Astronomen finden 20 neue Saturn-Monde – Namen gesucht

Es gibt immer noch Überraschungen in unserem Sonnensystem. Astronomen haben mit den größten verfügbaren Teleskopen 20 neue und bisher unbekannte Monde um den Planeten Saturn nachgewiesen. Jetzt sucht man Namen für die Monde.


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Die Entdeckung wurde am Montag vom Minor Planet Center der International Astronomical Union bekannt gegeben. Ich bin vor einigen Stunden über den nachfolgenden Tweet auf diese astronomische Neuigkeit gestoßen.

Dieser Artikel beschreibt die Entdeckung der neuen Monde um den Saturn. Der Planet weist jetzt 82 bekannte Monde auf, während bei Jupiter bisher nur 79 Monde nachgewiesen sind. Jeder der neu entdeckten Monde hat einen Durchmesser von etwa fünf Kilometern.

Das im Tweet eingebundene Bild zeigt die Umlaufbahnen der Monde. Siebzehn von ihnen umkreisen den Planeten rückwärts oder in eine retrograde Richtung, was bedeutet, dass ihre Bewegung der Rotation des Planeten um seine Achse entgegengesetzt ist. Die anderen drei Monde umkreisen in der Progression – die gleiche Richtung wie Saturn dreht sich.

Zwei der prograden Monde sind näher am Planeten und benötigen etwa zwei Jahre für einen Umlauf um den Saturn. Die weiter entfernten retrograden Monde und einer der prograden Monde benötigen jeweils mehr als drei Jahre, um eine Umlaufbahn abzuschließen.

Die äußeren Monde des Saturns scheinen in drei verschiedenen Gruppen zusammengefasst zu sein, was die Neigungen der Winkel betrifft, in denen sie um den Planeten kreisen.  Zwei der neu entdeckten prograden Monde passen in eine Gruppe von Außenmonden mit Neigungen von etwa 46 Grad und werden als Inuit-Gruppe bezeichnet, wie sie nach der Inuit-Mythologie benannt sind. Diese Monde können einmal einen größeren Mond enthalten haben, der in der fernen Vergangenheit auseinander gebrochen wurde. 

Ebenso weisen die neu angekündigten retrograden Monde ähnliche Neigungen auf wie andere zuvor bekannte retrograde Saturnmonde, was darauf hindeutet, dass es sich auch um Fragmente eines einmal größeren übergeordneten Mondes handelt, der auseinander gebrochen wurde.  Diese retrograden Monde gehören zur nordischen Gruppe, deren Namen aus der nordischen Mythologie stammen. Einer der neu entdeckten retrograden Monde besitzt die weiteste bekannte Umlaufbahn um den Saturn herum.


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Der andere neu gefundene prograde Mond hat eine Neigung von fast 36 Grad, was der anderen bekannten Gruppierung von inneren prograden Monden um Saturn, der gallischen Gruppe, ähnlich ist.  Aber dieser neue Mond, vorläufig mit S/2004 S24 bezeichnet, umkreist den Saturn viel weiter als jeder andere prograde Mond. Das hindeutet darauf, dass der Mond im Laufe der Zeit nach außen gezogen worden sein könnte oder nicht mit der inneren Gruppierung von prograden Monden gekoppelt ist.

Die neuen Monde wurden mit dem Subaru-Teleskop auf Mauna Kea auf Hawaii entdeckt.  Das Beobachterteam bestand aus Sheppard, David Jewitt von der UCLA und Jan Kleyna von der University of Hawaii. Wer mithelfen möchte, Namen für die neu entdeckten Monde zu finden, besucht die Webseite www.carnegiescience.edu/NameSaturnsMoons

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