Öko-Test zu Haferflocken: Schimmelpilze, Mineralöl und Nickel

Haferflocken werden häufig im Haushalt, sei es im Müsli, in Kuchen oder anderen Produkten als Beimischung verwendet. Eigentlich eine gesunde Sache, wenn nicht die Verunreinigungen wären. Öko-Test hat sich Haferflocken in einem Test vorgenommen und Schimmelpilze, Mineralöl sowie Nickel als Verunreinigungen gefunden. Aber die Tester können auch zehn Produkte mit "sehr gut" empfehlen.


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Haferflocken sind beliebt und gesund (siehe diesen NDR-Beitrag). Sie wirken bei Magen-Darm-Beschwerden (Haferschleim gibt es bei Gastritis) und helfen ggf. sogar bei Abnehmen. Hafer ist reich an Kohlenhydraten, spendet also viel Energie, hat aber den Vorteil, dass beim Verzehr von Haferflocken der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt. Die auf NDR praktizierenden Ernährungs-Docs empfehlen deshalb Hafterflocken als Kur, oder bei Diabetes Mellitus Typ 2. Dieser T-online-Beitrag preist ebenfalls die Vorteile von Haferflocken.

Müsli und Getreideflocken
(Quelle: Ovidiu Creanga, Pexels-Lizenz, kostenlose Nutzung)

Haferflocken im Öko-Test

Die Redaktion von Öko-Test hat sich 24 Sorten Haferflocken aus dem Handel genauer angesehen und schreibt: Vorsicht bei der Auswahl. Denn der Test zeigt, dass viele Haferflocken im Handel mit Nickel, Schimmelpilzgiften und Mineralöl belastet sind. Allerdings ist die Bilanz sehr gemischt.

  • Zehn Haferflocken im Test bewertet Öko-Test mit Bestnote "sehr gut". 
  • Einige Haferflockenmarken schneiden nur mittelmäßig ab, drei fallen durch. 
  • Kritik gibt es von Öko-Test vor allem für Belastungen durch Nickel, enthaltene Schimmelpilzgifte und Verunreinigungen mit Mineralöl.

Ein Viertel der getesteten Proben ist mit Nickel belastet. Nickel ist der häufigste Auslöser einer Kontaktallergie, so dass Menschen mit Nickelallergie theoretisch auch auf hohe Nickelgehalte in der Nahrung reagieren können (kommt selten vor). Nickel hat in Tierstudien die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen gestört. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat deshalb 2018 eine tolerierbare Aufnahmemenge pro Tag (TDI) festgelegt.

Öko-Test schreibt, dass die Haferflocken von zwei getesteten Marken so stark mit Nickel belastet sind, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht den derzeit gültigen TDI schon mit einer 50-Gramm-Portion überschreitet. In vier überprüften Packungen Haferflocken schöpfen die Nickelgehalte immer noch mehr als die Hälfte des TDI aus.

Ein zweites Problem sind Haferflocken, die mit Schimmelpilzgiften belastet sind. Leider hat das Labor in Haferflockenproblem des Tests auch Schimmelpilzgifte (T2- und HT2-Toxine) nachgewiesen. Schimmelpilze können zwar immer im Getreide vorkommen. Aber die Anbieter können die Belastung durch Kontrolle reduzieren (belastete Rohware gleich aussondern). Die Tester schreiben dazu:

In einer Packung Haferflocken im Test sind die Gehalte von Schimmelpilzgiften aus unserer Sicht "stark erhöht", weil die tägliche Aufnahmemenge, die laut EFSA tolerierbar ist, mit einer 50-Gramm-Portion Haferflocken überschritten wird.

In vier weiteren Produkten hat das Labor unserer Beurteilung nach "erhöhte" Gehalte festgestellt, die den täglichen Toleranzwert zu mehr als der Hälfte ausschöpfen. Alle anderen Haferflocken enthielten Spuren der Gifte.

