Yellow Press: Bill Gates lässt sich scheiden und andere Katastrophen

Heute rangiere ich mit dem Blog mal so ein wenig auf dem Level von Bunte und Gala – denn die Nachricht – so alltäglich sie auch ist – hat mich doch leicht geschockt: Der momentan viertreichste Mann der Welt, Mister Windows – auch unter dem Alias Bill Gates bekannt – lässt sich von seiner Frau scheiden. Ich wusste schon Sonntag, die Woche fängt nicht gut an …


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und zwar war es so: Genau weiß ich jetzt nicht mehr ob es Samstag oder Sonntag war. Ermüdet vom täglichen Kampf des Lebens – vielleicht waren es auch eine Ladung selbstgemachte Pasta mit Bärlauch-Pesto im Bauch und und 125 Milliliter Wein oben drauf. Jedenfalls hatte ich im Wohnzimmer auf meinem Sessel Platz genommen – diesen, weil die Sonne plötzlich schien, an die Terrassentür geschoben, in Richtung Fenster gedreht und dann das Ganze in "Denkerstellung" nach hinten geschwenkt. Mann muss ja mal nachdenken und in sich gehen dürfen …

Fallende Stehlampen sind Auslaufmodell

Irgendwann müssen mich schwere Gedanken geplagt haben … und als ich diese von der linken zur rechten Hirnhälfte bewegt habe (die linke Gehirnhälfte ist für analytisches Denken verantwortlich, die rechte Gehirnhälfte für vernetztes Denken und Emotionen), um das aus unterschiedlichen Blickwinkeln (mit der linken Gehirnhälfte kam ich nicht weiter) zu beleuchten, muss ein Fuß gezuckt haben. Jedenfalls nahm ich aus den Augenwinkeln noch die fallende Stehlampe wahr – ein Knall und der Glas-Lampenschirm zersprang in Tausend Fetzen.

Sachen passieren – war schon die zweite Stehlampe, die von dieser Bezeichnung nichts hielt und einfach umgefallen ist. War schon ein doofes Omen, Frau war arg geladen und meckerte, weil ich offenbar die Scherben nicht richtig aufgekehrt hatte. Na gut, muss ich mal recherchieren, ob ich irgendwo einen Ersatz-Lampenschirm bekommen kann. Immerhin war das Ergebnis meines obigen Nachdenkens: Umkippende Stehlampen sind eh ein Auslaufmodell …

Marmeladenbrote fallen auf die Marmeladenseite

So was steckt Mann doch einfach locker weg – wie gesagt: Sachen passieren, überall und immer wieder. Aber dann kam es für mich knüppeldick – Frau hatte mir zuliebe (vor der Denkerübung) einen Rhabarber-Kuchen gebacken. Als ich dann Sonntag nach dem Essen zum Espresso ein Stück Kuchen für Cheffin und mich holen wollte, hatten sich die Erdgeister gegen mich verschworen. Wenn was schief gehen soll, geht es schief – und ein Marmeladenbrot fällt auch immer auf die Seite mit der Marmelade. Habe ich mehrfach experimentell nachgewiesen – ich kann das, bin ja Physik-Ingenieur.

Ich weiß wirklich nicht, wie es passiert ist. Der Kuchen steht immer bei uns in einem Vorratsraum neben der Küche, da ich dort eine alte Küchenzeile mit einem zweitem Kühlschrank montiert habe. Weil ich die Tür von dem älteren Kühlschrank an den Schrauben nicht gelöst bekam, geht die Kühlschranktür nach der "falschen Seite" auf. Ist normalerweise auch kein Problem, ich habe Millionen Kuchen problemlos aus dem Kühlschrank in die Küche und dann von der Kuchenplatte weg teleportieren können. Außer in den Fällen, wo Sachen passieren.

