Die NASA will ihre Kakerlaken zurück … und den Mondstaub

Skurrile Geschichte, auf die ich kürzlich gestoßen bin. Die US-Raumfahrtbehörde NASA fordert ein Röhrchen mit einigen Milligramm Mondstaub und drei toten Kakerlaken zurück. Was das alles mit der Apollo 11-Mondlandung 1969 zu tun hat und warum die NASA sich für tote Kakerlaken interessiert, löse ich im Artikel auf.


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Es war der Sommer 1969, als die beiden US-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin während der Apollo-11-Mission als erste Menschen auf dem Erdmond landeten. Während der Mission sammelten sie auch Mondstaub und 21 Kilogramm Gesteinsproben ein, um diese mit zur Erde zurück zu nehmen. Ein absolutes Abenteuer, welches ich als 14 Jähriger verfolg habe – hat mich später vielleicht zu einem Ingenieurstudium bewogen (genau weiß ich es nicht) und sogar in die Luft- und Raumfahrtindustrie geführt (war aber nur ein kurzer Abstecher, ich sah dort für mich keine Zukunft).


(Buzz Aldrin verlässt die Eagle, Quelle: Wikipedia)

Nach der Rückkehr wollten die Wissenschaftler wissen, ob der Mondstaub wohl giftig sei und verfütterten Proben an Insekten, Fische und andere kleine Lebewesen – um zu sehen, ob es sie töten würde. Einige Gramm des Mondstaubs wurde an Schaben (Kakerlaken) verfüttert – und die Tiere wurden an der Universität von Minnesota von der Entomologin Marion Brooks seziert und untersucht.

"Ich fand keine Hinweise auf infektiöse Erreger", sagte die 2007 verstorbene Brooks der Minneapolis Tribune laut einem Artikel vom Oktober 1969. Sie fand keine Beweise dafür, dass das Mondmaterial giftig war oder andere Krankheiten bei den Insekten verursachte. Die wenige Gramm Mondstaub und die Kakerlaken wurden jedoch nie an die NASA zurückgegeben, sondern im Haus von Brooks ausgestellt.

Die Tochter von Brooks verkaufte sie 2010, und jetzt stehen die drei toten Kakerlaken sowie der Rest des Mondstaubs, der an die Universität ging, erneut zum Verkauf beim Aktionshaus RR Auction in Boston. Das Material des Experiments, darunter ein Fläschchen mit etwa 40 Milligramm Mondstaub und drei Kakerlaken-Kadavern, sollte für mindestens 400.000 Dollar verkauft werden, wurde aber von der Auktion zurückgezogen. Denn die NASA bekam Kenntnis von dieser geplanten Auktion, intervenierte laut AP und forderte den Auktionator auf, die Versteigerung zu stoppen.

Das Material, so erklärte ein NASA-Anwalt in einem Schreiben vom 15. Juni 2022 an den Auktionator, gehöre immer noch der Bundesregierung. "Alle Apollo-Proben, wie in dieser Sammlung von Gegenständen festgelegt, gehören der NASA und keine Person, Universität oder andere Einrichtung hat jemals die Erlaubnis erhalten, sie nach der Analyse, Zerstörung oder sonstigen Verwendung für irgendeinen Zweck zu behalten, insbesondere für den Verkauf oder die individuelle Ausstellung", heißt es in dem Schreiben der NASA. Ein deutschsprachiger Beitrag zum Thema lässt sich in GEO nachlesen.

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