Die Tester weisen daraufhin, dass alle Hersteller im Test die aktuell gültigen EU-Richtwerte für die Toxine einhalten. Die ÖKO-TEST-Kriterien sind dagegen strenger. Öko-Test kritisiert auch Verunreinigungen mit Mineralöl. Dieses reichert sich im menschlichen Körper an, so dass Lebensmittel, wegen der unklaren Folgen der Anreichung, so wenig wie möglich davon enthalten sollten. Oft kommt Mineralöl über Transportkartons in die Lebensmittel. Aber im Test gab es auch mineralölfreie Haferflocken. Das RND gibt in diesem Artikel an, dass unter den Bioprodukten die Alnatura Haferflocken extra zart und die günstigste Sorte im Test Crownfield Haferflocken zart des Discounters Lidl mit der Bestnote 'Sehr gut' bewertet wurden. Der Artikel nennt auch einige Haferflocken-Marken, die abgewertet wurden.

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3 Antworten zu Öko-Test zu Haferflocken: Schimmelpilze, Mineralöl und Nickel

  1. Mance sagt:

    @Haferflocken werden häufig im Haushalt, sei es im Müsli, …verwendet.

    Ja klar, wer tut das nicht? Da ich täglich Haferflocken esse hat mich das natürlich interessiert und ich habe mir das Heft besorgt. Aber ausgerechnet die "Kölln Kernige" sind nicht getestet worden :-(
    Aber ganz allgemein; wir sind auch hier auf Gedei und Verderb der Industrie ausgeliefert. Wenn die nicht wissen was sich gehört, werden immer wieder solche Meldungen für Verunsicherung sorgen. Wenn man alle diesbezüglichen Warnungen vor bestimmten Lebensmitteln (auch aus anderen Gründen) der letzten Jahre ernst nimmt, dann dürften wir eigentlich fast nichts mehr essen.

    • guenni sagt:

      Nun ja, ich bilde mir ein (statistisch ausgewertet habe ich das nicht), dass einschlägige Bio-Ladenketten mit ihren Produkten signifikant seltener bei den Skandalen und 'belasteten Produkten' dabei sind. Im Gegenteil, oft gibt es die Aussage 'war in Ordnung'.

      Und man kann vieles selbst machen – muss nicht fertige Industrieprodukte kaufen. Früher fehlte uns die Zeit – aber inzwischen macht meine Frau da vieles selbst – selbst beim Backen von Brot scheint sie einen gangbaren Weg gefunden zu haben – werden wir häufiger versuchen. Obst und Gemüse kommt vom lokalen Erzeuger – oder teilweise aus unserem winzigen Nutzgarten am Haus.

      • Mance sagt:

        Im Prinzip alles richtig, aber signifikant seltener heisst eben nicht 100% sicher, und somit u. U. 100%ig Pech gehabt. Bspw. ist ein Produkt mit ungenügend augerechnet von "Bio-Zentrale" dabei.
        Deshalb mache ich mein Müsli ja auch selbst kpl. aus einzelnen Zutaten und nehme nicht eine fertige Mischung. Nimmt jeden Morgen eine halbe Std. Zubereitungszeit in Anspruch. Bei Bäcker und Metzger habe ich das Glück in meiner ländlichen Gegend noch sicher zu sein, dass die Produkte i. O. sind. Auch sonst esse ich keinerlei Fertignahrung sondern bereite alles aus einzelnen Zutaten selber zu.
        Was mich auch gewaltig stört ist, dass heute mehr Lebensmittel als man gemeinhin denkt, aus China kommen. Und das muss nicht mal 100% ausgewiesen werden, sodass ich nicht immer die Möglichkeit habe solche Produkte zu vermeiden.
        Aber da spielen auch andere Faktoren noch eine Rolle. Warum ist bspw. bei Kölln das eine Produkt mit Herkunft Deutschland mit sehr gut bewertet und ein anderes mit Herkunft Finnland mit Nickel belastet und nur befriedigend?
        Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, es ist auch Glückssache kein Pech zu haben ;-)

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