Jedenfalls war es so: Erst war da die Kuchenplatte aus Tupperware mit Abdeckhaube – drinnen ein Kuchenblech, darauf ein Backpapier, ein Messer und auf dem Backpapier der große Rest des frischen Rhabarberkuchens – und alles im Kühlschrank. Ich nahm dieses Wunderwerk der Haushaltstechnik an der Kuchenplatte in die Hand und bugsierte das Ganze aus dem Kühlschrank, um die Kühlschranktür herum, um in Richtung Küche zu teleportieren. Dabei muss beim Teleportieren etwas schief gegangen sein. So genau weiß ich nicht was – möglicherweise hatte das Messer auf dem Kuchen dessen Trimmung leicht verändert – konnte ich ja durch die Abdeckhaube nicht sehen und in die Bewegungen einkalkulieren.

Jedenfalls, dass erinnere ich noch genau, hielt ich die Kuchenplatte weiter in den Händen – aber aus der Küche schallte es "was ist denn nun passiert?" und ich sah vor meinen Füßen die Abdeckhaube der Kuchenplatte – war einfach heruntergefallen. Gut, eine Haube aus Tupperware hält so etwas aus, ist ja weicher Kunststoff. Und was auch noch klar war: Auf der Kuchenplatte aus Kunststoff, die ich in meinen Händen hielt, war auch noch das runde Backblech drauf. Aber der Kuchen war irgendwie weg … jedenfalls nicht mehr da.


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… vor meinen Füßen starrte mich lediglich ein Stück Backpapier an. Und so langsam sickerte die Erkenntnis ins Hirn: "Mist, der Kuchen ist aufs Gesicht gefallen …". Sachen passieren, ständig, überall. Habe die Situation zu retten versucht: Schnell inne Küche, den Pfannenwender aus der Schublade gegriffen, dann unter das Backpapier geschoben und Schwupps lag der Kuchen samt Backpapier wieder auf der Kuchenunterlage aus Tupperware. Da es ein gedeckter Rhabarberkuchen war, ging das sogar ganz gut – in einer Bäckerei hätte ich jetzt ganz dick Zuckerguss über den Rhabarberkuchen gepinselt, dann wäre es kaum aufgefallen, dass ich das Teil für praktische Übungen mit der Schwerkraft Newtons missbraucht hatte.

Der immer sauber geputzte Fliesenboden hatte auch dafür gesorgt, dass der Schaden in Grenzen blieb. Nur mein "Oh, wir haben Schwein gehabt, das Messer ist heile geblieben" kam nicht gut an. Cheffin spuckte Gift und Galle, "ich will keinen Espresso und den Kuchen  kannst alleine essen". Hey, Glück im Unglück muss man haben – bleibt für mich einfach mehr Kuchen übrig – immer das Beste aus der Situation machen …

Borns werden geimpft, ein bisschen …

Wenn mich Ahnungen beschleichen, dann trifft das im Rahmen der selbsterfüllenden Prophezeiung ein. Ein schlechtes Karma lag seit Sonntag einfach in der Luft, konntest Du quasi mit Händen greifen. Am Montag überraschend über die sogenannte Impfbrücke einen Corona-Impftermin per SMS aufs Handy bekommen. Genau genommen war nicht klar, ob die Nachricht mir oder meiner Frau galt – ich hatte zwei Registrierungen auf eine Handy-Nummer durchgeführt. Nur habe ich seit Mittwoch letzter Woche meine Coronavirus-Impfung durch den Hausarzt bekommen und alle regulären Impftermine (bis auf die Impfbrücke, da ging das nicht) abgesagt. Musste also für meine Frau sein … oder doch nicht?

Kurze Hektik – ist es für meine Frau oder für mich – wer nicht wagt, der nicht gewinnt – die ganze Story von "Borns Corona-Impfung" erzähle ich vielleicht mal separat. Jedenfalls ins Auto gesprungen und ins Impfzentrum gedüst. Angesichts der Hektik – Cheffin war "janz klein": Kommst'e mit ins Impfzentrum, damit ich nicht verloren gehe – hatte ich das "diese Woche kein gutes Karma" schon wieder vergessen. Vor dem Eingang ins Impfzentrum saßen wir in einem Party-Zelt – auf einer Bierbank mit Rückenlehne – gab leider keinen Sekt und Cannapés.

