NASA will 2020 insgesamt 10 Nutzlasten zum Mond transportieren

Zur Vorbereitung der Artemis-Mondlandung bis 2024 will die NASA im kommenden Jahr insgesamt 10 Nutzlasten mit wissenschaftlichen Instrumenten zum Mond transportieren und in eine nicht-polare Region des Mondes landen lassen. Den Transport sollen kommerzielle Partner übernehmen.


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Ich bin über nachfolgenden Tweet auf die aktuelle Ausschreibung der NASA für die 10 Nutzlasten, die zum Mond sollen, gestoßen. Die NASA hat die Details hier veröffentlicht.

Zurück zum Mond

Die NASA hat eine weitere Anfrage an ihre 14 Partner des Commercial Lunar Payload Services (CLPS) gerichtet, um ein Angebot für den Flug einer Reihe von Nutzlasten zum Mond abzugeben. In der Anfrage werden die Partner gebeten, im Jahr 2022 10 wissenschaftliche Untersuchungen und Technologiedemonstrationen der NASA in eine nicht-polare Region des Mondes zu fliegen.

Durch die Einbindung kommerzieller Partner der CLPS-Initiative erhofft sich die NASA eine schnelle Landung wissenschaftlicher Instrumente und Technologiedemonstrationen auf dem Mond. Die Initiative ist ein wichtiger Teil des Artemis-Programms der NASA (bemannte Mondlandung bis 2024). Die wissenschaftlichen und technologischen Nutzlasten werden dazu beitragen, die Grundlage für menschliche Missionen zur Mondoberfläche zu legen.

Bis Ende des Jahres soll ein Anbieter ausgewählt werden. Zu den Nutzlasten, deren Masse insgesamt etwa 100 kg (200 Pfund) betragen soll, gehören:

  • Regolith Adherence Characterization (RAC): wird bestimmen, wie der lunare Regolith an einer Reihe von Materialien haftet, die in verschiedenen Flugphasen der Mondumgebung ausgesetzt sind. Die Komponenten werden von der MISSE-Anlage (Materials International Space Station Experiment) abgeleitet, die sich derzeit auf der Internationalen Raumstation befindet.
  • Mond-Retroreflektoren der nächsten Generation (Next Generation Lunar Retroreflectors, NGLR): werden als Ziel für Laser auf der Erde dienen, um den Abstand zwischen Erde und Mond präzise zu messen. Diese Retroreflektoren, von denen einer bei dieser Mission mitfliegen wird, sollen Daten liefern, die zum Verständnis verschiedener Aspekte des Mondinneren und zur Behandlung grundlegender physikalischer Fragen genutzt werden könnten.
  • Lunar Environment Heliospheric X-ray Imager (LEXI): wird Bilder von der Wechselwirkung der Magnetosphäre der Erde mit dem Fluss geladener Teilchen von der Sonne, dem sogenannten Sonnenwind, aufnehmen.
  • Rekonfigurierbares, strahlungstolerantes Computersystem (RadPC): zielt darauf ab, eine strahlungstolerante Computertechnologie zu demonstrieren. Aufgrund des Mangels an Atmosphäre und Magnetfeld des Mondes wird die Strahlung der Sonne eine Herausforderung für die Elektronik darstellen. Diese Untersuchung wird auch die Strahlungseffekte auf der Mondoberfläche charakterisieren.
  • Der Lunar Magnetotelluric Sounder (LMS): wurde entwickelt, um die Struktur und Zusammensetzung des Mondmantels durch die Untersuchung elektrischer und magnetischer Felder zu charakterisieren. Für die Untersuchung wird ein Flug-Ersatzmagnetometer verwendet, ein Gerät zur Messung von Magnetfeldern, das ursprünglich für die Raumsonde MAVEN (Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN) hergestellt wurde, die derzeit den Mars umkreist.
  • Lunar Instrumentation for Subsurface Thermal Exploration with Rapidity (LISTER): entwickelt, um den Wärmefluss aus dem Inneren des Mondes zu messen. Die Sonde wird versuchen, 2 bis 3 Meter (7 bis 10 Fuß) in den lunaren Regolithen zu bohren, um die thermischen Eigenschaften des Mondes in verschiedenen Tiefen zu untersuchen.
  • Lunar PlanetVac (LPV): eine Technologie zur Erfassung und zum Transfer des lunaren Regolithen von der Oberfläche zu anderen Instrumenten, die das Material analysieren oder es in einen Behälter legen, den ein anderes Raumschiff zur Erde zurückbringen könnte.
  • Stereokameras für Mondfahnen-Oberflächenstudien (SCALPSS 1.1): erfassen Video- und Standbilddaten des Gebiets unter dem Lander von kurz vor dem Punkt, an dem die Triebwerksfahne die Mondoberfläche durch Abschalten des Triebwerks zum ersten Mal stört. Kameras mit langer Brennweite werden die Topographie der Oberfläche vor der Landung bestimmen. Mit Hilfe der Photogrammetrie wird die sich während der Landung verändernde dreidimensionale Oberfläche rekonstruiert. Das Verständnis der Physik der Raketenabgase auf dem Regolith und der Verdrängung von Staub, Kies, Steinen usw. ist entscheidend, um zu verstehen, wie der Auswurf während der Endphase des Fluges/der Landung auf dem Mond und anderen Himmelskörpern am besten eingedämmt werden kann.
  • Elektrodynamisches Staubschutzschild (EDS): eine Technologie, die ein ungleichmäßiges elektrisches Feld unter Verwendung unterschiedlicher Hochspannung an mehreren Elektroden erzeugt. Das ungleichmäßige Feld erzeugt eine dielektrophoretische (DEP) Kraft, die wiederum die Partikel bewegt und potentielle Auswirkungen auf Wärmestrahler, Raumanzugstoffe, Visiere, Kameralinsen, Sonnenkollektoren und viele andere Technologien hat.
  • Lunar GNSS Receiver Experiment (LuGRE): Basierend auf dem US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) wird LuGRE die Reichweite der GPS-Signale weiter vergrößern und bei Erfolg die ersten sein, die GPS-Signale in Mondentfernungen erkennen können.

Wird spannend sein, zu verfolgen, was aus diesem Projekt wird und ob kommerzielle Anbieter die weiche Landung auf dem Mond schaffen.

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