Bernardinelli-Bernstein: Riesenkomet auf dem Weg ins innere Sonnensystem

Es ist ein eisiger Gigant von 100 bis 200 km Durchmesser, der sich auf seiner Reise aus der Oortschen Wolke in das innere des Sonnensystem befindet. Bernardinelli-Bernstein ist der größte Komet, der bekannt ist (10 Mal größer als die üblichen Kometen). Das Objekt wurde auf Aufnahmen der letzten 6 Jahre verfolgt und befindet sich aktuell auf der Höhe der Umlaufbahn des Planeten Uranus. Im Jahr 2031 wird der sonnennächste Punkt knapp außerhalb der Saturnbahn erreicht werden.


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Die Meldung, dass ein riesiger Komet am Rande unseres Sonnensystems in den sechsjährigen Beobachtungsdaten des Dark Energy Survey entdeckt wurde, erfolgte bereits am 26. Juni 2021 vom NORILab-Projekt. Der Komet mit einem geschätzten Durchmesser von 100-200 Kilometern, also etwa dem Zehnfachen der meisten Kometen und 1000-mal massereicher als ein typischer Komet, wurde von zwei Astronomen (Pedro Bernardinelli and Gary Bernstein, University of Pennsylvania) nach einer umfassenden Suche in den Daten des Dark Energy Survey (DES) entdeckt. Dieser Komet ist ein eisiges Relikt, das von den wandernden Riesenplaneten in der Frühgeschichte des Sonnensystems aus dem Sonnensystem – in die Oortsche Wolke – geschleudert wurde.

Riesenkomet Bernardinelli-Bernstein
Riesenkomet Bernardinelli-Bernstein, Quelle Dark Energy Survey/DOE/FNAL/DECam/CTIO/NOIRLab/NSF/AURA/P. Bernardinelli & G. Bernstein (UPenn)/DESI Legacy Imaging Surveys, Acknowledgments: T.A. Rector (University of Alaska Anchorage/NSF’s NOIRLab), M. Zamani (NSF’s NOIRLab) & J. Miller (NSF’s NOIRLab)

Der Komet Bernardinelli-Bernstein ist anders als alle anderen, die bisher entdeckt wurden, und die Schätzung seiner Größe beruht darauf, wie viel Sonnenlicht er reflektiert. Der Komet hat eine extrem langgestreckte Umlaufbahn, auf der er sich über Millionen von Jahren von der fernen Oortschen Wolke nach innen in unser Sonnensystem bewegt. Er ist der am weitesten entfernte Komet, der auf seiner Bahn entdeckt wurde, so dass noch viele Jahre Zeit vorhanden ist, die Entwicklung des Kometen bei der Annäherung an die Sonne zu beobachten.

Momentane Vorhersagen gehen davon aus, dass das kein Spektakel für das bloße Auge wird. Der Komet bekommt zwar bereits einen Schweif, aber der sonnennächste Punkt auf Höhe der Bahn des Saturn ist einfach zu weit von der Sonne entfernt, um da einen spektakulären Schweif zu entwickeln. Ein Video mit einem Zoom auf die Aufnahmen lässt sich hier abrufen. Ein deutschsprachiger Beitrag zu dieser Entdeckung kann auf scinexx.de nachgelesen werden.

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