Vor uns ein Herr, der die Impfdaten meiner Frau aufnahm – Formulare mit Impfzustimmung etc. hatten wir längst für den regulären Impftermin am kommenden Freitag zuhause ausgefüllt. Als wir vorher wartend vor dem Zelt so in der Reihe standen, hieß es "ach, sie gehören zusammen, dann nehmen sie neben ihrer Frau Platz". Erwähnte ich schon "schlechte Woche, schlechtes Karma"?

Auf meinem Handy gibt es zwei SIM-Karten, es gab zwei Anmeldungen für meine Frau und mich an der Impfbrücke. In der Benachrichtigungs-SMS "zur Impfung kommen" wurde mir weder angezeigt, für wen der zwei angemeldeten Personen die Impfaufforderung galt, noch auf welche Handy-Nummer diese zugestellt worden war (später habe ich gesehen, dass da sporadisch eine Info "SIM 1" angezeigt wurde). Handy-Nummern merke ich mir grundsätzlich nicht … und beim Rest gilt "Versuch und Irrtum".

Als der Herr fragte: Wo ist die SMS, konnte ich diese leicht (na ja fast) präsentieren. Denn in den Vorkontrollen am Tor des Parkparkplatzes beim Impfzentrum und so weiter, war die SMS noch auf dem Handy – und plötzlich war sie nicht mehr in der Liste der eingetroffenen Nachrichten. Meine Frau "Du Dappes, nix kriegste auf die Reihe". Jedenfalls habe ich in der Signal-App die SMS aus dem Archiv gefischt und konnte dem Herrn den ID-Code der Benachrichtigung nennen. Auf die Frage "wie lautete die Handy-Nummer, muss ich in die Liste eintragen", legte meine Frau den Zettel mit den beiden Telefonnummern vor und ich so "eine von beiden ist's wohl, keine Ahnung welche, wird mir nicht angezeigt". "Da haben wir ein Problem", scholl es von der Gegenbank, ich muss die Telefonnummer in die Liste eintragen. Ich so "nehmen sie die erste Nummer" … Deutschland, deine Bürokratie. Ob die Benachrichtigung der Impfbrücke für mich oder meine Frau galt, hat keiner geprüft, aber Hauptsache die gültige Telefonnummer in eine Liste eingetragen …

Kein Wunder, dass Mann in die nächste Falle tappt. Überraschenderweise war binnen drei Minuten alles klar – alle Formulare waren schon vorausgefüllt – es fand sich eine Liste, wo die Telefonnummern der Impfbrücken-SMS-Benachrichtigungen samt ID-Code und Ziel-Telefonnummer aufgeführt waren. Mein Tipp "nehmen sie die erste Nummer von meinem Zettel" war goldrichtig – der ID-Code stimmte mit der Ziel-Telefonnummer überein. Alles wird gut – Impfnadel wir kommen … und Mann wird leichtsinnig ….

"Ihr zweiter Impftermin ist am 14. Juni …" sagte der Mann. Und meine Frau so "das kann ich mir leicht merken …, gelle?". Und ich so in meinem unbekümmerten Leichtsinn "Genau, alle sind geimpft und wir haben Sommer und Johannisbeeren gibt's auch noch, Spargel und Rhabarber kann mach auch noch bis zum 17. Juni essen". Aua …

"… da h a b e n wir Hochzeitstag …" – ich wusste, die Woche bringt weitere Katastrophen. Zur Ehrenrettung: ist nur der Tag der kirchlichen Hochzeit, den hatte ich mir nicht gemerkt … manches kann Mann ja nach 46 Jährchen verdrängen. Meine Frau meint zwar "es gibt da keine Verjährung …".

