James Webb-Teleskop: Spiegel justiert, phantastisches Bild

Die Techniker haben den nächsten Schritt der Inbetriebnahme des James Webb-Weltraum-Teleskops abgeschlossen und die 16 Spiegel so justiert, dass ein scharfes Bild entsteht. Das nun empfangene Foto eines Sterns zeigt, dass die Erwartungen der Entwickler erfüllt und sogar noch übertroffen wurden.


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Das James-Webb-Weltraumteleskop (engl.: James Webb Space Telescope, abgekürzt JWST oder Webb) ist ein gemeinsames Projekt der Weltraumagenturen NASA, ESA und CSA. Nach jahrelangen Verzögerungen startete es am 25. Dezember 2021 mit einer Ariane-5-Trägerrakete und trat dann seine Reise zum Zielpunkt an. Dieser liegt am Lagrange-Punkt L2, hinter dem Mond – wobei es dort auf einer Bahn um den Punkt L2 kreist, die so gewählt ist, dass nur minimal Treibstoff zur Bahnkorrektur benötigt wird. Das Teleskop schaut immer zur Sonne abgewandten Seite in den Weltraum, denn es arbeitet im Infrarot-Bereich. Mit dem Sonnensegel soll der Infrarot-Empfänger von jeglicher Wärmestrahlung der Sonne abgeschirmt werden, so dass er auf −223 Grad Celsius abkühlt.

James Webb-Weltraumteleskop

Seit dem Start und der Ankunft am Lagrange-Punkt L2 arbeiten die Techniker an der Inbetriebnahme des Weltraumteleskops und arbeiten dabei einzelne Schritte ab. Ein kritischer Punkt war die Entfaltung der Sonnensegel und der Spiegel, die erfolgreich gemeistert wurde. Dann kam der Prozess der Ausrichtung der Spiegel, die wohl nun erfolgreich abgeschlossen wurde.

Erstes Testfoto des James Webb-Weltraumteleskops

Die ESA hat in obigem Tweet auf das erste Testfoto des James Webb-Weltraumteleskops hingewiesen, welches von der NASA veröffentlicht wurde. In diesem Artikel schreibt die ESA, dass das Webb-Team die Phase der Ausrichtung der Spiegel am 11. März 2022 abgeschlossen habe. In dieser wichtigen Phase der Inbetriebnahme des optischen Teleskopelements wurde jeder optische Parameter getestet und geprüft, ob er den Spezifikationen entspricht. Die Ergebnisse lagen sogar über den Erwartungen. Das Team fand auch keine kritischen Probleme und keine messbaren Verunreinigungen oder Blockaden im optischen System von Webb. Das Observatorium ist in der Lage, erfolgreich Licht von weit entfernten Objekten zu sammeln und es ohne Probleme an seine Instrumente weiterzuleiten.

Obwohl es noch Monate dauern wird, bis Webb seinen neuen Blick auf den Kosmos freigibt, bedeutet das Erreichen dieses Meilensteins, dass das Team zuversichtlich ist, dass das erste optische System von Webb bestmöglich funktioniert. Mit dem Abschluss der Feinausrichtungsphase des Teleskops hat das Team nun auch den primären Bildgeber von Webb, die Nahinfrarotkamera, vollständig an den Spiegeln des Observatoriums ausgerichtet. Obige Aufnahme im linken Foto zeigt eine Sonne (2MASS J17554042+6551277) im Infrarotbereich und Galaxien im Hintergrund. Die Kollegen von heise haben diesen Artikel mit einigen Informationen veröffentlicht.

Gaia Sonde von James Webb aufgenommen


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Wie phantastisch die Qualitäten des Weltraumteleskope sind, wird im Foto aus obigem Tweet deutlich. Die europäische Weltraumsonde Gaia kreist seit 2014 auch um den Lagrange-Punkt L2, ist abe eine Million Kilometer von James Webb entfernt. Deren Kameras haben das James Webb-Teleskop im Weltraum als kleinen Lichtpunkt fotografiert. Die ESA hat diesen Artikel zum Thema publiziert.

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