kann man nicht nur das Hirn einschalten sondern hat auch direkt Zugang zu relevanten Fakten und Zusammenhängen, was vorher nur mühsam recherchierbar war oder gleich unter Verschluss war.
Da wird gar nichts scheitern, sondern es wird eine nie dagewesene Transformation in kurzer Zeit stattfinden.
Bis zur Schwurbelei "Die Bürger müssen sich von "Qualitäsmedien" und der Obrigkeit nicht mehr für dumm verkaufen lassen" war ich Deiner Meinung…
Da betet einer das goldene Kalb an!
Ich würde sagen, warten wir's ab.
Z.Z. ist der ganze KI-Quatsch einfach nur teuer und die Billionen an Invest müssen ja auch erst
einmal wieder reingeholt werden!
Wenn die erste "große" Firma stolpert, gibt es an den Börsen einen Ausverkauf,
dann ist Schluss mit dem Käse, zumindest so, wie wir ihn gerade erleben.
Ja, es gibt Bereiche, da wird KI weiter "Leben", und zwar immer dann, wenn es um
Mustererkennung geht!
Sei es in der Medizin, in der Forschung, ja auch bei der Entschlüsselung von chiffrierten
Dokumenten, und auch beim Übersetzen, etc.
Es gibt da noch so einiges, aber Du übertreibst.
Rechne einfach nur mal durch, was es kostet, wenn ein "Roboter" mit KI genutzt wird
Pakete in einen Transporter zu laden!
Klar der macht das 24/7, sofern erforderlich.
Kostet das mehr als 13,80 € die Stunde?
d.h. dass es mehr Transaktionen pro Watt in wenigen Jahren geben wird….
Was aber nicht bedeutet das es dadurch für den Endnutzer billiger wird!
@ Günter Born: im vorletzten Absatz steht: "Der Tweet hier greift den KI-Bumerang auf, Firmen, die Belegschaft aufgebaut haben, stellen jetzt fest, dass Wissen fehlt und stellen jetzt klammheimlich wieder Leute ein, um wieder arbeitsfähig zu werden."
Ich vermute mal, es hätte heißen sollen: "… Firmen, die Belegschaft *ab*gebaut haben, stellen jetzt fest, dass Wissen fehlt …"?!
Ist es schon soweit das man in Unternehmen oder privat einen Preisplan nicht mehr verfolgen kann? Und ggf. eine Bremse einbaut damit die Kosten nicht überraschend aus dem Ruder laufen.