… und Bill Gates wird geschieden

Na ja, "think positive", das Schienbein ist nur noch blau – Cheffin hat die Erstimpfung und war ganz glücklich, dass Mann sie auf dem "schweren Gang" begleitet hat. Aber Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben … eben flatterte mir folgende Nachricht im Internet entgegen:

Nun, wäre nicht unbedingt so die Nachricht für meinen Blog, wenn Bill Gates sich nach 27 Jahren von seiner Frau trennt und sich scheiden lässt. Gut, Bill Gates ist in meinem Alter – und seine Ideen haben fast die letzten 40 Jahre meinen beruflichen Weg begleitet. Das fing an, als der erste IBM PC XT in Europa bei mir über den Tisch ging und ich fotokopierte Dokumente eines ziemlich unbekannten Bill Gates aus einer noch unbekannteren Firma Microsoft zu einer Software auf dem Computer in die Finger bekam. Habe in den folgenden Jahren schon genauer hingeschaut, was der Kerl, der sich Bill Gates III nannte, so trieb. Wir haben also vieles gemeinsam, der Bill und ich. Gut, der Bill und meine Wenigkeit haben sich nie persönlich getroffen. Die Einladung Microsofts nach Redmond, zum Jahrestreffen der Microsoft Most Valuable Professionals (MVPs) – eine Auszeichnung, die ich viele Jahre verliehen bekam – habe ich nie angenommen. Von anderen MVPs weiß ich, das Bill Gates die häufig persönlich begrüßt hat. Ist alles nicht so wichtig. Aber zufällig ist Bill Gates der reichste Mann der Welt (oder einer davon). Da ist die Scheidung schon eine kleine Nachricht hier im Blog wert … finde ich. Anwalt müsste man sein …

PostScript: Ob die nahende Rente da die Katastrophe bei Bill ausgelöst hat? Ist ja oft so der Knackpunkt in einer langen Ehe … mein Mädel ist da besser domestiziert. Kommt seit 46 Jahren durch Dick und Dünn mit und ich war die letzten 27 1/2 Jahre immer zuhause – da ändert sich mit Rente nix. Aktuell recherchiere ich noch, ob dem lieben Bill auch eine Stehlampe umgekippt oder ein Rhabarberkuchen aufs Gesicht gefallen ist. Leben ist oft eine echte Katastrophe und endet sicherlich tödlich.

Als mir dann noch folgender Tweet ins Auge gesprungen ist, habe ich beschlossen "jetzt musst Du aufhören", du gerätst in unruhiges Fahrwasser  … war glücklicherweise nur die Werbung eines Stromanbieters …

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5 Antworten zu Yellow Press: Bill Gates lässt sich scheiden und andere Katastrophen

  1. Remo sagt:

    Danke !
    Mein Tag ist gerettet .. LOL

  2. Manuhiri sagt:

    Die Woche wird auch weiterhin für Spannung stehen:

    https://spacenews.com/huge-rocket-looks-set-for-uncontrolled-reentry-following-chinese-space-station-launch/

    Es soll die abenteuerliche Konstruktion sein, die solche Trümmer hinterläßt.
    Sie wird hoffentlich nicht über dem Taunus zur Landung ansetzen.

    • guenni sagt:

      Ich hatte es heute irgendwo gelesen – ich berichte dann, wenn mir das Trum auf den Kopf gefallen ist – gibt dann einen Report aus der ersten Reihe ;-).

    • Mance sagt:

      Da regt man sich im IT-Blog über die Machenschaften von Apple und Konsorten auf, die noch nicht mal ev. jemanden töten, und die Chinesen werfen einfach 21 to Schrott auf uns runter. Kollateralschäden eingeplant. Aber das ist noch lange nicht alles. Kürzlich knallte doch (ich meine es war in einer englischen Stadt?) ein gefrorener Pissebrocken aus einem Passagierflugzeug runter und hat um's Haar Passanten erschlagen. Im Netz gibt es auch einige Artikel über das Problem. Das soll garnicht mal so selten passieren.

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