James Webb Weltraum-Teleskop: Treibstoff für 20 Jahre

Es war ein Bilderbuchstart, mit dem das James Webb Weltraum-Teleskop ins All geschossen wurde. Dadurch konnte Treibstoff für Kurskorrekturen gespart werden, so dass man jetzt bekannt gegeben hat, dass die Restmengen wohl für 20 Jahre Betrieb reichen wird.


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Am 25. Dezember 2021 ist das James Webb Weltraum-Teleskop erfolgreich mit einer europäischen Ariane-Rakete in den Weltraum gestartet. Das Teleskop befindet sich momentan noch auf der einen Monat dauernden Reise zum Lagrange-Punkt L2 hinter dem Mond. Der Lagrange-Punkt L2 befindet sich etwa 1,5 Millionen km über der Nachtseite der Erde entfernt. Dadurch kann die störende Infrarotstrahlung von Sonne, Erde und Mond gemeinsam durch ein Strahlungsschild in Form eines aus mehreren hausdünnen Folien bestehenden Sonnensegel abgeschirmt werden. Eine Beschreibung der Ziele dieses Weltraumteleskops finden sich auf Wikipedia. Zudem habe ich einige Artikel am Ende des Beitrags verlinkt.

Treibstoff für den Betrieb

Am Ziel, dem Lagrange-Punkt L2 hinter dem Mond benötigt das Weltraumteleskop eine Antriebseinheit, um immer mal wieder Kurskorrekturen vornehmen zu können. Denn dieser Punkt ist nicht stabil für Körper, die sich dort aufhalten. Ursprünglich war mal geplant, dass das Weltraumteleskop mindestens fünf Betriebsjahre aushält, wobei der Treibstoff für 10 Jahre reichen musste. Es gibt jedoch eine Vorrichtung zum Betanken am Teleskop, die im Rahmen einer möglichen Robotermission genutzt werden könnte.

Nach einem perfekten Start konnten NASA und ESO feststellen, dass weniger Treibstoff als geplant für Kursmanöver verbraucht wurde. Daher war schon sofort klar, dass der Treibstoff für mehr als 10 Betriebsjahre reicht, um Kurskorrekturen auszuführen (siehe James Webb Weltraumteleskop bisher perfekt im Flugplan).

James Webb Weltraum-Teleskop: Treibstoff für 20 Jahre

Ich hatte die Tage bereits eine kurze Meldung der NASA gesehen, dass der Resttreibstoff in den Tanks sogar für eine Betriebsdauer von 20 Jahren am Lagrange-Punkt L2 reichen soll. Die Kollegen von heise haben in obigem Tweet auf diesen Sachverhalt hingewiesen und diesen Artikel mit Details veröffentlicht. Das ist eine weitere Erfolgsmeldung, nachdem vor Tagen bereits der Sonnenschutz und der Hauptspiegel erfolgreich entfaltet werden konnte. Bis zur Ankunft am Lagrange-Punkt L2 werden weitere kleinere Inbetriebnahmeschritte durchzuführen sein. Das Weltraumteleskop soll wohl erst im Sommer 2022 betriebsfähig sein (nachdem die Temperatur an den Sensoren auf den erforderlichen Wert gesunden ist). Insgesamt kann man den Verantwortlichen wohl gratulieren, nach großen Verzögerungen und Kostensteigerungen scheint sich doch der Erfolg einzustellen.

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