Wasserläufer in Bernstein konserviert

Die meisten Blog-Leser und – Leserinnen kennen wohl Wasserläufer, die die Oberflächenspannung nutzen, um über die Oberfläche von Gewässern zu laufen. Diese Insekten gab es aber bereits zu Zeiten, als Dinosaurier die Erde bevölkerten, wie man aus Bernstein-Einschlüssen weiß.


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Langbeinige Wasserläufer, die sich elegant über die Wasseroberfläche bewegen – diese gab es es wohl auch zu Lebzeiten der Dinosaurier, in der Kreidezeit. Leider sind Fossilfunde dieser Insekten selten: zu filigran sind deren Gliedmaße, um bei der Fossilisation zerstörungsfrei erhalten zu bleiben. Auch die Erhaltung in versteinertem Harz ist unwahrscheinlich, da die wasserlebenden Tiere nicht häufig in der Nähe harzproduzierender Bäume anzutreffen sind. Aber es gibt Ausnahmen und dann gleich als Neuerung.

Bereits im September 2017 erschien die Meldung der Senkenberg Gesellschaft für Naturforschung, dass deren Wissenschaftlerin Mónica M. Solórzano Kraemer gemeinsam mit einem spanischfranzösischen Team zwei neue Wanzenarten in einem Bernstein entdeckt habe. Die zur Familie der Wasserläufer gehörenden Insekten stammen aus der Kreidezeit. Dem Wissenschaftlerteam gelang die Bestimmung der neuen Arten durch den Einsatz eines Infrarotmikroskops.


(Quelle: © Senkenberg-Pressemitteilung; Wasserläufer, eingeschlossen in Bernstein)

„Wir haben zwei Männchen und ein Weibchen der Wanzen-Familie Mesoveliidae, die in einem Bernstein der nordspanischen Fundstelle Peñacerrada eingeschlossen sind, neu beschrieben“, erläutert die Frankfurter Bernsteinforscherin und fährt fort: „Der Fund stammt aus der Kreidezeit und ist damit der älteste uns bekannte Nachweis dieser Insektengruppe.“ Aufgrund des Vorhandenseins mehrerer Individuen in einem Bernstein geht das Forscherteam zudem davon aus, dass die feingliedrigen Insekten in Gemeinschaften lebten. Weitere Artikel zum Fund finden sich bei Nature.de und bei Scinexx.de.

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